Beide Mannschaften lassen deutlich mehr Chancen zu, als sie selbst herausspielen, und beide gehen mit stark ausgedünntem Kader in dieses Kellerduell. Daraus leiten wir als Haupttipp Über 2,5 Tore ab, unsere Prognose lautet 1:2 aus Hamburger Sicht.
Fünf Punkte trennen den 15. vom Tabellenletzten, und auf den ersten Blick wirkt das wie ein klares Gefälle. Der HSV hat neun Zähler gesammelt, Gladbach erst vier. Wer allerdings nachrechnet, wie viele Punkte beiden Teams nach ihren Torchancen zugestanden hätten, landet bei einem anderen Befund, denn die Hamburger liegen nach dieser Rechnung über ihrem Leistungsniveau und die Borussia deutlich darunter. Unsere These für diesen Freitagabend lautet deshalb, dass die Tabelle den Abstand größer aussehen lässt, als er ist, und dass zwei löchrige Abwehrreihen eher zu einem torreichen als zu einem vorsichtigen Spiel führen. Wie belastbar ist diese Annahme, wenn auf beiden Seiten gleich mehrere Stammkräfte fehlen? Das prüfen wir Schritt für Schritt, und die stärksten Gegenargumente bekommen am Ende einen eigenen Abschnitt.
HSV – Borussia Mönchengladbach: Wann und wo wird gespielt?
Anstoß & Spielort
Das Freitagsspiel des 9. Spieltags beginnt am 06.11.2026 um 20:30 Uhr (MEZ). Austragungsort ist das Volksparkstadion in Hamburg, das 57.000 Zuschauern Platz bietet.
Wer überträgt HSV – Borussia Mönchengladbach im TV & Stream?
Live zu sehen ist die Partie bei Sky auf Sky Sport Bundesliga 1 und Sky Sport Bundesliga, die Vorberichte starten um 19:30 Uhr. Im Stream läuft das Spiel über WOW und Sky Go. Eine Übertragung im Free-TV gibt es nicht.
Formanalyse HSV: mehr Ertrag, als die Chancen hergeben

Als Messlatte für die Hamburger Form dient uns xG, also der Wert, der jedem Abschluss eine Trefferwahrscheinlichkeit nach Position und Art zuordnet und daraus eine Summe an erwarteten Treffern bildet. In acht Bundesligaspielen kommt der HSV so auf 8,1 zu 14,7, das echte Torverhältnis lautet 7:19. Nach Chancenlage wären rund sieben Punkte realistisch gewesen. Geholt hat die Mannschaft neun. Den Überschuss erklären vor allem zwei enge Siege. Gegen Stuttgart gewann Hamburg 1:0, obwohl der Gegner 24 zu 14 Schüsse abgab und beim xG mit 2,28 zu 1,50 vorne lag.
Zuletzt kippte die Serie. Nach drei Ligasiegen in Folge verlor das Team von Merlin Polzin drei Pflichtspiele hintereinander, darunter zweimal 1:3 gegen Frankfurt. Im Pokal sah Polzin die Schlüsselszene in der 35. Minute, als Zakaria El Ouahdi im Strafraum von Robin Koch umgerempelt wurde und der Videobeweis nicht eingriff. Im Ligaspiel fünf Tage später stand es nach einem Eigentor von Warmed Omari schon in der 10. Minute 0:1. Terem Moffi glich vier Minuten danach auf Vorlage von Albert Grønbaek aus, und in der Folge bewahrte Daniel Heuer Fernandes die Hamburger mit mehreren Paraden lange vor einem höheren Rückstand, in der 75. Minute kratzte er sogar einen Schuss von Farès Chaïbi mit dem Arm von der Linie. Frankfurt brachte zehn Schüsse aufs Tor, der HSV drei.
Was die Zahlen nicht abbilden, ist die Personallage, die wir weiter unten genauer aufschlüsseln. Mit Blick auf die Tormenge zählt ein anderer Wert mehr. Nur vier Treffer erzielte Hamburg bisher aus dem laufenden Spiel heraus, das ist der zweitschwächste Wert der Liga. Vor eigenem Publikum stehen sechs Punkte aus drei Partien bei 3:6 Toren, das 0:5 gegen Mainz eingerechnet.
Schlüsselspieler HSV
Berücksichtigt sind ausschließlich die acht Bundesligaspiele der Saison 2026/27.
| Spieler | Position | Spiele | Tore | Vorlagen |
| Miro Muheim | Mittelfeld | 4 | 2 | 1 |
| Terem Moffi | Sturm | 8 | 2 | 0 |
| Yussuf Poulsen | Sturm | 6 | 2 | 0 |
| Nicolás Capaldo | Abwehr | 6 | 1 | 0 |
| Albert Grønbaek | Mittelfeld | 7 | 0 | 3 |
| Zakaria El Ouahdi | Mittelfeld | 6 | 0 | 1 |
Formanalyse Borussia Mönchengladbach: weniger Punkte, als die Leistung verdient

Bei Gladbach zeigt dieselbe Messgröße das umgekehrte Muster. Die Borussia kommt auf 12,9 zu 17,3 erwartete Tore und damit auf klar mehr eigene Chancen als der HSV. Herausgekommen sind 11:22 Tore und vier Punkte, nach den Spielanteilen wären etwa neun zu erwarten gewesen. Kein Team der Liga liegt so weit unter seinem Chancenwert, und am deutlichsten wird das an zwei Heimniederlagen, die nach Spielanteilen mindestens Unentschieden hätten sein können. Gegen Elversberg und Mainz verlor Gladbach jeweils 3:4, gegen Mainz bei 21 zu 17 Schüssen und einem xG-Vorsprung von 3,24 zu 2,82.
Seit Alexander Blessin am 22. September übernommen hat, ist die Mannschaft stabiler geworden. In seinen vier Ligaspielen kassierte sie sechs Gegentore, in den vier davor 16. Über die letzten fünf Ligaspiele gerechnet liegt Gladbach beim xG mit 9,3 zu 8,5 sogar vorne. Beim 3:2 in Stuttgart erspielte sie sich 3,08 erwartete Tore und vier Großchancen. Das 0:0 gegen Paderborn am Samstag hätte ebenfalls gewonnen werden können. Robin Hack traf in der 31. Minute aus 23 Metern den Pfosten, kurz darauf nahm der Videobeweis Joe Scally ein Tor wegen eines Fouls an Paderborns Torhüter Noll weg. Noll parierte vor der Pause gegen Scally im Eins-gegen-eins und in der Schlussphase zweimal gegen Nicolas Kühn. Am Ende standen drei Großchancen zu einer für Gladbach.
Offen bleibt, wie schnell sich die bessere Leistung in Punkte übersetzt. Zu Hause wartet die Borussia noch auf den ersten Sieg, auswärts holte sie drei Punkte bei 4:12 Toren. Ermutigend ist die Defensive der letzten Tage. Mit Ersatztorhüter Batz blieb Gladbach im Pokal gegen Karlsruhe (2:0) und gegen Paderborn ohne Gegentor.
Schlüsselspieler Borussia Mönchengladbach
Die Werte beziehen sich auf die Bundesliga-Spielzeit 2026/27 nach acht Spieltagen.
| Spieler | Position | Spiele | Tore | Vorlagen |
| Joe Scally | Abwehr | 8 | 3 | 1 |
| Wael Mohya | Mittelfeld | 8 | 2 | 1 |
| Hugo Bolin | Mittelfeld | 7 | 2 | 0 |
| Shuto Machino | Sturm | 6 | 2 | 0 |
| Florian Neuhaus | Mittelfeld | 5 | 1 | 1 |
| Lukas Ullrich | Abwehr | 7 | 0 | 2 |
HSV gegen Gladbach im Direktvergleich: zwei torlose Duelle zuletzt

In 57 Pflichtspielen zwischen beiden Klubs gewann der HSV 21-mal, Gladbach 19-mal, 17 Begegnungen endeten unentschieden. Die beiden jüngsten Duelle aus der Saison 2025/26 gingen jeweils 0:0 aus. Im Volksparkstadion ist Hamburg seit fünf Bundesliga-Heimspielen gegen die Borussia ungeschlagen, mit drei Siegen und zwei Remis.
Als Prognosegrundlage taugt diese Bilanz nur begrenzt. Zwischen 2018 und 2025 lagen sieben Jahre ohne Bundesligaduell, weil der HSV in der zweiten Liga spielte, und von den Kadern der zwei torlosen Spiele stehen am Freitag viele Stammkräfte verletzt auf der Tribüne. Ernst nehmen wir die Nullnummern trotzdem. Beide zeigen, dass dieses Duell nicht zwangsläufig offen geführt wird.
| Datum | Ergebnis | Wettbewerb |
| 17.01.2026 | HSV – Gladbach 0:0 | Bundesliga |
| 24.08.2025 | Gladbach – HSV 0:0 | Bundesliga |
| 12.05.2018 | HSV – Gladbach 2:1 | Bundesliga |
| 15.12.2017 | Gladbach – HSV 3:1 | Bundesliga |
| 12.03.2017 | HSV – Gladbach 2:1 | Bundesliga |
| 01.03.2017 | HSV – Gladbach 1:2 | DFB-Pokal |
Personal bei HSV und Gladbach: wer im Volkspark fehlt
HSV
Polzin fehlen gleich mehrere tragende Spieler. Kapitän Nicolai Remberg hat sich das Kreuzband gerissen, Fábio Vieira fällt mit einer Oberschenkelverletzung bis nach der Länderspielpause aus, Bilal Nadir mit Muskelproblemen bis zum Jahresende. Yussuf Poulsen plagen Hüftprobleme, er wird wohl ebenfalls erst nach der Pause zurückerwartet. Mario Vušković ist bis zum 15. November gesperrt. Nicolás Capaldo ist nach einer Oberschenkelzerrung fraglich, für die Startelf dürfte es eher zu früh kommen. Sebastiaan Bornauw, der im Pokal einen Schlag ins Gesicht bekam und in Frankfurt fehlte, soll ins Zentrum der Dreierkette zurückkehren. Daneben kommen Jordan Torunarigha, Omari und Shafiq Nandja infrage. Polzin wies Ausreden wegen der Ausfälle ausdrücklich zurück, im Mittelfeld fehlen ihm mit Remberg, Vieira und Capaldo trotzdem drei Stammkräfte.
Borussia Mönchengladbach
Blessins Liste ist kaum kürzer. Tim Kleindienst steht nach einem Rückschlag vor der Länderspielpause nicht zur Verfügung, und Nicolas Kühn zog sich am Montag im Training erneut eine Zerrung zu, nachdem er gerade erst einen Muskelbündelriss auskuriert hatte. Hugo Bolin fällt mit einer Muskelzerrung aus, Stammtorhüter Moritz Nicolas ebenfalls mit muskulären Problemen, Batz bleibt im Tor. Jan Leszczyński (Knie) und Enzo Leopold (Kreuzbandriss) fehlen länger. Kevin Diks, der aus privaten Gründen pausierte, wird nach Aussage des Trainers in Hamburg zurückerwartet, sicher ist seine Rückkehr nicht. Bei Franck Honorat und Fritz Fleck ist ein Comeback möglich. Was bedeutet das für die Torerwartung? Beide Teams verlieren Abschlussqualität im Angriff, der HSV zusätzlich die Ordnung im Zentrum vor der Abwehr.
Was gegen Über 2,5 Tore bei HSV – Gladbach spricht
Ein sauberer Tipp braucht die Gegenrechnung, und sie ist hier nicht schwach. Erstens endeten die beiden letzten Direktduelle torlos. Zweitens kassierte Gladbach in den letzten beiden Pflichtspielen kein Gegentor, und Batz hat dabei solide gehalten. Drittens erzielte der HSV in vier seiner acht Ligaspiele keinen einzigen Treffer, darunter in Paderborn mit nur 0,46 erwarteten Toren. Fehlen vorn Poulsen, Kleindienst, Kühn und Bolin, sinkt das Angriffspotenzial auf beiden Seiten spürbar, und ein zähes 1:1 wäre in einem Kellerduell mit viel Druck kein abwegiges Ergebnis.
Warum bleiben wir trotzdem beim Torniveau? Die schwachen Abwehrreihen wiegen schwerer. In Gladbachs acht Ligaspielen fielen im Schnitt gut vier Tore, auch unter Blessin gab es in drei von vier Partien mindestens drei Treffer. Hamburg ließ pro Spiel 1,8 erwartete Gegentore zu, und ohne Kapitän Remberg fehlt nun auch noch der wichtigste Absicherer vor der Dreierkette.
Wett-Tipp und Prognose: HSV – Borussia Mönchengladbach
Hamburg steht als Gastgeber bei 2,42, das Unentschieden bei 3,63, Gladbach bei 2,71. Die höhere Siegquote übertrifft die niedrigere bloß um das 1,12-Fache, nach unserem Maßstab treffen sich hier zwei Teams auf Augenhöhe. Zusammen ergeben die Kehrwerte 105,8 Prozent. Die Richtung des Spiels lässt sich aus den Daten kaum ablesen, das Torniveau dagegen sehr wohl.
Haupttipp: Über 2,5 Tore
Die Herleitung folgt drei Schritten. Im ersten zählen wir die Ergebnisse. In sieben von acht Gladbacher Ligaspielen fielen mindestens drei Tore, beim HSV in fünf von acht. Im zweiten Schritt prüfen wir, ob das Zufall war. Die Chancenwerte sagen nein. In Gladbacher Spielen kamen beide Teams zusammen auf 3,8 erwartete Tore pro Partie, in Hamburger Spielen auf knapp 2,9. Der dritte Schritt betrifft das Personal. Die Ausfälle in Hamburgs Zentrum wiegen für die Abwehr schwerer, als die fehlenden Stürmer das Torpotenzial senken. Nach unserer Rechnung fallen in rund 59 von 100 Fällen mindestens drei Treffer. Verworfen haben wir den naheliegenden Markt, dass beide Teams treffen. Die Quote von 1,50 liegt unter unserem Korridor, und der HSV blieb schon viermal ohne eigenes Tor.
Value-Tipp: Sieg Borussia Mönchengladbach
Ein Auswärtssieg steht bei 2,71, umgerechnet sind das 36,9 Prozent. Für diesen Preis spricht die Lücke zwischen Ertrag und Leistung, denn Gladbach hat fünf Punkte weniger geholt, als es seine Chancen hergaben, während der HSV knapp zwei mehr auf dem Konto hat. Über die letzten fünf Ligaspiele gerechnet, erspielte die Borussia ein Plus beim xG, Hamburg ein Minus von 5,8 zu 7,9. Schon ein Remis kostet diese Wette.
Kombi-/Risiko-Tipp: Exaktes Ergebnis 1:2
Für den Gladbacher 1:2-Sieg gibt es das Zehnfache, also eine Quote von 10,00. Das Ergebnis verbindet die erwartete Tormenge mit dem Gladbacher Sieg und passt zu einem HSV, der trifft, hinten aber wie in Frankfurt zu viel zulässt. Für diesen Ergebnistipp kommt nur ein kleiner Einsatz infrage.
| Tipp | Quote | Quotenart |
| Über 2,5 Tore | 1,61 | Marktquote (Median), Stand 04.11.2026 |
| Sieg Borussia Mönchengladbach | 2,71 | Marktquote (Median), Stand 04.11.2026 |
| Exaktes Ergebnis 1:2 | 10,00 | Marktquote (Median), Stand 04.11.2026 |
Torwette, Auswärtssieg und Ergebnistipp für das Freitagsspiel in Hamburg bietet unter anderem Grandzbet an. Die Konditionen weiterer Anbieter fasst der Wettanbieter-Vergleich zusammen. AGB gelten, 18+.
Offene Abwehrreihen im Volkspark: 1:2 für Gladbach
Unsere Prognose lautet auf ein torreiches Kellerduell, das Gladbach mit 1:2 für sich entscheidet. Mit diesem Ergebnis gehen alle drei Tipps auf, ein 2:2 oder ein 2:1 würde immer noch den Haupttipp tragen. AGB gelten, 18+.
Alle weiteren Analysen zum 9. Spieltag finden sich bei unseren Bundesliga Wett-Tipps.




