Die Erklärung der Wettart, die drei Varianten, die Formel hinter den Quoten, ein Rechenbeispiel aus der Fußball Bundesliga, drei Tipps aus unseren Auswertungen und die Frage, wann sich Doppelte Chance Wetten bei Sportwetten wirklich lohnen.
- Was eine Doppelte Chance Wette ist
- Die drei Varianten 1X, X2 und 12
- Woher die Quoten kommen
- Die Sache mit den 66,67 Prozent
- Ein Beispiel aus der Bundesliga
- Wann diese Wettart Sinn ergibt
- Drei Tipps für die Doppelte Chance Wette
- Vorteile und Nachteile
- In Kombiwetten und bei Livewetten
- Andere Sportarten als Fußball
- Doppelte Chance oder asiatisches Handicap
- Der richtige Wettanbieter für diesen Markt
Was eine Doppelte Chance Wette ist
Die Doppelte Chance Wette ist eine Wettart, bei der ein einziger Tipp gleich zwei von drei Spielausgängen abdeckt. Statt sich zwischen Heimsieg, Remis und Gästesieg zu entscheiden, streicht man einen Ausgang und nimmt die beiden anderen. Tritt einer davon ein, gewinnt die Wette.
Möglich ist diese Wettoption überall, wo ein Spiel drei Ausgänge hat. Deshalb sind Doppelte Chance Wetten vor allem bei Fußballwetten verbreitet: Im Fußball kann eine Partie nach neunzig Minuten unentschieden enden, und genau dieses Unentschieden macht die Wettart erst nötig. Bei Sportwetten auf Tennis, wo es kein Remis gibt, gibt es diese Wettmärkte nicht.
Im Wettprogramm steht die Option meist direkt unter den Siegwetten, gelegentlich als Wettmarkt mit dem Namen Doppelte Chance, bei manchen Anbietern auch nur als Spalte mit den Kürzeln 1X, X2 und 12. Die Doppelte Chance Wette ist bei fast allen Wettanbietern verfügbar und gehört damit zu den Wettmöglichkeiten, die jeder Wettschein hergibt.
Die drei Varianten 1X, X2 und 12
Es gibt drei Varianten der Doppelten Chance, und jede schließt genau einen Ausgang aus.
| Kürzel | Abgedeckt | Ausgeschlossen | Sinnvoll bei |
| 1X | Heimsieg oder Unentschieden | Auswärtssieg | starkes Team zu Hause, unsichere Form |
| X2 | Unentschieden oder Gästesieg | Heimsieg | Favorit reist zum Außenseiter |
| 12 | Heimsieg oder Auswärtssieg | Remis | zwei offensive Teams, Pokalspiel |
Die Variante 12 fällt aus dem Rahmen: Sie ist die einzige, bei der das Unentschieden der Verlustfall ist. Wer 12 spielt, wettet also nicht auf den Sieg einer Mannschaft, sondern darauf, dass irgendeine Mannschaft die Partie für sich entscheidet. In Ligen, in denen häufig kein Team als Sieger vom Platz geht, ist das teurer, als die Quote vermuten lässt. Tipps auf 12 gehören deshalb in die Vorbereitung und nicht in den Wettschein kurz vor dem Anpfiff.
Woher die Quoten kommen
Die Wettquoten einer Doppelten Chance sind nicht frei gewählt, sondern lassen sich aus den drei Quoten der Siegwette ausrechnen. Die Formel lautet: eins geteilt durch die Summe der Kehrwerte der beiden abgedeckten Ausgänge.
X2 ergibt sich aus 1 geteilt durch (1/Quote Remis + 1/Quote Gästesieg)
12 ergibt sich aus 1 geteilt durch (1/Quote Heimsieg + 1/Quote Gästesieg)
Der Vorteil dieser Prüfung: Liegt die angebotene Quote unter dem errechneten Wert, verlangt der Buchmacher hier mehr Marge als bei der einfachen Siegwette. Genau das ist bei dieser Wettart häufig der Fall, weil der Markt seltener nachgerechnet wird.
Die Sache mit den 66,67 Prozent

In vielen Erklärungen zu Sportwetten steht, die Doppelte Chance Wette biete eine Gewinnchance von 66,67 Prozent, weil zwei von drei Spielausgängen abgedeckt sind. Rechnerisch gilt das aber nur, wenn alle drei Ausgänge gleich wahrscheinlich sind, und das ist bei keinem einzigen Spiel der Fall.
Die tatsächliche Gewinnwahrscheinlichkeit ist die Summe der beiden abgedeckten Einzelwahrscheinlichkeiten. Bei einem Favoritenspiel mit den Quoten 1,40 auf Heimsieg, 4,50 auf Remis und 7,00 auf Gästesieg liegt 1X bei rund 93 Prozent, X2 dagegen bei knapp 36 Prozent. Von 66,67 Prozent ist in keinem der beiden Fälle etwas zu sehen.
Für die eigene Strategie heißt das: Wer eine Doppelte Chance Wette einschätzen will, addiert die Kehrwerte der beiden Wettquoten, die er abdecken möchte.
Ein Beispiel aus der Bundesliga
Ein Beispiel aus der Fußball Bundesliga, ein Heimspiel des Tabellenführers gegen einen Aufsteiger am selben Spieltag. Typische Wettquoten für eine solche Partie:
- Heimsieg 1,45 · Remis 4,60 · Gästesieg 6,50
- 1X (Heimsieg oder Remis): errechnet 1,10, angeboten meist 1,08
- 12 (Heimsieg oder Gästesieg): errechnet 1,19, angeboten meist 1,17
- X2 (Remis oder Gästesieg): errechnet 2,69, angeboten meist 2,60
Bei zehn Euro Einsatz bringt 1X also 80 Cent Gewinn. Das ist die Rechnung hinter dem Gefühl, hier sicherer zu liegen: Bei einer Quote von 1,08 müssen mehr als zwanzig von einundzwanzig Wetten treffen, damit am Ende etwas übrig bleibt.
Interessant wird es in der Gegenrichtung: X2 mit 2,60 auf den Aufsteiger, der gegen einen Spitzenreiter nur ein Remis holen muss. Wer diesem Team gegen einen so starken Gegner einen Punkt zutraut, findet hier deutlich mehr Wert als in der reinen Siegwette auf den Gast.
Wann diese Wettart Sinn ergibt
- Der Außenseiter als Ausgangspunkt. X2 auf einen Underdog liefert eine brauchbare Quote und braucht nur einen Punkt. Das ist die einzige Konstellation, in der die Doppelte Chance regelmäßig Quoten über 2,00 hergibt.
- Ein Favorit mit Personalsorgen. Wenn ein Team klar besser ist, aber halb verletzt anreist, deckt 1X den wahrscheinlichsten und den zweitwahrscheinlichsten Ausgang ab.
- Das Pokalspiel ohne Remis-Option. Bei Partien, die in die Verlängerung gehen können, zählt für die Wette in der Regel nur die reguläre Spielzeit. Ein 12-Tipp setzt dann darauf, dass in neunzig Minuten eine Entscheidung fällt.
Keinen Sinn ergeben Tipps auf 1X bei einem großen Favoriten. Quoten um 1,05 sind bei jedem Anbieter das schlechteste Angebot im gesamten Wettmarkt, und der Aufwand für die Analyse steht in keinem Verhältnis zum Gewinn.
Drei Tipps für mehr Erfolg mit dieser Wettoption
Aus unseren Auswertungen zu Sportwetten lassen sich drei Tipps ableiten, die aus einer Doppelte Chance Wette eine Strategie machen statt nur eine Absicherung.
- Tipps zuerst gegen den Quotenvergleich halten. Die Wettquoten für die Doppelte Chance Wette weichen zwischen den Häusern stärker ab als bei der Siegwette. Ein Beispiel: 1,08 bei einem Wettanbieter gegen 1,12 beim nächsten bedeuten fünfzig Prozent mehr Gewinn, und das ohne jedes zusätzliche Risiko.
- Den Value im X suchen. Das X steht für das Unentschieden, und dieses X ist in den Wettmärkten der am schlechtesten eingeschätzte Ausgang. Wer einer Mannschaft gegen einen stärkeren Gegner ein Remis zutraut, findet im Grunde mehr Value in X2 als in einer reinen Wette auf den Sieg des Außenseiters.
- Die Anzahl der Tipps je Spieltag begrenzen. Bei Fußballwetten mit niedrigen Quoten verleitet die hohe Trefferquote dazu, jedes Spiel mitzunehmen. Drei geprüfte Partien je Spieltag bringen mehr Erfolg als neun aus dem Bauch, denn jede Doppelte Chance Wette auf ein Team, das man nicht kennt, ist ein Beispiel für vergebene Marge.
Für andere Sportarten gelten dieselben Tipps. Im Eishockey und im Handball sind die Möglichkeiten kleiner, die Nachteile der niedrigen Quoten aber genau dieselben, und auch dort entscheidet die Wahl des Wettanbieters über den Erfolg auf lange Sicht.
Vorteile und Nachteile der Doppelten Chance Wette
- Zwei Spielausgänge auf einem Tipp, das Risiko sinkt messbar
- Schutz vor dem Unentschieden, dem häufigsten Ärgernis bei Siegwetten
- Bei Außenseitern Quoten, die sich rechnen lassen
- Als Baustein in Kombiwetten drückt jede Auswahl das Gesamtrisiko
- In fast jedem Wettangebot vorhanden, auch live
- Die Quoten liegen meist zwischen 1,10 und 1,40 und damit sehr niedrig
- Die Marge des Buchmachers ist in diesem Markt oft höher als bei 1X2
- Ein Fehltipp frisst den Gewinn vieler erfolgreicher Wetten
- Bei Bonusbedingungen scheitern die Quoten häufig an der Mindestquote
- Die verbreitete Angabe von 66,67 Prozent verleitet zu falscher Sicherheit
Die Doppelte Chance Wette in Kombiwetten und Livewetten
Eine Doppelte Chance Wette kann in Kombiwetten verwendet werden, und genau dort hat sie ihren stärksten Auftritt. Vier Auswahlen mit je 1,25 ergeben eine Gesamtquote von 2,44, und jede einzelne davon deckt zwei Ausgänge ab. Wie sich Quoten und Risiko auf einem solchen Schein multiplizieren, steht im Ratgeber zur Kombiwette.
Bei Livewetten steht die Doppelte Chance ebenfalls zur Verfügung. Interessant ist sie vor allem nach einem frühen Rückstand des Favoriten, wenn die Quote auf 1X plötzlich bei 1,60 statt 1,08 liegt. Was in Deutschland live überhaupt angeboten werden darf, ist gesetzlich geregelt und steht bei den Live Wetten.
Ein dritter Weg sind Halbzeit-Märkte: Die Doppelte Chance kann auch für Halbzeit-Ergebnisse genutzt werden, also für den Stand nach fünfundvierzig Minuten. Weil in der ersten Hälfte deutlich mehr Partien unentschieden stehen, sind dort die Quoten auf 1X und X2 höher als für das gesamte Spiel.
Andere Sportarten als Fußball
Drei Ausgänge gibt es außerhalb des Fußballs seltener, als man denkt.
- Eishockey. In der regulären Spielzeit ist ein Remis möglich, deshalb bieten viele Wettanbieter hier eine Doppelte Chance Wette an. Wichtig ist der Blick in die Regeln: Zählt die Verlängerung mit, fällt der Markt weg.
- Handball. Unentschieden sind seltener als im Fußball, aber möglich. Die Quoten auf 12 liegen hier besonders niedrig.
- Basketball und Tennis. Kein Remis, also keine Doppelte Chance. Statt dieser Wettoption arbeiten Tipper dort mit dem Handicap.
Doppelte Chance oder asiatisches Handicap
Wer das Unentschieden loswerden will, hat eine zweite Möglichkeit: das asiatische Handicap mit der Linie 0. Dort wird der Einsatz bei einem Remis zurückgezahlt, statt dass die Wette verloren geht. Die Quote liegt dabei höher als bei 12 und meist auch höher als bei der entsprechenden Doppelten Chance, weil der Buchmacher in dieser Linie weniger Marge veranschlagt.
Der Unterschied in der Praxis: Die Doppelte Chance 1X gewinnt bei einem Remis, das Handicap 0 gibt bei einem Remis nur den Einsatz zurück. Dafür zahlt das Handicap bei einem Sieg deutlich mehr aus. Welche der beiden Formen mehr einbringt, entscheidet allein die Wahrscheinlichkeit eines Remis in dieser Partie. Die Linien und ihre Rückzahlungsregeln stehen beim asiatischen Handicap.
Worauf es beim Wettanbieter für Doppelte Chance Wetten ankommt
Weil die Quoten hier so niedrig sind, entscheidet der Quotenschlüssel stärker als bei jeder anderen Wettart: Zwei Hundertstel bei 1,10 sind fast zwei Prozent des möglichen Gewinns.
- Quotenschlüssel im Markt Doppelte Chance, nicht nur bei 1X2. Manche Häuser rechnen die Doppelte Chance großzügig, andere schlagen dort zusätzlich auf.
- Verfügbarkeit in tieferen Ligen. In der Bundesliga hat jeder den Markt, in der dritten spanischen Liga nicht mehr jeder.
- Mindestquote bei Bonusangeboten. Liegt sie bei 1,50, sind 1X-Tipps auf Favoriten für Neukunden nach den AGB wertlos.
- Zulassung durch die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder. Nur mit dieser Erlaubnis ist ein Angebot in Deutschland legal.
Drei geprüfte Häuser aus unserem Test stehen auf dieser Seite; die gemessenen Quotenschlüssel aller Wettanbieter führt der Wettanbieter Vergleich.
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Golazzo Stärken
- Wettsteuer-Freiheit: keine 5,3-%-Wettsteuer
- Zahlungsmethoden: von Visa über Google Pay bis zu Bitcoin
- Wettangebot: über 30 Sportarten
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Granawin Stärken
- Besonders umfangreiches Fußballwettangebot
- Hervorragende Wettquoten bis 95%
- bis zu 45 Sportarten
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GrandzBet Stärken
- Über 35 Sportarten zum Wetten
- Viele Zahlungsoptionen
Niedriges Risiko ist nicht dasselbe wie sicher
Häufige Fragen zur Doppelten Chance Wette
Ein Tipp deckt zwei von drei Spielausgängen ab. Man streicht einen Ausgang und gewinnt, wenn einer der beiden anderen eintritt. Die Quote fällt dafür deutlich niedriger aus als bei der einfachen Siegwette, weil der Buchmacher zwei Möglichkeiten gegen sich hat.
X2 deckt Unentschieden und Auswärtssieg ab und schließt den Heimsieg aus. Die Variante lohnt sich vor allem, wenn ein Favorit auswärts antritt oder wenn man einem Außenseiter mindestens einen Punkt zutraut. Sie liefert die höchsten Quoten der drei Varianten.
12 deckt Heimsieg und Auswärtssieg ab; verloren ist die Wette nur beim Unentschieden. Sie ist damit die einzige Variante, die nicht auf eine Mannschaft setzt, sondern darauf, dass die Partie überhaupt einen Sieger findet.
Nur theoretisch. Zwei von drei Spielausgängen ergeben 66,67 Prozent allein dann, wenn alle drei gleich wahrscheinlich sind, und das ist bei keinem Spiel so. Die echte Wahrscheinlichkeit ist die Summe der Kehrwerte der beiden abgedeckten Quoten, je nach Partie zwischen 35 und über 90 Prozent.
Ja, der Markt steht bei den meisten Anbietern auch im laufenden Spiel zur Verfügung. Nach einem frühen Gegentreffer des Favoriten steigen die Quoten auf 1X spürbar an. In Deutschland ist das Live-Angebot allerdings auf bestimmte Wettarten begrenzt.
Meist nicht. Viele Bonusbedingungen verlangen eine Mindestquote von 1,50 oder 2,00, und die Wettquoten einer Doppelten Chance Wette liegen häufig zwischen 1,10 und 1,40. Nur X2-Tipps auf Außenseiter kommen regelmäßig über diese Schwelle.
Zwei Ausgänge, eine kleine Quote, eine klare Rechnung
Die Doppelte Chance Wette nimmt einem als einzige Wettart die schwerste Entscheidung ab und verlangt dafür den größten Teil der Quote. Für Favoritentipps ist sie deshalb kaum zu gebrauchen, für Außenseiter und für Kombiwetten dagegen eine der nützlichsten Wettmöglichkeiten im ganzen Angebot.
Wer diese Wettart bei Sportwetten ernsthaft nutzen will, rechnet die drei Quoten der Partie gegen und vergleicht das Ergebnis mit dem Angebot. Das kostet zwei Minuten und ist der einzige Weg, in einem Markt mit Quoten um 1,20 überhaupt einen Vorteil zu finden.
Stand: September 2026. Die genannten Quoten sind typische Werte für Bundesliga-Partien mit klarem Favoriten; die Formeln haben wir am 30. September nachgerechnet.




