Stuttgart ist nach den Quoten klarer Favorit, kommt aber vier Tage nach dem Auftritt in Istanbul und ohne Angelo Stiller in dieses Spiel. Werder ist ausgeruht, verteidigt gern tief und hat mit Niclas Füllkrug einen Stürmer, der seit sieben Ligaspielen trifft. Haupttipp ist das asiatische Handicap Werder Bremen +1,0, unsere Prognose lautet 2:2.
In der achten Minute in Istanbul prallte Jamie Lewelings Abschluss aus kurzer Distanz an den einen Pfosten, dann an den anderen, und sprang zurück ins Feld. Vier Minuten später lag der VfB hinten, nach einer Viertelstunde stand das 0:2, und dabei blieb es. Sebastian Hoeneß sah ein Spiel, zu dem das Ergebnis nicht passte. Am Samstag wartet nun Werder Bremen, Tabellenfünfter, eine Woche ohne Pflichtspiel und mit einem klaren Plan. Diese Bremer überlassen dem Gegner gern den Ball. Das Gestalten liegt dem VfB in dieser Saison erstaunlich schlecht, sein bester Ligaauftritt gelang ihm ausgerechnet mit wenig Ballbesitz. Wer gestaltet also, wenn beide lieber reagieren?
VfB Stuttgart – Werder Bremen: Wann und wo wird gespielt?
Anstoß & Spielort
Das Samstagabendspiel des 9. Spieltags beginnt am 07.11.2026 um 18:30 Uhr deutscher Zeit (MEZ). Gastgeber ist die MHPArena, in der 60.058 Zuschauer Platz finden.
Wer überträgt VfB Stuttgart – Werder Bremen im TV & Stream?
Das Topspiel am Samstagabend überträgt Sky live, im Stream ist die Partie bei WOW zu sehen.
Formanalyse VfB Stuttgart: stark im Umschalten, verwundbar mit dem Ball

Der beste Auftritt der Saison kam ausgerechnet an einem Nachmittag, an dem Stuttgart den Ball nur 37 Prozent der Zeit hatte. In Leverkusen gewann der VfB 4:2 und fügte Bayer die erste Heimniederlage der Saison zu. Ermedin Demirović traf nach 14 Minuten, nachdem Flekken einen Schuss nur nach vorn abwehren konnte, Leweling erhöhte nach einer Ecke. Nach der Pause schob Bilal El Khannouss flach aus der Distanz ein, das 4:1 legte Deniz Undav mit einem feinen Pass für Demirović auf. Das war Stuttgarter Fußball in Reinform, mit schnellen Wegen nach Ballgewinn und viel Platz hinter einer aufgerückten Abwehr.
Ganz anders sehen die Spiele aus, in denen der VfB gestalten muss. Gegen Gladbach hatte er 70 Prozent Ballbesitz und verlor zu Hause 2:3, nach erwarteten Toren sogar deutlich mit 1,53 zu 3,08. Beim HSV gab die Mannschaft 24 Schüsse ab, hatte zwei Drittel des Balles und verlor 0:1. In der eigenen Arena stehen nach drei Ligaspielen nur drei Punkte. Mit neun Zählern und 14:15 Toren ist Stuttgart Elfter, und das passt zur Leistung besser, als man glauben möchte. Nimmt man Liga und Königsklasse zusammen, kommt der VfB nach zwölf Partien auf 24,6 zu 22,6 erwartete Tore, er lässt also fast so viel zu, wie er sich erspielt.
Dass in Istanbul trotzdem mehr drin war, stimmt. Mit 2,20 zu 0,98 erwarteten Toren und vier zu zwei Großchancen hätte Stuttgart nicht verlieren müssen. Führichs Treffer in der 75. Minute zählte wegen einer Abseitsstellung von Undav nicht, kurz vor Schluss vergab Pejčinović frei. Hoeneß sagte danach: „Was uns einfach gefehlt hat, war die Kaltschnäuzigkeit, um ein Tor zu machen.“ Demirović bleibt der Hoffnungsträger. Er traf in den letzten beiden Ligaspielen viermal.
Schlüsselspieler VfB Stuttgart
Die Tabelle fasst alle Pflichtspiele der Saison 2026/27 zusammen, also Bundesliga, Champions League und DFB-Pokal.
| Spieler | Position | Spiele | Tore | Vorlagen |
| Ermedin Demirović | Sturm | 14 | 9 | 0 |
| Deniz Undav | Sturm/Mittelfeld | 14 | 2 | 5 |
| Dženan Pejčinović | Sturm | 14 | 3 | 1 |
| Jamie Leweling | Mittelfeld | 13 | 2 | 1 |
| Bilal El Khannouss | Mittelfeld | 14 | 2 | 0 |
| Chris Führich | Mittelfeld | 13 | 1 | 2 |
Formanalyse Werder Bremen: tief stehen, lang spielen, Füllkrug finden

Wie Werder seine Spiele gewinnt, ließ sich beim 2:0 gegen Hoffenheim gut beobachten. Eine Stunde lang war die Partie offen, kurz vor der Pause kratzte Amos Pieper einen Kopfball von Hlozek von der Linie. Dann schlug Torwart Karl Jakob Hein einen langen Ball nach vorn, Niclas Füllkrug behauptete sich gegen mehrere Verteidiger und traf in der 57. Minute. Eren Dinkçi legte nach einem Zuspiel von Marco Grüll das zweite Tor nach. Mit 1,29 zu 1,06 erwarteten Toren war das ein Sieg der Effizienz, nicht der Überlegenheit. Bremen hatte nur 41 Prozent Ballbesitz und störte das kaum.
Dieses Muster zieht sich durch die Saison. Gegen Leipzig gewann Werder mit 29 Prozent Ballbesitz 3:1, in Dortmund holte die Mannschaft mit 28 Prozent ein 2:2. Über alle acht Ligaspiele stehen 13,9 zu 12,9 erwartete Tore und 15 Punkte, nach der Chancenlage wären gut elf zu erwarten gewesen. Der Ertrag liegt also über der Leistung. Die Entwicklung zeigt allerdings nach oben, denn in den letzten fünf Spielen erspielte sich Bremen 11,3 erwartete Tore und ließ nur 7,3 zu. Mit 17:14 Toren steht Werder auf Rang fünf, auswärts gab es bisher fünf Punkte aus vier Spielen.
Im Zentrum des Bremer Spiels steht Füllkrug. Neun Ligatore in acht Spielen sind Vereinsrekord, in Mainz verwandelte er zwei Elfmeter. Im Pokal in Dortmund saß er eine Stunde auf der Bank, kam beim Stand von 0:2 und glich mit zwei Treffern aus, ehe Sabitzer in der Nachspielzeit per Freistoß entschied. Füllkrug nahm es gelassen, für Werder gehe deshalb nicht die Welt unter. Die Abhängigkeit von ihm ist groß. Die Bälle dafür verteilt oft Marco Grüll, der in der Liga schon sieben Treffer vorbereitet hat.
Schlüsselspieler Werder Bremen
Gezählt werden nur die acht Bundesliga-Spieltage der laufenden Saison.
| Spieler | Position | Spiele | Tore | Vorlagen |
| Niclas Füllkrug | Sturm | 8 | 9 | 0 |
| Marco Grüll | Mittelfeld/Sturm | 8 | 2 | 7 |
| Eren Dinkçi | Mittelfeld/Sturm | 8 | 2 | 1 |
| Ludovit Reis | Mittelfeld | 8 | 2 | 0 |
| Dariusz Stalmach | Mittelfeld | 6 | 1 | 0 |
Stuttgart gegen Bremen: eine Paarung mit auffällig vielen Unentschieden

Kaum ein Bundesliga-Duell ist über die Jahrzehnte so ausgeglichen. In 71 Pflichtspielen gewann Stuttgart 22-mal, Bremen 23-mal, und 26 Begegnungen endeten remis. Seit Dezember 2020 trafen beide zehnmal aufeinander, mit vier Stuttgarter Siegen, drei Bremer Erfolgen und drei Unentschieden. Zuletzt trennten sich die Teams im April in Stuttgart 1:1, im Dezember davor hatte der VfB in Bremen 4:0 gewonnen.
Interessanter ist der Blick auf die Gastspiele der Bremer in Stuttgart. Von den letzten fünf ging lediglich ein einziges deutlich verloren, das 0:2 aus Bremer Sicht im Dezember 2023. Dazu kamen ein 1:1, zwei Bremer Auswärtssiege mit 2:1 und 2:0 sowie eine knappe 0:1-Niederlage. Viel Gewicht hat so eine Serie nicht, weil sich beide Kader seither stark verändert haben. Immerhin deutet sie darauf hin, dass Werder in dieser Arena selten unter die Räder kommt.
Personal und Belastung: Stuttgart ohne Stiller, Bremen ohne Weiser
VfB Stuttgart: voraussichtliche Startelf
Der schwerste Ausfall betrifft das Zentrum. Angelo Stiller fehlt mit Adduktorenproblemen, und mit ihm der Spieler, der das Stuttgarter Aufbauspiel ordnet und in allen Wettbewerben schon vier Tore vorbereitet hat. Josha Vagnoman fällt mit einer Oberschenkelverletzung aus, dazu Dan-Axel Zagadou, Leo Sauer und Justin Diehl. Fraglich ist Atakan Karazor, der in Istanbul schon in der ersten Minute Gelb sah und später angeschlagen vom Platz ging. Im selben Spiel feierte der 19-jährige Yanik Spalt sein Debüt in der Königsklasse. In Leverkusen begann Hoeneß mit Hendriks, Jaquez und Chabot in der Abwehr, Prömel und Führich auf den Außenbahnen, Undav ganz vorn und Demirović und Leweling dahinter. Diese Elf halten wir auch am Samstag für den wahrscheinlichsten Ausgangspunkt. Die Reise aus der Türkei steckt dem Team in den Beinen, zwischen dem Abpfiff in Istanbul und dem Anstoß am Samstag liegen kaum mehr als vier Tage.
Werder Bremen: voraussichtliche Startelf
Bei Werder ist die Liste länger, sie betrifft aber selten die erste Elf. Mitchell Weiser verletzte sich gegen Hoffenheim nach 14 Minuten am Oberschenkel und fällt bis auf Weiteres aus, Thioune sagte über ihn: „Er hat Schmerzen, es zog direkt rein.“ Bitter ist das, weil Weiser gerade erst nach einem Kreuzbandriss zurückgekehrt war. Jens Stage, Keke Topp, Skelly Alvero, Salim Musah, Felix Agu, Niklas Stark und Moussa Ndiaye fehlen ebenfalls. Der Kern steht trotzdem, mit Hein im Tor, Pieper, Friedl und Deman in der Abwehr, Reis im Mittelfeld und Grüll und Dinkçi hinter Füllkrug im gewohnten 4-2-3-1. Thioune hatte eine volle Woche Zeit für die Vorbereitung.
Deniz Undav und die Frage, wer in Stuttgart den Ball haben will

Ohne Stiller wandert ein großer Teil der Stuttgarter Spielgestaltung zu Undav. Der Kapitän hat in der Liga noch kein Tor erzielt, ist in allen Wettbewerben aber mit fünf Vorlagen der beste Vorbereiter der Mannschaft. Seine Stärke liegt zwischen den Linien, dort, wo er sich aufdreht und einen Pass wie den zum 4:1 in Leverkusen spielt. Im Pokal in Paderborn entschied er das Spiel in der Nachspielzeit selbst. In Istanbul lag sein Fuß dagegen im Abseits, als Führichs Tor zurückgenommen wurde, und bei einer Rudelbildung sah er Gelb.
Gegen Bremen bekommt Undav genau die Aufgabe, die dem VfB zuletzt am schwersten fiel. Werder wird tief stehen, die Räume zwischen Abwehr und Mittelfeld eng machen und auf den langen Ball zu Füllkrug warten. Für Stuttgart beginnt das Problem dann beim Ballverlust. Rückt die Kette mit auf, wartet ein Mittelstürmer, der Kopfballduelle gewinnt, und in Istanbul sah man bei Batrakovs erstem Tor, wie sich Chabot bei einer Flanke verschätzte. Wird das Spiel so eng, wie wir glauben? Gegen diese Sicht spricht, dass Stuttgart in der Champions League schon zwei klare Siege feierte und Werder am ersten Spieltag in Freiburg 1:4 unterging. Ein frühes Stuttgarter Tor würde Bremen zwingen, selbst mehr zu tun.
Wett-Tipp und Prognose: VfB Stuttgart – Werder Bremen
Für einen Heimsieg der Stuttgarter zahlt der Markt 1,59, für ein Remis 4,72 und für einen Bremer Erfolg 4,68. Die Gästequote liegt beinahe dreimal so hoch wie die Heimquote, damit gilt der VfB als klarer Favorit. Rechnet man die Marge von gut fünf Prozent heraus, entfallen 60 Prozent auf Stuttgart und je 20 Prozent auf die beiden übrigen Ausgänge.
Haupttipp: Asiatisches Handicap Werder Bremen +1,0
So funktioniert die Wette. Gewonnen ist sie bei einem Bremer Sieg und bei einem Remis, verliert Werder mit genau einem Tor, fließt der Einsatz zurück, und erst eine Bremer Pleite mit mindestens zwei Toren Abstand lässt sie platzen. Drei Gründe tragen den Tipp. Stuttgart muss ohne Stiller und nach der Reise aus Istanbul ein Spiel gestalten, das ihm nicht liegt, Werder hat sich seine Ergebnisse zuletzt auch nach Chancen verdient, und gegen eine Bremer Elf, die so bereitwillig tief verteidigt, sind Siege mit zwei Toren Abstand schwer zu erzwingen. Nach unserer Rechnung gewinnt das Handicap in 56 von 100 Fällen, dazu kommen die Stuttgarter Siege mit genau einem Tor, die den Einsatz zurückbringen. Draw No Bet auf Bremen zu 3,50 haben wir verworfen. Diese Wette gibt beim Remis nur den Einsatz zurück, und das Unentschieden ist in dieser Paarung historisch das häufigste Ergebnis.
Value-Tipp: Doppelte Chance Remis oder Sieg Werder Bremen
Die Doppelte Chance auf Remis oder Bremer Sieg steht bei 2,33, das entspricht einer Wahrscheinlichkeit von 42,9 Prozent. Wir sehen sie bei 44 Prozent, woraus sich ein fairer Preis von 2,26 ableitet. Der Abstand ist klein, er ergibt sich aber aus denselben Argumenten wie beim Haupttipp, nur ohne Rückzahlung bei einem knappen Stuttgarter Sieg. Diese Wette ist deshalb die riskantere Variante.
Kombi-/Risiko-Tipp: Exaktes Ergebnis 2:2
Ein 2:2 notiert bei 11,50. Es passt zu einem Abend, an dem Demirović und Füllkrug jeweils treffen und keiner der beiden Trainer die Kontrolle über das Spiel gewinnt. Wer exakte Ergebnisse spielt, setzt hier bewusst nur einen kleinen Betrag.
| Tipp | Quote | Quotenart |
| Asiatisches Handicap Werder Bremen +1,0 | 1,87 | Marktquote (Median), Stand 04.11.2026 |
| Doppelte Chance Remis oder Sieg Werder Bremen | 2,33 | Marktquote (Median), Stand 04.11.2026 |
| Exaktes Ergebnis 2:2 | 11,50 | Marktquote (Median), Stand 04.11.2026 |
Für alle drei Tipps zum Abendspiel am Neckar lohnt ein Blick zu Scored. Weitere Buchmacher und ihre Konditionen listet der Wettanbieter-Vergleich auf. AGB gelten, 18+.
Werder punktet in Stuttgart: 2:2 als Prognose
Wir erwarten ein 2:2. Bei diesem Ausgang gewinnen das Handicap, die Doppelte Chance und der Ergebnistipp zusammen. AGB gelten, 18+.
Alle weiteren Begegnungen dieses Spieltags analysieren wir in den Bundesliga Wett-Tipps.




