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Zverev vor Platz eins zum Jahresende: Die Rechnung nach dem Sieg über Wu und das Duell mit Halys

Natalia Schubert
| veröffentlicht am: 09.10.26 (aktualisiert: 09.10.26)
geprüft von Sebastian Vierheim | 5 Min. Lesezeit

Alexander Zverev steht in der dritten Runde des Shanghai Masters und rückt dem ersten Jahresende an der Spitze der Weltrangliste ein großes Stück näher. Nach Rechnung der Sportschau ist ihm Platz eins zum Saisonende seit dem 6:4, 7:6 gegen Wu Yibing nicht mehr zu nehmen, die ATP nennt für die offizielle Bestätigung noch Bedingungen. In Runde drei wartet Quentin Halys, gegen den Zverev in diesem Jahr zweimal lange kämpfen musste. Ein Umknicken am linken Fuß im zweiten Satz ließ am Freitag kurz Sorgen aufkommen.


Zverev gegen Wu: Zwei Sätze, ein Schreckmoment

Zverev gewann am Freitag in der zweiten Runde 6:4, 7:6 gegen den Chinesen Wu Yibing. Beim Stand von 6:4, 5:5 knickte er bei einer Rückhand mit dem linken Fuß um, das berichten ATP und Sportschau übereinstimmend. Er spielte ohne medizinische Behandlung weiter und brachte das Match im Tiebreak nach Hause. „Ich bin sehr froh darüber, dass ich es heute in zwei Sätzen geschafft habe. Er geht voll auf jeden Ball, ich habe aber gut serviert“, sagte Zverev laut Sportschau.

Für unseren Tipp aus der Vorschau auf Zverev gegen Wu reichte das: Wu mit plus 4,5 Spielen ging bei 13 zu 10 Spielen auf. Wie sehr der Fuß Zverev in der nächsten Runde beschäftigt, ist offen. Eine Meldung zu einer Verletzung gab es bis Freitagmittag nicht.


Die Rechnung: Warum Sinners Saisonende den Ausschlag gibt

Jannik Sinner hat am 6. Oktober wegen Knieproblemen das Ende seiner Saison verkündet. Im Live-Ranking vom 7. Oktober lag er laut Sportschau mit 10.950 Punkten noch vor Zverev (9.680) und Carlos Alcaraz (5.570). Entscheidend sind die Punkte, die aus dem Herbst 2025 herausfallen: Sinner verliert 3.000 Punkte aus Wien, Paris und den ATP Finals, Zverev muss nur 930 verteidigen. Selbst wenn Zverev bei allen restlichen Turnieren früh scheitert, käme er nach dieser Rechnung auf etwa 8.750 Punkte, Sinner auf 7.950.

Spieler Punkte Live-Ranking 07.10. Lage laut Sportschau und ATP
Jannik Sinner 10.950 Saison beendet, verliert 3.000 Punkte aus dem Herbst 2025
Alexander Zverev 9.680 verteidigt nur 930 Punkte, führt das Jahresrennen an
Carlos Alcaraz 5.570 im Jahresrennen 4.200 Punkte hinter Zverev
Ben Shelton keine Angabe im Jahresrennen 4.320 Punkte hinter Zverev

Quellen: Sportschau (Live-Ranking vom 7. Oktober, Rechnung zum Jahresende), ATP (Jahresrennen, Stand 9. Oktober).

Die ATP formuliert vorsichtiger. Offiziell als Nummer eins zum Jahresende fest steht Zverev demnach, sobald er in Shanghai das Halbfinale erreicht oder Alcaraz und Shelton im Turnier ausscheiden. Alcaraz bestreitet seine Auftaktpartie am Samstag gegen Juan Manuel Cerúndolo, Shelton trifft in Runde drei auf Arthur Gea. An die Spitze der wöchentlichen Rangliste rückt Zverev nach Shanghai noch nicht, das stellt die ATP ausdrücklich klar. Die Sportschau rechnet mit dem 2. November, falls er in Shanghai das Halbfinale erreicht und danach in Wien gewinnt. Zverev wäre nach Boris Becker 1991 erst der zweite deutsche Spieler an Position eins. Wie die Lage vor Sinners Absage aussah, haben wir im Beitrag Sinner und Shanghai beschrieben.


Quentin Halys: Zwei Siege in Shanghai und zwei enge Duelle mit Zverev

Halys erreichte die dritte Runde mit zwei Siegen. Zum Auftakt schlug er Coleman Wong 6:4, 7:6, am Freitag drehte er gegen den an Position 27 gesetzten Alexander Blockx ein Match mit 4:6, 7:6, 6:4. In Peking war er eine Woche zuvor in Runde zwei an Alex de Minaur gescheitert, ebenfalls erst im dritten Satz.

Gegen Zverev hat der Franzose in diesem Jahr zweimal verloren, leicht war keines der Duelle. In Miami setzte sich Zverev im Achtelfinale in zwei Tiebreaks durch. Bei den US Open brauchte er in Runde zwei 4:33 Stunden für ein 6:4, 4:6, 7:6 (3), 6:7 (3), 6:3. Mit seiner Leistung war Zverev danach laut ATP alles andere als zufrieden, wichtig sei nur der Sieg gewesen.

Den genauen Termin der dritten Runde legt die ATP erst mit ihrem Tagesspielplan fest, ESPN führt die Partie bislang für Sonntag. Eine Uhrzeit gibt es noch nicht, der Spielbetrieb in Shanghai beginnt jeweils um 12 Uhr Ortszeit, also um 6 Uhr MESZ.


Quoten zu Zverev gegen Halys: Klarer Favorit, aber kein klares Ergebnis

Markt Zverev Halys Chance laut Markt (ohne Marge)
Siegwette Runde drei 1,13 6,50 85 zu 15 Prozent
Spiele-Handicap 3,5 1,65 (minus 3,5) 2,50 (plus 3,5) 60 zu 40 Prozent
Spiele gesamt 21,5 Über 1,73 Unter 2,20 56 zu 44 Prozent
Spiele gesamt 22,5 Über 1,95 Unter 1,80 48 zu 52 Prozent

Stand: 09.10.2026, 12:24 Uhr MESZ, Durchschnittswerte aus dem Quotenvergleich. Die Siegwette ist bei mehreren Anbietern gelistet, Handicap und Gesamtspiele bei zwei.

Der Markt bewertet das Umknicken offenbar nicht als ernstes Problem. Mit 1,13 steht Zverev fast so niedrig wie vor dem Match gegen Wu (1,09). Beim Spiele-Handicap rechnet der Markt mit einem Abstand von etwa vier Spielen, bei den Gesamtspielen liegt die Mitte zwischen 22 und 23. Das entspricht einem Zweisatzsieg mit einem engen Satz. Welche Märkte es im Tennis gibt, erklärt unsere Seite zu den Tennis-Wetten.


Prognose Zverev gegen Halys: Warum das Match länger dauern dürfte

Am Sieg Zverevs zweifeln wir wenig, zu 1,13 lohnt die Siegwette aber nicht. Interessanter ist, wie lange Halys mithält. Beide Duelle in diesem Jahr waren eng, in Miami ging es über zwei Tiebreaks und damit auf 26 Spiele. Halys selbst kam in Shanghai auf 23 und 33 Spiele, Zverev gegen Wu auf 23.

Haupt-Tipp: Über 22,5 Spiele · Quote 1,95 (Stand 09.10., 12:24 Uhr)

Halys lebt von seinem Aufschlag und bringt Matches gegen stärkere Gegner oft in den Tiebreak, das zeigen beide Duelle mit Zverev in diesem Jahr. Dazu kommt der Fuß: Sollte Zverev nach dem Umknicken gegen Wu nicht ganz frei laufen, verlängern sich eher die Ballwechsel und die Aufschlagspiele des Gegners, als dass er schneller gewinnt. Für den Tipp reicht ein Zweisatzsieg mit einem Satz im Tiebreak, etwa 7:6, 6:4, oder jeder Verlauf über drei Sätze. Verloren ist er bei einem glatten 6:4, 6:4 oder deutlicher. Der Markt sieht Über 22,5 bei 48 Prozent, wir setzen 54 Prozent an. Daraus ergibt sich eine faire Quote von 1,85, die Marktquote von 1,95 liegt darüber. Muss Zverev wegen des Fußes aufgeben, gelten für die Wette die Regeln des jeweiligen Anbieters. Verworfen haben wir Halys mit plus 3,5 Spielen zu 2,50: Das setzt auf dieselbe Annahme, verliert aber auch bei einem Dreisatzsieg Zverevs mit klarem Entscheidungssatz wie 6:4, 6:7, 6:2, der für Über 22,5 reicht.

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Natalia Schubert - Sportjournalistin |
Natalia Schubert Natalia Schubert ist Fußballanalystin und Sportjournalistin mit über zwölf Jahren Erfahrung in der datenbasierten Spielanalyse. Sie studierte Sportwissenschaften an der Deutschen Sporthochschule Köln und arbeitet mit professionellen Analyseplattformen wie Wyscout, InStat und Opta. Bei wetttippsheute.net verantwortet sie taktische Spielvorschauen, Hintergrundanalysen und die statistische Einordnung von Partien aus der Bundesliga, Champions League und weiteren internationalen Wettbewerben. Pro Saison verfolgt und analysiert sie über 300 Spiele.
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