Foto: Rini Kools/Shutterstock.com Fünfmal in Folge hat Tadej Pogačar die Lombardei-Rundfahrt gewonnen, am Samstag fehlt er nach seinem Sturz bei der Vuelta. Die 120. Ausgabe führt über 239 Kilometer von Bergamo nach Como, und erstmals seit 2020 gibt es einen anderen Sieger. Remco Evenepoel geht als Favorit ins letzte Monument des Jahres.
25 Teams stehen am 10. Oktober am Start, alle 18 WorldTeams und sieben ProTeams. Ohne den Dominator der vergangenen Jahre ist das Rennen offener als jede Lombardia seit 2020. Die neue Streckenführung verlagert die Entscheidung zudem in die letzte halbe Stunde rund um Como.
| Rennen | Il Lombardia, 120. Ausgabe |
| Datum | Samstag, 10. Oktober 2026 |
| Strecke | Bergamo nach Como, 239 Kilometer |
| Höhenmeter | rund 4.600, verteilt auf neun Anstiege |
| Entscheidende Anstiege | Ghisallo, San Fermo della Battaglia (zweimal), Civiglio |
| Titelverteidiger | Tadej Pogačar (nicht am Start) |
Die Strecke: Ohne Sormano, dafür ein Finale mit drei Anstiegen in 27 Kilometern
Der erste große Prüfstein ist die Madonna del Ghisallo, 8,6 Kilometer lang mit durchschnittlich 6,2 Prozent und Rampen bis 14 Prozent. Ihr Gipfel liegt 60,6 Kilometer vor dem Ziel, dort wird das Feld ausgedünnt, entschieden wird das Rennen dort kaum. Die Colma di Sormano, 2024 bei der letzten Ankunft in Como noch im Programm, fällt diesmal weg.
Die Entscheidung fällt auf den letzten 30 Kilometern. Zuerst geht es nach San Fermo della Battaglia hinauf, 2,7 Kilometer mit 7,2 Prozent, Gipfel 27,1 Kilometer vor dem Ziel. Danach folgt der Civiglio, mit 4,2 Kilometern bei 9,7 Prozent der härteste Anstieg des Finales, oben sind es noch 16,7 Kilometer. Zum Schluss steht ein zweites Mal San Fermo an, dessen Kuppe nur 5,2 Kilometer vor dem Ziel liegt. Wer am Civiglio nicht wegkommt, hat damit noch eine letzte Gelegenheit.
Evenepoel als Favorit: Zweimal Zweiter, frisch Europameister
Remco Evenepoel fährt für Red Bull-Bora-Hansgrohe und war in den vergangenen beiden Jahren jeweils der Erste hinter Pogačar. Vor einer Woche wurde er Europameister im Straßenrennen, er kommt also in guter Form nach Bergamo. Das schwere Finale passt zu seinem Profil: Am fast zehn Prozent steilen Civiglio kann er mit einem Tempoangriff wegfahren.
An seiner Seite steht mit Primož Roglič ein Co-Kapitän. Für die Konkurrenz ist das ein Problem: Red Bull-Bora-Hansgrohe kann im Finale zwei Fahrer ins Spiel bringen und andere Teams zur Nachführarbeit zwingen.
UAE ohne seinen Kapitän: McNulty und del Toro teilen sich die Rolle
Pogačars Team UAE Team Emirates-XRG muss umplanen. Weltmeister Brandon McNulty bestreitet sein erstes Monument im Regenbogentrikot, Isaac del Toro ist der zweite Kandidat für den Sieg. Ohne einen klaren Kapitän dürfte UAE versuchen, das Rennen früh hart zu machen, damit sich die eigene Überzahl im Finale auszahlt.
Dahinter gibt es mehrere Außenseiter mit Siegchancen. Giulio Ciccone von Lidl-Trek wurde hinter Evenepoel Zweiter der Europameisterschaft. Tom Pidcock (Pinarello-Q36.5) belegte bei seiner ersten Lombardia 2025 Platz sechs, Paul Seixas (Decathlon CMA CGM) wurde Siebter. Auch Matteo Jorgenson und Michael Storer stehen auf der Startliste. Für Bauke Mollema, Sieger von 2019, ist es das letzte Rennen seiner Karriere und seine 18. Teilnahme an der Lombardia.
Prognose: Evenepoel vorn, del Toro der gefährlichste Herausforderer
Die Redaktion sieht Evenepoel als klaren Favoriten. Er war zweimal der Stärkste hinter Pogačar, hat die Form der Europameisterschaft und mit Roglič einen Partner, der das Rennen für ihn kontrollieren kann. Der gefährlichste Gegner ist del Toro, weil UAE mit McNulty eine zweite Karte hat und Evenepoel damit nicht alle Angriffe selbst schließen kann. Ciccone ist auf einem Finale mit kurzen, steilen Rampen ein Kandidat für das Podium.
Kommt eine Gruppe von drei oder vier Fahrern gemeinsam über den zweiten San Fermo, wird der Sieg zur Frage des Sprints, und dann steigen die Chancen der Außenseiter. Gelingt Evenepoel am Civiglio ein Solo, wird ihn auf den letzten 17 Kilometern kaum jemand zurückholen. Eine Übersicht über die Wettarten im Radsport gibt unser Ratgeber zu Radsport-Wetten, wie die Saison mit Pogačar bei der Tour verlief, zeigt der Bericht zum Finale der Tour de France 2026.




