Hannover 96 hat die Nachfolge von Christian Titz geklärt: Sandro Wagner übernimmt die Profimannschaft und unterschreibt bis zum 30. Juni 2028. Am Montag, dem 21. September, wurde der 38-Jährige um 12 Uhr offiziell vorgestellt, um 15 Uhr leitete er erstmals das Training.
Die erste Einheit auf dem Trainingsplatz an der Heinz von Heiden Arena ist öffentlich. Vorgestellt wurde Wagner im Rahmen einer Pressekonferenz, die der Klub auf seinem YouTube-Kanal übertrug. Die Entscheidung zum Trainerwechsel war nach Klubangaben am Wochenende zuvor gefallen, die Suche nach einem Nachfolger nahm anschließend mehrere Tage in Anspruch.
Das Zweitligaspiel gegen den VfL Bochum am Sonntag leitete noch U23-Trainer Lars Barlemann als Interimscoach. Hannover gewann 2:1 und holte damit den ersten Heimsieg der Saison. Nach sechs Spieltagen steht der Klub mit zwei Siegen, einem Unentschieden und drei Niederlagen bei sieben Punkten auf Rang zehn, das Torverhältnis lautet 7:9.
Geschäftsführer Sport Jonas Boldt begründete die Wahl damit, dass Wagner sich „wirklich intensiv mit Hannover 96, unserem Kader und dem bisherigen Saisonverlauf auseinandergesetzt“ habe und in den Gesprächen „außergewöhnlich gut vorbereitet“ gewesen sei. Sportdirektor Ralf Becker beschrieb Wagners Ansatz als „offensiv, intensiv und mutig mit aggressivem Pressing“. Wagner selbst nannte Hannover einen „Klub mit Wucht“ und verwies auf Tradition, Fankultur und Umfeld.
Vom Aufstieg mit Unterhaching über die Heim-EM zum FC Augsburg
Wagners Trainerlaufbahn begann 2020 beim DFB im Nachwuchsbereich. Im Sommer 2021 übernahm er die erste Mannschaft der SpVgg Unterhaching und führte sie zwei Jahre später als Meister der Regionalliga Bayern in die 3. Liga. Danach kehrte er zum Verband zurück, war kurz Co-Trainer der U20 und gehörte ab September 2023 zum Trainerteam von Bundestrainer Julian Nagelsmann, unter anderem bei der Heim-Europameisterschaft 2024.
Zur Saison 2025/26 wechselte Wagner als Cheftrainer zum FC Augsburg und arbeitete dort erstmals in der Bundesliga. Anfang Dezember 2025 endete die Zusammenarbeit. Die UEFA-Pro-Lizenz besitzt er seit Januar 2026, in Hannover übernimmt er also seine dritte Cheftrainerstation und die erste im Unterhaus.
Als Spieler kam der gebürtige Münchner auf 180 Bundesligaspiele mit 44 Toren. Ausgebildet beim FC Bayern, spielte er unter anderem für Werder Bremen, Hertha BSC, den SV Darmstadt 98 und die TSG 1899 Hoffenheim, ehe er nach München zurückkehrte. Er gewann dreimal die deutsche Meisterschaft und einmal den DFB-Pokal, wurde 2009 mit der U21 Europameister und bestritt acht Länderspiele mit fünf Toren, darunter der Gewinn des Confed Cups 2017. Nach dem Karriereende im Sommer 2020 arbeitete er als TV-Experte und Co-Kommentator für das ZDF und DAZN.
Wagners Pflichtspiel-Debüt kommt erst am 10. Oktober in Magdeburg
Die Länderspielpause verschafft dem neuen Trainer eine ungewöhnlich lange Vorbereitungszeit. Der 7. Spieltag der 2. Bundesliga steigt erst am Wochenende des 10. Oktober, Hannover tritt dann am Samstag um 13 Uhr beim 1. FC Magdeburg an. Zwischen der ersten Einheit und dem ersten Pflichtspiel liegen damit rund drei Wochen, in denen Wagner ohne Spielbelastung arbeiten kann.
Sportlich ist die Ausgangslage offen. An der Spitze der Liga stehen Hertha BSC mit 18 Punkten aus sechs Spielen und der 1. FC Nürnberg mit 16, Hannover liegt elf Punkte hinter dem Tabellenführer. Magdeburg rangiert mit zehn Punkten auf Platz sechs. Für den Wettmarkt bedeutet die Pause, dass zu Wagners erstem Spiel vorerst nichts gehandelt wird: Der Quotenvergleich führte die Partie in Magdeburg am 21. September noch ohne Kurse. Wie sich der Trainerwechsel auf die Erwartungen auswirkt, wird sich erst zeigen, wenn die Märkte in der Woche vor dem Spieltag öffnen. Die Vorgeschichte des Wechsels steht im Beitrag zur Trennung von Christian Titz, die aktuellen Prognosen zur Liga sammelt die Seite mit den 2. Bundesliga Wett-Tipps.




