Carlos Alcaraz geht als Favorit in das Masters von Paris, obwohl Alexander Zverev seit diesem Montag die Nummer eins der Welt ist. Der Grund liegt in der Form der vergangenen Woche und in der Auslosung. Das Turnier in der Plenitude Arena läuft bis Sonntag, 8. November, Titelverteidiger Jannik Sinner fehlt verletzt.
Ein Feld ohne Sinner, aber mit fünf weiteren Absagen
Sinner hat seine Saison wegen einer Verletzung am rechten Knie beendet und fehlt damit auch bei seiner Titelverteidigung (Tennis Majors, ATP). Er ist nicht der einzige. Félix Auger-Aliassime, João Fonseca, Alexander Bublik und Jakub Menšík haben ebenfalls abgesagt, für sie rückten Matteo Berrettini, Quentin Halys, Luca Van Assche, Mariano Navone und Daniel Merida ins Hauptfeld, das an der Spitze damit dünner besetzt ist als bei einem Masters üblich und mehr Platz für Außenseiter lässt.
Gespielt wird in der Halle auf Hartplatz, die 16 Gesetzten haben in der ersten Runde ein Freilos. Die erste Runde läuft am Montag und Dienstag, das Finale ist für Sonntag um 15:00 Uhr angesetzt (Tennis Majors).
| Setzplatz | Spieler | Mögliches Viertelfinale |
| 1 | Alexander Zverev | gegen (8) Alex de Minaur |
| 2 | Carlos Alcaraz | gegen (6) Arthur Fils |
| 3 | Ben Shelton | gegen (7) Frances Tiafoe |
| 4 | Daniil Medvedev | gegen (5) Flavio Cobolli |
| 10 | Novak Djokovic | im Viertel von Zverev |
Quellen: Tennis Majors (Presseheft des Veranstalters), ATP.
Zverev: Platz eins, aber ein schweres Viertel
Zverev startet nach dem Freilos gegen den Sieger aus Lorenzo Musetti gegen Hubert Hurkacz. Beide Namen stehen für ein unbequemes Auftaktmatch. Im selben Viertel stehen Novak Djokovic, der zum Auftakt auf Valentin Vacherot trifft, und Alex de Minaur. Gegen den Australier hat Zverev erst am Samstag das Halbfinale in Wien verloren, 6:4, 1:6, 7:6 für de Minaur (ESPN, ATP).
Wie schwer wiegt diese Niederlage? Für die Einschätzung nicht allzu schwer, denn Zverev war in Wien bis dahin in jedem Match über die volle Distanz gegangen und hat trotzdem das Halbfinale erreicht. Mehr Gewicht hat die Auslosung, denn bis zum Halbfinale können mit de Minaur und Djokovic zwei Spieler warten, von denen der eine ihn vor wenigen Tagen geschlagen hat und der andere in langen Grundlinienduellen kaum Fehler macht. Was sein Aufstieg an die Spitze für Paris und die ATP Finals bedeutet, steht in unserem Beitrag Zverev wird Nummer eins.
Alcaraz kommt mit dem Titel aus Wien
Alcaraz hat am Sonntag das Turnier in Wien gewonnen, im Finale schlug er de Minaur 6:1, 6:4 (ESPN, ATP). Das Finale ließ kaum Fragen offen. Er steht in der anderen Hälfte als Zverev, ein Duell der beiden ist erst im Finale möglich. Nach dem Freilos wartet der Sieger aus Alex Michelsen gegen Jiří Lehečka, der in Basel bis ins Finale kam.
Sein Viertel wirkt auf dem Papier offen, ist es aber vermutlich nicht. Arthur Fils, an Position sechs gesetzt, musste sein Viertelfinale in Basel gegen Taylor Fritz mit Beinschmerzen aufgeben, sein Start in Paris ist laut Tennis Majors fraglich. Fritz selbst beginnt gegen einen Qualifikanten.
Wie wir die Titelchancen einschätzen
Siegerwetten für Paris waren am Montagmittag im Quotenvergleich noch nicht gelistet. Unsere Einschätzung steht deshalb zunächst für sich und dient als Maßstab, sobald die Märkte öffnen. Liegt die angebotene Quote später über der fairen Quote, hätte die Wette einen positiven Erwartungswert.
| Spieler | Unsere Titelchance | Faire Quote |
| Carlos Alcaraz | 30 Prozent | 3,33 |
| Alexander Zverev | 17 Prozent | 5,88 |
| Daniil Medvedev | 9 Prozent | 11,11 |
| Novak Djokovic | 8 Prozent | 12,50 |
| Ben Shelton | 6 Prozent | 16,67 |
| Alex de Minaur | 6 Prozent | 16,67 |
| übrige Spieler | 24 Prozent | – |
Alcaraz liegt vorn, weil er in Topform ist und die mutmaßlich leichtere Hälfte erwischt hat. Bei Zverev ziehen wir wegen des Viertels mit de Minaur und Djokovic etwas ab. Djokovic bewerten wir vorsichtig. Er hat in Basel gegen Struff verloren und spielt in Paris das dritte Turnier in drei Wochen. Das kostet Kraft.
Für die erste Runde gibt es bereits Preise. Djokovic steht gegen Vacherot bei 1,45, das Match von Jan-Lennard Struff gegen den Franzosen Arthur Gea ist mit 1,96 zu 1,85 nahezu ausgeglichen (oddsportal). Struff spielt im Viertel von Cobolli und Medvedev.
Was Paris für Turin bedeutet
Paris ist das letzte Turnier vor den ATP Finals ab 15. November. Daniil Medvedev hat sich bereits qualifiziert, dahinter liegen Cobolli, Fils, Tiafoe, Rafael Jodar und de Minaur eng beieinander (ATP). Das Rennen ist eng. Zwischen Jodar und de Minaur liegen nur 24 Punkte. Wer in Paris früh ausscheidet, kann in dieser Woche noch aus den Turin-Plätzen fallen. Den kompletten Stand erklärt unser Beitrag Kampf um Turin. Wie Sieger- und Satzwetten im Tennis abgerechnet werden, zeigt die Seite Tennis-Wetten.
Das Fazit fällt nüchtern aus. Alcaraz ist der Spieler, an dem sich alle messen lassen müssen. Zverev hat den Rang, aber nicht die einfachere Auslosung.




