Der BMW BERLIN-MARATHON am Sonntag, 27. September 2026, muss ohne seinen Titelverteidiger auskommen: Weltrekordhalter Sabastian Sawe hat seinen Start am 27. August verletzungsbedingt abgesagt. Damit ist das Männerrennen offen, bei den Frauen führt Streckenrekordhalterin Tigst Assefa das Feld an.
Absage von Sabastian Sawe: Der Weltrekordler fehlt in Berlin
Sawe gewann den Berlin-Marathon 2025 in 2:02:16 Stunden, trotz sehr warmer Bedingungen und mit einem Alleingang über die letzten 17 Kilometer. Im April 2026 lief der Kenianer in London 1:59:30 Stunden und blieb damit als erster Mensch in einem regulären Marathon unter zwei Stunden. Seine Rückkehr nach Berlin war schon angekündigt, am 27. August folgte die Absage. „Schweren Herzens muss ich euch mitteilen, dass ich aufgrund einer Verletzung gezwungen bin, meinen Start beim BMW BERLIN-MARATHON abzusagen“, zitiert ihn der Veranstalter. Welche Verletzung Sawe hat, ist nicht bekannt. Renndirektor Mark Milde bedauerte, dass der Titelverteidiger „in diesem Jahr nicht starten kann“. Die Mitteilung steht auf der Seite des BMW BERLIN-MARATHON.
Männerfeld beim Berlin-Marathon 2026: Geay und Adola vorne
Ohne Sawe haben zwei Läufer die schnellsten Bestzeiten im Feld. Gabriel Geay aus Tansania lief 2022 in Valencia als Zweiter 2:03:00 Stunden und wurde 2023 Zweiter in Boston. Der Äthiopier Guye Adola kennt Berlin wie kaum ein anderer: 2017 wurde er hier in 2:03:46 Stunden Zweiter hinter Eliud Kipchoge, 2021 gewann er das Rennen. Im April 2026 siegte der 35-Jährige in Rotterdam in 2:03:54 Stunden und kommt damit mit der besten aktuellen Form nach Berlin.
| Läufer | Nation | Bestzeit | Anmerkung |
| Gabriel Geay | Tansania | 2:03:00 (Valencia 2022) | Zweiter Boston 2023 |
| Guye Adola | Äthiopien | 2:03:46 (Berlin 2017) | Sieg Rotterdam 2026 in 2:03:54 |
| Sebastian Hendel | Deutschland | 2:07:33 (Berlin 2024) | Marathon Team Berlin |
| Haftom Welday | Deutschland | 2:08:13 (Barcelona 2026) | WM 2023 Platz 14 |
| Aaron Bienenfeld | Deutschland | 2:08:47 (Hamburg 2026) | schnellstes deutsches Marathon-Debüt |
| Johannes Motschmann | Deutschland | 2:10:39 | Ziel: unter 2:10:00 |
Vier deutsche Läufer stehen im Elitefeld. Sebastian Hendel ist mit 2:07:33 Stunden der schnellste von ihnen, Aaron Bienenfeld lief im April in Hamburg bei seinem Debüt 2:08:47 Stunden. Johannes Motschmann will erstmals unter 2:10 Stunden bleiben, im Halbmarathon steht er bei 61:47 Minuten.
Frauenfeld beim Berlin-Marathon 2026: Assefa als klare Favoritin
Tigst Assefa lief 2023 in Berlin 2:11:53 Stunden, damals Weltrekord und bis heute Streckenrekord. In London stellte die Äthiopierin 2026 mit 2:15:41 Stunden den Weltrekord für reine Frauenrennen auf. Ihre Landsfrau Amane Beriso hat eine Bestzeit von 2:14:58 Stunden aus Valencia 2022. Titelverteidigerin Rosemary Wanjiru aus Kenia gewann 2025 in 2:21:05 Stunden, nur drei Sekunden vor Dera Dida.
| Läuferin | Nation | Bestzeit oder Referenz |
| Tigst Assefa | Äthiopien | 2:11:53 (Berlin 2023) |
| Amane Beriso | Äthiopien | 2:14:58 (Valencia 2022) |
| Rosemary Wanjiru | Kenia | Siegerin 2025 in 2:21:05 |
| Esther Pfeiffer | Deutschland | 2:37:00 (Köln 2023), Halbmarathon 67:25 (2026) |
Die Deutsche Esther Pfeiffer von Düsseldorf Athletics will laut Veranstalter den deutschen Rekord angreifen. Ihre Marathon-Bestzeit von 2:37:00 Stunden stammt aus dem Jahr 2023, im März 2026 lief sie beim Berliner Halbmarathon 67:25 Minuten.
Streckenrekorde in Berlin: Warum ohne Sawe kein Rekordrennen zu erwarten ist
Den Streckenrekord der Männer hält Eliud Kipchoge mit 2:01:09 Stunden aus dem Jahr 2022. In Berlin fiel der Marathon-Weltrekord bislang 13-mal, zuletzt 2022 bei den Männern und 2023 bei den Frauen. Die beiden schnellsten Männer des diesjährigen Feldes liegen mit ihren Bestzeiten 1:51 und 2:37 Minuten über Kipchoges Marke. Bei den Frauen ist die Lage anders: Mit Assefa startet die Streckenrekordhalterin selbst.
Wie warm es am 27. September wird, lässt sich gut zwei Wochen vor dem Rennen nicht seriös sagen. Das Rennen 2025 zeigte, wie stark Hitze die Zeiten bremst: Hinter Sawe kam Akira Akasaki aus Japan als Zweiter in 2:06:15 Stunden ins Ziel, Chimdessa Debele aus Äthiopien wurde in 2:06:57 Stunden Dritter.
Prognose zum Berlin-Marathon 2026: Adola vor Geay, Assefa ohne echte Konkurrenz
Bei den Männern spricht die aktuelle Form für Adola. Sein Sieg in Rotterdam liegt fünf Monate zurück, und niemand im Feld kennt die Berliner Strecke so gut wie der Sieger von 2021. Geay hat die schnellere Bestzeit, sie stammt aber aus dem Jahr 2022.
Bei den Frauen ist Assefa die Favoritin. Ihre Bestzeit ist drei Minuten und fünf Sekunden schneller als die von Beriso, zu Titelverteidigerin Wanjiru beträgt der Abstand mehr als neun Minuten. Aus deutscher Sicht zählt vor allem die Zeit von Sebastian Hendel und das Rekordziel von Esther Pfeiffer.
Für den Berlin-Marathon lagen im von uns genutzten Quotenvergleich bis zum 11.09., 17:00 Uhr, noch keine Quoten vor. Einen Tipp mit Quote geben wir deshalb erst ab, wenn der Markt öffnet. Wer bis dahin die Leichtathletik-Saison verfolgen möchte, findet die Termine der Diamond League in unserer Übersicht zur Diamond League 2026. Die Favoriten der Europameisterschaft stehen in unserem Vorbericht zur Leichtathletik-EM 2026 in Birmingham.




