Am Freitag, 23. Oktober, endet in der Dortmunder Westfalenhalle die erste Runde der Darts-EM, und der zweite Abend ist der dichtere. Ab 19:00 Uhr spielen Luke Littler, Michael van Gerwen und beide Deutschen, Martin Schindler gegen den an zwei gesetzten Wessel Nijman und Niko Springer gegen Jonny Clayton. Gespielt wird über Best of 11 Legs, wer sechs Legs gewinnt, steht im Achtelfinale am Samstag.
Das Programm am Freitag: Acht Spiele ab 19 Uhr
Die PDC hat für den Freitag eine feste Reihenfolge veröffentlicht, aber keine Anwurfzeiten für die einzelnen Partien. Die Session beginnt um 19:00 Uhr, die Spiele folgen ohne festen Takt aufeinander.
| Nr. | Spiel (Setzplatz) |
| 1 | Ryan Joyce (15) gegen Jermaine Wattimena (18) |
| 2 | Krzysztof Ratajski (3) gegen Dave Chisnall (30) |
| 3 | Nathan Aspinall (6) gegen Cristo Reyes (27) |
| 4 | Jonny Clayton (7) gegen Niko Springer (26) |
| 5 | Luke Littler (11) gegen William O’Connor (22) |
| 6 | Wessel Nijman (2) gegen Martin Schindler (31) |
| 7 | Kevin Doets (14) gegen Michael van Gerwen (19) |
| 8 | Josh Rock (10) gegen Chris Dobey (23) |
Quellen: PDC Schedule of Play, Sessionbeginn zusätzlich laut gambling.com (Stand 22.10., 12:16 Uhr). Die Setzliste richtet sich nach dem Preisgeld der European Tour 2026, nicht nach der Weltrangliste. Wer den Freitag übersteht, hat 20.000 Pfund Preisgeld sicher. Der Sieger aus Littler gegen O’Connor trifft im Achtelfinale auf den Sieger von Aspinall gegen Reyes. Wann und wo die Abende übertragen werden, steht in unserem Ratgeber Darts-EM 2026 live im TV und Stream.
Littler gegen O’Connor: Der Favorit gegen den Mann, der van Gerwen schlug
Littler ist die Nummer eins der Welt und hat 2026 die Weltmeisterschaft, das World Matchplay, die UK Open, die Premier League und die World Masters gewonnen. Bei der EM kam er bisher nie über das Achtelfinale hinaus. In der European Tour spielte er in diesem Jahr nur drei Turniere und gewann zwei davon, eines in Krakau. Ganz ohne Kratzer ist seine Herbstform nicht: Bei den World Series Finals verlor er im Viertelfinale gegen Clayton.
William O’Connor kommt mit einem Erfolgserlebnis nach Dortmund. Bei der Dutch Darts Championship in Maastricht schlug der Ire am vergangenen Wochenende Michael van Gerwen mit 6:5. Über elf Legs bleibt allerdings wenig Raum, um einen schwachen Start aufzuholen.
Nijman gegen Schindler: Schweres Los für den Deutschen
Wessel Nijman ist an zwei gesetzt, weil er in dieser Saison zwei Turniere der European Tour gewonnen hat, darunter im März die European Darts Trophy in Göttingen.
Martin Schindler steckt dagegen in einem schwachen Jahr. Nach einer Auswertung von dartsnews stand er Ende August bei 31 Siegen und 37 Niederlagen. Im World Matchplay verlor er gegen Gerwyn Price trotz einer 6:2-Führung und schied dort zum fünften Mal in Folge in der ersten Runde aus. Sein bestes Ergebnis in der European Tour 2026 war ein Viertelfinale in Sindelfingen. Auf seiner Seite hat er in Dortmund das Publikum.
Niko Springer spielt direkt davor gegen Jonny Clayton. Die Partie haben wir in unserer Analyse zur Darts-EM 2026 ausführlich bewertet, dort steht auch unser Tipp dazu.
Van Gerwen, Wattimena und der Rest des Abends
Michael van Gerwen hat die Europameisterschaft viermal gewonnen, von 2014 bis 2017 in Folge, und stand 2021 noch einmal im Finale. In dieser Saison gewann er kein Turnier der European Tour, in Maastricht schied er gegen O’Connor aus. Sein Gegner Kevin Doets ist an 14 gesetzt und erreichte in diesem Jahr sein erstes Finale auf der European Tour.
Jermaine Wattimena eröffnet den Abend gegen Ryan Joyce. Der Niederländer stand 2024 im Finale der EM und verlor es mit 3:11 gegen Ritchie Edhouse. Danach folgen Ratajski gegen Chisnall und Aspinall gegen Reyes, zum Abschluss treffen Josh Rock und Chris Dobey aufeinander.
Quoten zum Freitag: Littler bei 1,13, van Gerwen nur Außenseiter
| Spiel | Sieg | Handicap (Legs) |
| Aspinall gegen Reyes | 1,63 / 2,23 | Aspinall -2,5: 3,00 / Reyes +2,5: 1,36 |
| Clayton gegen Springer | 1,34 / 3,19 | Clayton -1,5: 1,62 / Springer +1,5: 2,30 |
| Littler gegen O’Connor | 1,13 / 5,57 | Littler -2,5: 1,52 / O’Connor +2,5: 2,50 |
| Nijman gegen Schindler | 1,46 / 2,66 | Nijman -2,5: 2,50 / Schindler +2,5: 1,57 |
| Doets gegen van Gerwen | 1,76 / 2,04 | Doets +1,5: 1,44 / van Gerwen -1,5: 2,65 |
| Rock gegen Dobey | 1,99 / 1,79 | Rock +1,5: 1,60 / Dobey -1,5: 2,38 |
Stand: 22.10.2026, 12:09 bis 12:13 Uhr, im Quotenvergleich (Siegwetten sechs Anbieter, Handicaps drei bis vier). Für Joyce gegen Wattimena und Ratajski gegen Chisnall lag noch kein vergleichbarer Markt vor.
Ohne den Aufschlag der Anbieter sieht der Markt Littler bei 83 Prozent und Nijman bei knapp 65 Prozent. Die größte Überraschung steckt im Duell der Niederländer: Doets geht als Favorit in das Spiel gegen den viermaligen Europameister, van Gerwen kommt nur auf 46 Prozent. Ein Handicap von 2,5 Legs bedeutet, dass der Favorit mit mindestens drei Legs Vorsprung gewinnen muss, also 6:3 oder deutlicher. Wie Matchwetten und Handicaps im Darts funktionieren, erklärt die Seite zu Wetten auf Darts.
Prognose zum EM-Freitag: Schindler hält es enger, van Gerwen ist unterschätzt
Bei Littler gegen O’Connor bietet der Markt keinen Wert: Ein Sieg zu 1,13 deckt sich mit unserer Einschätzung, und auch das Handicap von 2,5 Legs zu 1,52 setzt einen sehr deutlichen Sieg voraus. Interessanter sind die beiden Spiele danach.
Haupt-Tipp: Martin Schindler +2,5 Legs gegen Wessel Nijman · Quote 1,57 (Stand 22.10., 12:13 Uhr)
Die Wette gewinnt, wenn Schindler das Spiel gewinnt oder mit 4:6 beziehungsweise 5:6 verliert. Nijman ist der Favorit, er hat in dieser Saison zwei Turniere der European Tour gewonnen, Schindler steckt in einem schwachen Jahr. Für einen Sieg mit drei oder mehr Legs Vorsprung muss Nijman über elf Legs aber klar dominieren, und dafür ist der Abstand zwischen beiden zu klein: Der Markt traut Schindler in der Siegwette noch 35 Prozent zu, dazu kommen die Dortmunder Halle und die Erfahrung aus dem World Matchplay, wo Schindler gegen Price mit 6:2 führte. Wir sehen Nijman bei 66 Prozent für den Sieg und die Chance auf einen Sieg mit drei Legs Vorsprung bei 33 Prozent, für Schindler +2,5 bleiben 67 Prozent. Die faire Quote liegt bei 1,49, die Marktquote von 1,57 darüber. Verworfen haben wir den Sieg von Nijman zu 1,46: Bei 66 Prozent läge die faire Quote bei 1,52, die Marktquote ist zu niedrig.
Value-Tipp: Sieg Michael van Gerwen gegen Kevin Doets · Quote 2,04 (Stand 22.10., 12:13 Uhr)
Der Markt macht Doets zum Favoriten, weil er in diesem Jahr auf der European Tour erstmals ein Finale erreichte, während van Gerwen dort keinen Titel gewann. Bei der Europameisterschaft ist das Bild ein anderes: Van Gerwen hat sie viermal gewonnen und stand fünfmal im Finale, Doets kam bei der EM noch nie so weit. Die Niederlage gegen O’Connor in Maastricht ging mit 5:6 knapp aus. Wir sehen van Gerwen bei 52 Prozent, die faire Quote liegt bei 1,92, die Marktquote von 2,04 darüber. Der Value-Tipp beruht auf einer anderen Annahme als der Haupt-Tipp, nämlich der Erfahrung van Gerwens auf der großen Bühne, die der Markt geringer gewichtet als die Form der European Tour.
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