Die Spitzengruppe mit Tempomachern beim Chicago Marathon (Archivbild, Oktober 2022). Am Sonntag starten die Profis um 14:30 Uhr MESZ. Foto: ChicagoPhotographer/Shutterstock.com Der 48. Chicago Marathon startet am Sonntag, dem 11. Oktober, um 14:30 Uhr MESZ im Grant Park. Jacob Kiplimo und Hawi Feysa verteidigen ihre Titel gegen ein Feld, das der Veranstalter zu den stärksten der Renngeschichte zählt. Mit Hendrik Pfeiffer steht ein Deutscher in der Meldeliste, die Rollstuhlrennen prägen die Schweizer Marcel Hug, Catherine Debrunner und Manuela Schär.
Startzeiten am 11. Oktober: Der Zeitplan des Chicago Marathon in MESZ
Chicago liegt sieben Stunden hinter der deutschen Zeit. Gestartet wird nach dem offiziellen Zeitplan des Veranstalters in kurzen Abständen, die Profis gehen um 7:30 Uhr Ortszeit auf die Strecke. Start und Ziel liegen im Grant Park, das Rennen führt durch 29 Stadtteile und endet auf der Columbus Drive. Erwartet werden mehr als 55.000 Teilnehmer, so viele wie nie zuvor.
| Wettbewerb | Ortszeit (CDT) | MESZ |
| Rollstuhl Männer | 7:20 Uhr | 14:20 Uhr |
| Rollstuhl Frauen | 7:21 Uhr | 14:21 Uhr |
| Handbike | 7:23 Uhr | 14:23 Uhr |
| Profis Männer und Frauen | 7:30 Uhr | 14:30 Uhr |
| Welle 1 | 7:35 Uhr | 14:35 Uhr |
| Welle 2 | 8:00 Uhr | 15:00 Uhr |
| Welle 3 | 8:35 Uhr | 15:35 Uhr |
Der Veranstalter weist darauf hin, dass sich die Zeiten noch ändern können (Stand 07.10., 11:42 Uhr). Das US-Fernsehen überträgt von 7 bis 11 Uhr Ortszeit, also von 14 bis 18 Uhr MESZ. Als internationale Partner nennt der Veranstalter unter anderen Eurosport und den Olympic Channel. Ob und auf welchem Kanal das Rennen in Deutschland live zu sehen ist, war bis Mittwochmittag nicht bestätigt.
Streckenrekorde in Chicago: Kiplimos Bestzeit liegt unter der Marke von Kiptum
Der flache Kurs gilt als einer der schnellsten der Welt. Sieben Weltrekorde sind in Chicago gelaufen worden. Den Streckenrekord der Männer hält Kelvin Kiptum mit 2:00:35 Stunden aus dem Jahr 2023, damals Weltrekord. Bei den Frauen steht seit 2024 die 2:09:56 von Ruth Chepngetich. Die Kenianerin wurde im Oktober 2025 wegen eines Verstoßes gegen die Anti-Doping-Regeln für drei Jahre gesperrt, ihr Rekord bleibt aber bestehen, weil der positive Test aus dem Frühjahr 2025 stammt (Athletics Integrity Unit, laut ESPN und Chicago Sun-Times).
Kiplimo ist damit der einzige Mann im Feld, dessen Bestzeit schon unter dem Streckenrekord liegt. Im April lief er beim London Marathon 2:00:28 Stunden und wurde Dritter hinter Sabastian Sawe (1:59:30, Weltrekord) und Yomif Kejelcha (1:59:41). Den Sieg in Chicago holte er im Vorjahr in 2:02:23 Stunden, der zweitschnellsten Siegerzeit der Renngeschichte. Bei den Frauen ist der Abstand größer: Die schnellste Bestzeit im Feld gehört Brigid Kosgei mit 2:14:04, gut vier Minuten über dem Streckenrekord.
Für den Renntag erwartet der US-Wetterdienst teils sonniges Wetter mit einem Höchstwert von 22 Grad, in der Nacht davor soll die Temperatur nicht unter 17 Grad fallen (Prognose vom 07.10., 11:11 Uhr MESZ). Für einen Morgenstart ist das eher warm, die Prognose kann sich bis Sonntag noch verschieben.
Männerfeld beim Chicago Marathon 2026: Kiplimo gegen seine Verfolger aus dem Vorjahr
| Läufer | Nation | Bestzeit |
| Jacob Kiplimo | Uganda | 2:00:28 (London 2026) |
| Amos Kipruto | Kenia | 2:01:39 (London 2026) |
| Milkesa Mengesha | Äthiopien | 2:03:17 (Berlin 2024) |
| Tadese Takele Bikila | Äthiopien | 2:03:23 (Tokio 2025) |
| Daniel Mateiko | Kenia | 2:03:44 (Tokio 2026) |
| Asrar Hiyrden | Äthiopien | 2:03:59 (Sevilla 2026) |
| Charles Hicks | USA | 2:04:35 (Boston 2026) |
| Hendrik Pfeiffer | Deutschland | 2:06:34 (Boston 2026) |
Bestzeiten laut Meldeliste des Veranstalters vom 23. Juli. Kiplimo kommt mit einer starken Saison nach Chicago. Neben Platz drei in London gewann er im Frühjahr zum dritten Mal in Folge den Titel bei der Crosslauf-WM und lief laut Veranstalter in Lissabon Weltrekord im Halbmarathon (57:20 Minuten). Im Vorjahr hatte er in Chicago 1:31 Minuten Vorsprung auf Amos Kipruto, der 2:03:54 lief. Der Kenianer war 2024 Dritter und 2025 Zweiter in Chicago und verbesserte sich in London um drei Minuten auf 2:01:39.
Der Dritte des Vorjahres fehlt: Alex Masai hat seine Teilnahme abgesagt. Dafür hat der Veranstalter im September den Belgier Bashir Abdi nachgemeldet. Mit Milkesa Mengesha steht der Berlin-Sieger von 2024 im Feld, Tadese Takele Bikila hat zweimal in Folge den Tokio Marathon gewonnen. Bester US-Läufer ist Charles Hicks, dessen 2:04:35 aus Boston die zweitschnellste Zeit eines Amerikaners ist. Auch Galen Rupp, Chicago-Sieger von 2017, ist gemeldet.
Hinter Hendrik Pfeiffer steht ein Fragezeichen. Der Düsseldorfer musste im August wegen eines Ermüdungsbruchs auf den EM-Marathon in Birmingham verzichten, wie Runner’s World berichtete. In der Abmeldeliste des Veranstalters vom 5. Oktober taucht er nicht auf.
Frauenfeld beim Chicago Marathon 2026: Feysa, Kosgei und Lokedi
| Läuferin | Nation | Bestzeit |
| Brigid Kosgei | Kenia | 2:14:04 (Chicago 2019) |
| Hawi Feysa | Äthiopien | 2:14:56 (Chicago 2025) |
| Sutume Kebede | Äthiopien | 2:15:55 (Tokio 2024) |
| Megertu Alemu | Äthiopien | 2:16:34 (London 2024) |
| Brillian Kipkoech | Kenia | 2:17:05 (Hamburg 2026) |
| Sharon Lokedi | Kenia | 2:17:22 (Boston 2025) |
Hawi Feysa gewann 2025 in 2:14:56 Stunden mit 2:22 Minuten Vorsprung auf Megertu Alemu, die ebenfalls wieder antritt. In dieser Saison war die Äthiopierin seltener im Rennen, beim Tokio Marathon wurde sie wie im Vorjahr Dritte. Vor dem Rennen gab sie das Podium als wichtigstes Ziel aus.
Die gefährlichste Gegnerin kommt mit Rückenwind: Brigid Kosgei hat im Frühjahr den Tokio Marathon in 2:14:29 gewonnen und läuft zum ersten Mal seit ihrem Weltrekordsieg 2019 wieder in Chicago, wo sie schon zweimal gewonnen hat. Sharon Lokedi siegte laut Veranstalter 2025 und 2026 in Boston und 2022 in New York. Chicago ist für sie der erste flache Major-Kurs. Bei den US-Läuferinnen gibt Emma Grace Hurley ihr Marathondebüt, sie hatte im März in Chicago den US-Rekord über 8 Kilometer aufgestellt.
Rollstuhlrennen in Chicago: Marcel Hug jagt den fünften Sieg in Folge
Für die Schweiz ist Chicago ein besonderes Rennen. Marcel Hug hat die Rollstuhlwertung der Männer sechsmal gewonnen, darunter die letzten vier Austragungen, und hält seit 2023 den Streckenrekord. Sein schärfster Gegner ist Daniel Romanchuk aus den USA, der als einziger anderer Mann in den vergangenen zehn Jahren in Chicago gewann, zuletzt 2021.
Bei den Frauen fehlt Titelverteidigerin Susannah Scaroni, die eine Babypause einlegt. Damit sind alle anderen Siegerinnen seit 2015 am Start: Tatyana McFadden mit neun Titeln sowie die Schweizerinnen Manuela Schär und Catherine Debrunner mit je zwei.
Favoriten beim Chicago Marathon: Wer Kiplimo und Feysa schlagen kann
Bei den Männern spricht die Zahlenlage klar für Kiplimo. Seine Bestzeit liegt mehr als eine Minute vor der von Kipruto, und im direkten Duell in Chicago hatte er im Vorjahr anderthalb Minuten Vorsprung. Spannender als die Siegfrage ist deshalb, ob Kiplimo bei warmem Wetter an Kiptums 2:00:35 herankommt. Die Verfolger um Kipruto, Mengesha und Takele haben Bestzeiten zwischen 2:01:39 und 2:03:23.
Offener ist das Frauenrennen. Feysa, Kosgei und Kebede liegen in ihren Bestzeiten innerhalb von knapp zwei Minuten, und Kosgei bringt als Tokio-Siegerin die bessere Form aus dem Frühjahr mit. Lokedi hat ihre großen Siege auf welligen Kursen geholt und ist im flachen Chicago schwer einzuschätzen. Siegquoten waren in unseren Quotenquellen für den Chicago Marathon bis Mittwochmittag nicht gelistet.
Die Ausgangslage beim letzten Major vor Chicago beschreibt unsere Vorschau zum Berlin-Marathon 2026 ohne Sawe, die Übertragungswege aus Berlin im TV-Ratgeber zum Berlin-Marathon. Den Überblick über die Bahnsaison liefert der Artikel zur Diamond League 2026.




