Carlos Alcaraz trifft am Freitag, 6. November, im Viertelfinale des Masters in Paris auf Taylor Fritz. Das Match ist auf dem Court Central für frühestens 19:00 Uhr angesetzt. Alcaraz kommt ausgeruht, er hatte am Donnerstag nach der Absage von Matteo Berrettini spielfrei. Fritz bestreitet sein viertes Match an vier Tagen und spielt in Paris auch um seinen Platz bei den ATP Finals in Turin. Die Buchmacher sehen Alcaraz klar vorn. Wir auch, nur lässt der Preis dafür keinen Spielraum.
Was der Markt erwartet
Im Quotenvergleich steht Alcaraz im Schnitt bei 1,32, Fritz bei 3,37. Ohne die Marge der Buchmacher entspricht das rund 72 Prozent für den Spanier und 28 Prozent für den Amerikaner. Diese Zahl ist der Ausgangspunkt. Rechtfertigen Form, Belastung und direkter Vergleich eine deutlich andere Verteilung?
| Merkmal | Alcaraz | Fritz |
| Setzliste Paris | 2 | 11 |
| Weg ins Viertelfinale | Freilos, 7:6, 6:3 gegen Michelsen, kampflos gegen Berrettini | 3:6, 6:3, 6:4 gegen Bonzi, 6:7, 7:5, 7:6 gegen Molcan, 6:3, 6:4 gegen Fils |
| Turniere im Herbst | Titel Tokio, dritte Runde Shanghai, Titel Wien | Erste Runde Tokio, dritte Runde Shanghai, Finale Lyon, Halbfinale Basel |
| Matches in Paris | 1 | 3 |
| Direkter Vergleich | klar vorn | 1 Sieg (Laver Cup 2025) |
| Siegquote im Schnitt | 1,32 | 3,37 |
Alcaraz und die Wiener Woche
Der Spanier hat in Wien fünf Matches gewonnen und das Turnier ohne Satzverlust abgeschlossen. Karen Khachanov, Nikoloz Basilashvili, Tommy Paul, Daniil Medvedev und im Finale Alex de Minaur waren die Gegner. Mehrere dieser Sätze gingen in den Tiebreak, gegen Basilashvili sogar mit 13:11. Das zeigt zweierlei. Alcaraz gewinnt die engen Phasen, aber er dominiert in der Halle nicht jeden Gegner so, wie es die Ergebnisse auf den ersten Blick nahelegen.
In Paris hat er bisher genau ein Match bestritten. Nach dem Freilos schlug er Alex Michelsen am Mittwochabend mit 7:6, 6:3, am Donnerstag gab Berrettini vor dem Achtelfinale auf. Der Rhythmus fehlt ihm also ein wenig, die Frische dafür nicht. Ein Ausreißer im Herbst bleibt die Niederlage gegen Zizou Bergs in der dritten Runde von Shanghai.
Fritz zwischen Form und Belastung
Fritz ist in Paris sichtbar besser geworden. Gegen Benjamin Bonzi gab er den ersten Satz ab und drehte das Match noch, gegen Alex Molcan verlor er den ersten Satz im Tiebreak mit 6:8, holte den zweiten mit 7:5 und rettete sich im dritten Durchgang noch einmal in den Tiebreak, den er dann für sich entschied. Knapp war das. Am Donnerstagabend gegen Arthur Fils, den an Nummer sechs gesetzten Franzosen, folgte das klarste Match der Woche mit 6:3, 6:4.
Das kostet Kraft. Seit Mitte Oktober hat Fritz in Lyon, Basel und Paris elf Matches gespielt, in Lyon verlor er erst im Finale gegen Lorenzo Musetti, in Basel im Halbfinale gegen Valentin Vacherot. Das Match gegen Fils begann am Donnerstag um 19:15 Uhr. Bis zum Viertelfinale bleibt ihm damit weniger als ein Tag, Alcaraz hat seit Mittwochabend Pause.
Was für Fritz in Turin auf dem Spiel steht
Sechs Spieler haben ihren Platz bei den ATP Finals sicher, darunter Alcaraz. Um die letzten beiden Plätze kämpfen in Paris noch Fritz und Paul, Frances Tiafoe und Rafael Jódar stehen derzeit auf den Qualifikationsrängen. Fritz ist dabei, wenn er das Finale erreicht. Ein Halbfinale reicht, solange Paul nicht ins Endspiel kommt. Paul spielt um 14:00 Uhr gegen Ben Shelton, Fritz weiß vor seinem eigenen Match also schon, wie viel er braucht.
Gewinnt Alcaraz am Abend, ist Fritz raus aus dem Rennen, und Jódar wäre in Turin, sofern Paul nicht das Finale erreicht. Den Stand vor dem Paris-Wochenende zeigt unser Überblick Kampf um Turin.
Direkter Vergleich und Matchup
Alcaraz führt im direkten Vergleich deutlich. Er gewann unter anderem das Viertelfinale von Miami 2023, das Halbfinale von Wimbledon 2025, das Finale von Tokio 2025 und das Gruppenspiel bei den ATP Finals 2025 in drei Sätzen. Fritz‘ einziger Sieg gelang ihm beim Laver Cup 2025, im September dieses Jahres verlor er dort im Match-Tiebreak mit 11:13.
Fritz lebt vom ersten Aufschlag und einer flachen Vorhand, die auf dem schnellen Belag in Paris gut durchkommt. Alcaraz kann die Ballwechsel variieren, mit Stopps, Netzangriffen und Tempowechseln. Mit diesen Wechseln kam Fritz in den bisherigen Duellen am schlechtesten zurecht. Hält Fritz seinen Aufschlag sicher, werden die Sätze eng, und Tiebreaks sind eher Lotterie als Spiegel der Klasse. Wie man solche Verläufe in Satz- und Spielwetten liest, erklärt unsere Seite zu den Tennis-Wetten.
Prognose Alcaraz gegen Fritz
Wir setzen die Chance von Alcaraz bei 74 Prozent an. Für ihn sprechen die Wiener Form, der freie Donnerstag und das klare Duellbild der letzten Jahre. Fritz‘ Aufschlag und seine Woche in Paris halten ihn im Spiel, die Belastung zieht ihn wieder nach unten. Daraus ergibt sich eine faire Quote von 1,35 für Alcaraz und 3,85 für Fritz.
Beide Preise liegen damit knapp unter unseren fairen Werten. Ein Tipp auf Alcaraz zu 1,32 hätte keinen Vorsprung. Fritz zu 3,37 wäre zu billig verkauft. Wir verzichten deshalb auf einen Tipp auf den Sieger. Der Markt hat die Lage aus unserer Sicht richtig erfasst, und ohne Vorsprung lohnt kein Einsatz.
Am wahrscheinlichsten ist ein Sieg von Alcaraz in zwei Sätzen, wobei mindestens ein Tiebreak gut möglich ist. Nach diesem Match folgt auf dem Court Central noch Casper Ruud gegen Nuno Borges. Wie Ruud in dieses Viertelfinale gekommen ist, steht in unserer Vorschau zu Struff gegen Ruud.




