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Shanghai ohne Alcaraz: Wer jetzt Favorit auf den Titel ist

Natalia Schubert
| veröffentlicht am: 13.10.26
geprüft von Sebastian Vierheim | 4 Min. Lesezeit

Beim Masters-Turnier in Shanghai ist nach dem Aus von Carlos Alcaraz nur noch einer der drei Topgesetzten dabei: Alexander Zverev, der am Dienstag Alexander Bublik in drei Sätzen schlug. Die Viertelfinals stehen bis Mittwoch fest, das Endspiel ist für Sonntag, 18. Oktober, angesetzt.

Alcaraz verlor am Montag sein Drittrundenmatch gegen Zizou Bergs 5:7, 6:7 (4) nach 2:03 Stunden. Für den Belgier, Nummer 39 der Weltrangliste, war es laut ATP der größte Sieg seiner Karriere. Beim Stand von 5:4 im zweiten Satz konnte er das Match zunächst nicht ausservieren, im Tiebreak gewann er dann die letzten drei Punkte ab 4:4. Mit dem Ergebnis stand zugleich fest, dass Zverev das Jahr 2026 als Nummer eins der Weltrangliste beendet, als erster Deutscher überhaupt. Ben Shelton, an Position drei gesetzt, war schon am Sonntag gegen den Franzosen Arthur Gea ausgeschieden, Jannik Sinner hat seine Saison beendet und fehlt in Shanghai.

Zverev brauchte gegen Bublik 2:38 Stunden für ein 7:6 (6), 4:6, 7:6 (1). Den ersten Satz holte er nach einem 3:6-Rückstand im Tiebreak, den entscheidenden Tiebreak dominierte er und verwandelte seinen ersten Matchball mit einem Ass. Ganz ohne Sorgen war der Nachmittag nicht: Laut Liveticker der Sportschau griff er sich mehrmals an den Knöchel, den er sich in seinem ersten Match gegen Wu Yibing verdreht hatte. Unseren Tipp zum Match hatten wir im Artikel Zverev gegen Bublik begründet.


Das Viertelfinal-Tableau in Shanghai: Zverev trifft auf de Minaur

Von den acht Plätzen im Viertelfinale sind drei vergeben. In der oberen Hälfte trifft Zverev auf Alex de Minaur, der Karen Khachanov 6:3, 6:4 schlug. Daneben steht Arthur Gea nach einem 7:6 (4), 6:4 gegen Jakub Menšík. Für den 21 Jahre alten Franzosen ist Shanghai das erste Masters-Turnier überhaupt, im Live-Ranking der ATP springt er auf Platz 44. Sein Gegner kommt aus dem Achtelfinale zwischen Hubert Hurkacz und Alejandro Davidovich Fokina, das am Dienstagnachmittag als letztes Match auf dem Stadium Court angesetzt war. Die vier Achtelfinals der unteren Hälfte folgen am Mittwoch.

Viertelfinale Paarung Weltrangliste (5. Oktober)
1 Zverev (1) gegen de Minaur (9) 2 und 9
2 Gea gegen Sieger Hurkacz/Davidovich Fokina (25) 56 gegen 34 bzw. 26
3 Sieger van de Zandschulp/Jodar (12) gegen Sieger Ruud (20)/Auger-Aliassime (4) 41 bzw. 13 gegen 24 bzw. 5
4 Sieger Medwedew (5)/Tsitsipas gegen Sieger Paul (15)/Bergs 6 bzw. 43 gegen 18 bzw. 39

Setzplätze in Klammern. Quelle: ATP (Tableau und Ergebnisse, Rangliste vom 5. Oktober), Stand 13.10.2026, 14:54 Uhr.

Nach Rangliste ist Zverev mit großem Abstand der Favorit, die nächstbesten im Feld sind Félix Auger-Aliassime auf Platz fünf und Daniil Medwedew auf Platz sechs. Beide stehen in der unteren Hälfte, auf Zverev könnten sie erst im Endspiel treffen. Die obere Hälfte ist nach dem Aus von Shelton offen wie selten: Gea ist Nummer 56, Hurkacz Nummer 34.


Was die Matchquoten über die Titelfrage verraten

Eine Siegerwette auf das Turnier führt der Quotenvergleich für Shanghai nicht. Die Quoten der einzelnen Matches zeigen aber, wie der Markt das Feld sortiert.

Match Quoten Chance laut Markt (ohne Marge)
Zverev gegen Bublik (Di) 1,33 zu 3,29 71 zu 29 Prozent
Hurkacz gegen Davidovich Fokina (Di) 1,87 zu 1,94 51 zu 49 Prozent
van de Zandschulp gegen Jodar (Mi) 2,60 zu 1,48 36 zu 64 Prozent
Ruud gegen Auger-Aliassime (Mi) 2,24 zu 1,64 42 zu 58 Prozent
Medwedew gegen Tsitsipas (Mi) 1,41 zu 2,88 67 zu 33 Prozent
Paul gegen Bergs (Mi) 1,44 zu 2,72 65 zu 35 Prozent

Stand: 13.10.2026, 10:24 Uhr, Durchschnittswerte aus dem Quotenvergleich mit sieben bis acht Anbietern je Match.

Zverev war vor seinem Achtelfinale der deutlichste Favorit dieser Übersicht, obwohl Bublik drei der vier früheren Duelle gewonnen hatte. Am Mittwoch sieht der Markt Medwedew, Tommy Paul und Rafael Jodar klar vorn, nur das Duell zwischen Casper Ruud und Auger-Aliassime gilt als eng. Für Medwedew geht es dabei auch um die ATP Finals, die Ausgangslage steht in unserer Analyse Medwedew vs. Tsitsipas. Wie Siegwetten auf ein Turnier und auf einzelne Matches funktionieren, erklärt unsere Seite zu den Tennis-Wetten.


Auger-Aliassime gegen Ruud: Warum der Kanadier zu 1,64 vorne liegt

Das engste Achtelfinale am Mittwoch hat auch die klarste Vorgeschichte. Auger-Aliassime führt im direkten Vergleich 5:3 und hat die vier Duelle seit den ATP Finals 2022 alle gewonnen, zuletzt im April in Monte Carlo. Dort gab Ruud beim Stand von 5:7, 2:2 mit Wadenproblemen auf. In Shanghai brauchte der Kanadier gegen Camilo Ugo Carabelli drei Sätze und fast drei Stunden, gegen Pablo Carreño Busta gewann er 6:3, 4:6, 6:1 mit sieben Assen und 37 Gewinnschlägen. Ruud kam ohne Satzverlust durch, gewann gegen Bu Yunchaokete 6:1, 7:6 und gegen Learner Tien 6:4, 7:6.

Tipp: Sieg Auger-Aliassime · Quote 1,64 (Stand 13.10., 10:24 Uhr)

Auger-Aliassime steht in der Weltrangliste 19 Plätze vor Ruud und hat ihn in vier Duellen nacheinander geschlagen. Sein Aufschlag trägt ihn auch an schwächeren Tagen, das zeigte das Match gegen Carreño Busta. Ruud spielt in Shanghai solide, kam aber in beiden Matches nur über einen Tiebreak zum Zweisatzsieg. Der Markt sieht Auger-Aliassime bei 58 Prozent, wir setzen 62 Prozent an. Die faire Quote liegt damit bei 1,61, die Marktquote von 1,64 knapp darüber. Verworfen haben wir einen Sieg von Tommy Paul gegen Bergs: Zu 1,44 liegt die Quote unter unserem Rahmen, und wie Bergs den größten Sieg seiner Karriere verarbeitet, lässt sich nicht beziffern.

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Natalia Schubert - Sportjournalistin |
Natalia Schubert Natalia Schubert ist Fußballanalystin und Sportjournalistin mit über zwölf Jahren Erfahrung in der datenbasierten Spielanalyse. Sie studierte Sportwissenschaften an der Deutschen Sporthochschule Köln und arbeitet mit professionellen Analyseplattformen wie Wyscout, InStat und Opta. Bei wetttippsheute.net verantwortet sie taktische Spielvorschauen, Hintergrundanalysen und die statistische Einordnung von Partien aus der Bundesliga, Champions League und weiteren internationalen Wettbewerben. Pro Saison verfolgt und analysiert sie über 300 Spiele.
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