Die Formel 1 fährt vom 6. bis 8. November in Interlagos, Rennen ist am Sonntag. Die Fahrer-WM ist seit Mexiko entschieden: Kimi Antonelli liegt vier Rennen vor Schluss uneinholbar vorn. Offen sind noch die Konstrukteurswertung und die Frage, wer die letzten Rennen der Saison prägt.
Warum die Fahrer-WM schon entschieden ist
Antonelli kam in Mexiko als Dritter ins Ziel und hat jetzt 380 Punkte. Dahinter folgen Max Verstappen mit 261, Lewis Hamilton mit 259 und George Russell mit 250 Punkten (formula1.com). Der Vorsprung auf den Zweiten beträgt 119 Punkte. In Brasilien, Las Vegas, Katar und Abu Dhabi sind für einen Fahrer höchstens 100 Punkte zu holen, ein Rennsieg bringt 25. Die Rechnung ist eindeutig. Vor dem Rennen in Mexiko hatte ihm bereits ein neunter Platz für den Titel gereicht (dpa).
Antonelli ist 20 Jahre alt und damit der jüngste Weltmeister der Formel-1-Geschichte. Den bisherigen Rekord hielt Sebastian Vettel mit seinem ersten Titel 2010. Neun seiner 19 Saisonrennen hat Antonelli gewonnen, zuletzt in Austin. Wie die Lage vor der ersten Titelchance aussah, beschreibt unser Beitrag Antonelli vor dem WM-Titel.
Die Konstrukteurs-WM ist noch offen
Mercedes führt mit 630 Punkten vor Ferrari mit 504, Red Bull folgt mit 382 und McLaren mit 365 (formula1.com). Der Abstand zwischen Mercedes und Ferrari beträgt 126 Punkte. Ein Team kann pro Rennen maximal 43 Punkte holen, wenn seine Fahrer Erster und Zweiter werden. Über vier Rennen sind das 172 Punkte.
Rechnerisch ist Ferrari also noch im Rennen. Praktisch kaum. Damit Ferrari den Titel noch holt, müsste Mercedes in mehreren der vier verbleibenden Rennen fast leer ausgehen, während Hamilton und Leclerc gleichzeitig regelmäßig auf dem Podium landen, und das gegen ein Team, das in dieser Saison zwölf der 19 Rennen gewonnen hat. Gelingt Mercedes in Interlagos ein Ergebnis wie in Mexiko mit 23 Punkten, wächst der Vorsprung weiter oder schrumpft nur minimal.
| Team | Punkte | Fahrer |
| Mercedes | 630 | Antonelli 380, Russell 250 |
| Ferrari | 504 | Hamilton 259, Leclerc 245 |
| Red Bull | 382 | Verstappen 261, Hadjar 107 |
| McLaren | 365 | Norris 221, Piastri 144 |
Quelle: formula1.com, Stand nach dem Großen Preis von Mexiko.
Die Form der letzten Rennen
Der Blick auf die Siegerliste zeigt eine Saison in zwei Teilen. Bis September gewann fast immer Mercedes, Antonelli allein acht Mal. Seit Oktober ist Verstappen der Fahrer der Stunde. Er gewann in Bahrain, Singapur und zuletzt in Mexiko mit vier Sekunden Vorsprung vor Hamilton und Antonelli (formula1.com).
Ferrari war in Mexiko mit Hamilton auf Platz zwei und Leclerc auf Platz vier das zweitbeste Team. McLaren hat zwei Saisonsiege durch Lando Norris in Ungarn und den Niederlanden, beide im Sommer.
Was folgt daraus für Interlagos? Die Strecke ist 4,309 Kilometer kurz, das Rennen geht über 71 Runden (formula1.com). Auf kurzen Runden liegen die Zeiten eng beieinander, und eine gute Startposition wiegt schwer. Das Qualifying am Samstag ist deshalb die wichtigste Session des Wochenendes. Einen Sprint gibt es in Brasilien in diesem Jahr nicht.
Einordnung für Wetten auf das Rennen
Nach dem Titelgewinn ändert sich die Ausgangslage. Antonelli fährt ohne Druck, Mercedes braucht noch Punkte für die Teamwertung, und Verstappen hat drei der letzten vier Rennen gewonnen. Für die Siegwette ist die Formkurve der vergangenen Wochen aussagekräftiger als die Gesamtwertung.
Einen Tipp geben wir in dieser Vorschau nicht ab. Für eine Wette auf den Rennsieger fehlt vor dem Wochenende die wichtigste Information, nämlich die Startaufstellung, die auf einer so kurzen Runde wie in Interlagos mehr über das Rennergebnis aussagt als die Form aus Mexiko, Singapur oder Bahrain zusammen. Die Tendenz ist trotzdem klar. Verstappen ist der Mann, den es in Brasilien zu schlagen gilt. Antonelli und Hamilton folgen dahinter.
Wie Sieg-, Podiums- und Duellwetten in der Formel 1 funktionieren, erklärt unsere Seite Formel-1-Wetten.




