Der dritte NFL-Spieltag hat zwei Offensiven in einem einzigen Spiel getroffen: Baker Mayfield verletzte sich an der Wurfhand, Justin Jefferson am Knöchel. Dazu kommen De’Von Achane, Nick Bosa, ein längerer Ausfall von Myles Garrett und die offene Quarterback-Frage in Washington vor dem Spiel in London. Der Radar ordnet die Fälle nach ihrer Wirkung auf die Märkte von Week 4.
Wie in der ersten Ausgabe beantwortet der Radar je Fall drei Fragen: Wer fällt aus, wie lange, und welcher Wettmarkt verschiebt sich dadurch. Aufgenommen wird nur, was mindestens zwei Quellen bestätigen oder was eine offizielle Stelle meldet. Fälle mit eigenem Beitrag stehen nur mit einem Satz und einem Link.
Der Radar zu Week 4 in der Übersicht
| Sportler | Team | Diagnose | Stand | Nächstes Spiel (MESZ) |
| Baker Mayfield | Tampa Bay Buccaneers | rechter Daumen ausgerenkt, Wurfhand | Röntgen ohne Bruch, MRT am Montag, Einsatz offen | gegen Green Bay, So 04.10., 19:00 |
| Justin Jefferson | Minnesota Vikings | Knöchel | im Spiel gegen Tampa Bay nicht zurückgekehrt, Dauer offen | gegen Miami, So 04.10., 22:05 |
| De’Von Achane | Miami Dolphins | Knie | im Spiel ausgeschieden, Einschätzung des Trainers nicht optimistisch | bei Minnesota, So 04.10., 22:05 |
| Myles Garrett | Los Angeles Rams | Knie, Injured Reserve | laut Bericht rund sechs Wochen Reha | bei Philadelphia, So 04.10., 19:00 |
| Nick Bosa | San Francisco 49ers | Wade, im Training verletzt | mehrere Wochen | gegen Denver, So 04.10., 22:25 |
| Jayden Daniels | Washington Commanders | Ellbogen | keine Injured Reserve, keine Operation, Einsatz in London offen | gegen Indianapolis in London, So 04.10., 15:30 |
| Caleb Williams | Chicago Bears | Oberschenkel | gegen Philadelphia gestrichen, danach offen | gegen die New York Jets, So 04.10., 19:00 |
Stand der Meldungen: 28.09.2026, 13:00 Uhr MESZ, nach nfl.com, ran.de und den Klubseiten.
Buccaneers gegen Vikings: Ein Spiel, zwei Ausfälle mit Folgen für Week 4
Das 23:16 der Minnesota Vikings gegen Tampa Bay hat beiden Teams einen Schlüsselspieler gekostet. Baker Mayfield traf im vierten Viertel bei einem Pass im vierten Versuch mit der rechten Hand Linebacker Blake Cashman, der Ball wurde abgefangen, Tampa Bay lag zu diesem Zeitpunkt 16:20 zurück. Der Daumen der Wurfhand war ausgerenkt. Laut Headcoach Todd Bowles zeigte das Röntgenbild keinen Bruch, am Montag folgt eine MRT. Den letzten Angriff spielte der ungedraftete Rookie Jalon Daniels. Mayfield kam bis zur Verletzung auf 17 von 34 Pässen für 217 Yards, einen Touchdown und eine Interception.
Auf der Gegenseite schied Justin Jefferson mit einer Knöchelverletzung aus und kehrte nicht mehr aufs Feld zurück. Eine Ausfalldauer gab es bis Montagmittag nicht.
Für die Märkte heißt das: Tampa Bay empfängt am Sonntag um 19:00 Uhr die Green Bay Packers, Minnesota spielt am Abend um 22:05 Uhr gegen Miami. Solange das MRT-Ergebnis fehlt, dürfte der Markt die Partie der Buccaneers vorsichtig bepreisen. Bei einem Daumen der Wurfhand hängt die Frage weniger daran, ob Mayfield auflaufen kann, sondern wie sicher er den Ball greift. Ein Quarterback, der spielt, aber nicht tief werfen kann, drückt eher die Gesamtpunkte als die Siegquote. Belastbare Quoten zu diesem Spiel hat die Redaktion bis zum 28. September nicht erhoben.
Dolphins bei Vikings: Wenn beide Offensiven ihren besten Spieler verlieren
Das Spiel in Minneapolis ist der interessanteste Fall der Woche, weil die Ausfälle beide Seiten treffen. Miami verlor bei der 10:24-Niederlage gegen Kansas City Running Back De’Von Achane mit einer Knieverletzung in der ersten Halbzeit. Er kam nach einem Tackle unglücklich auf, die Einschätzung des Trainerstabs klang laut übereinstimmenden Berichten nicht optimistisch. Minnesota bangt um Jefferson.
Fehlen beide, verliert Miami seinen explosivsten Läufer und Minnesota seinen wichtigsten Receiver. Die Wirkung auf die Siegwette gleicht sich dann teilweise aus, auf die Gesamtpunkte nicht: Zwei Offensiven ohne ihre gefährlichste Waffe sprechen für eine niedrigere Linie. Wie weit die Punktelinie darauf reagiert, lässt sich erst mit den Einsatzmeldungen vom Freitag beurteilen.
Washington vor London: Was die Quoten über Jayden Daniels verraten
Jayden Daniels hat sich in Week 2 am Ellbogen verletzt. General Manager Adam Peters sagte am 25. September, Daniels komme nicht auf die Injured Reserve, eine Operation stehe nicht zur Debatte. Gegen Seattle startete Marcus Mariota und gewann 33:31. Ob Daniels am Sonntag im Tottenham Hotspur Stadium spielt, war am 28. September offen.
Hier hat der Markt eine Meinung. Washington ist nominell Gastgeber, trotzdem liegt Indianapolis vorn.
| Markt | Commanders | Colts |
| Moneyline | 2,35 | 1,57 |
| bereinigte Siegchance | rund 40 Prozent | rund 60 Prozent |
Stand der Quoten: 28.09.2026, 10:07 Uhr MESZ, Durchschnittswerte aus dem Quotenvergleich.
Beide Teams stehen nach drei Spielen bei einem Sieg und zwei Niederlagen, Indianapolis gewann in Week 3 mit 19:17 gegen Houston. Eine Siegchance von 60 Prozent für die Colts auf neutralem Platz ist nur mit einem Commanders-Team ohne Daniels zu erklären. Meldet Washington ihn bis Freitag einsatzfähig, dürfte sich diese Quote deutlich bewegen. Termine und Übertragung des Spiels stehen im Überblick zu NFL Week 4.
Garrett und Bosa: Zwei Pass-Rusher fehlen länger
Die Los Angeles Rams hatten Myles Garrett im Sommer aus Cleveland geholt. Der Defensive End spielte in Week 1 trotz Kniebeschwerden aus dem Trainingslager und kam danach auf die Injured Reserve. Ursprünglich war von vier Wochen die Rede. Laut NFL-Insider Ian Rapoport rechnen die Rams inzwischen mit rund sechs Wochen Reha, eine Rückkehr wird für Week 9 angepeilt (Stand 27.09., laut ran.de). Garrett fehlt damit auch am Sonntag in Philadelphia.
In San Francisco hat sich Nick Bosa im Training an der Wade verletzt, laut Meldung vom 25. September fällt er mehrere Wochen aus. Am Sonntag schied zudem Receiver Mike Evans mit einer Rippenverletzung aus, er sollte am Montag genauer untersucht werden. Die 49ers empfangen am Sonntag um 22:25 Uhr die Denver Broncos.
Für die Märkte sind Pass-Rusher schwerer einzupreisen als Quarterbacks. Ihr Fehlen zeigt sich selten in der Siegquote, eher in den Punkten des Gegners und in den Sack-Märkten. Beide Ausfälle sind bereits seit einigen Tagen bekannt, die Linien für Week 4 enthalten sie also schon.
Was aus den Fällen der Vorwoche wurde
Die erste Ausgabe des Radars hatte gezeigt, dass der Markt die Packers nach den Ausfällen von Jayden Reed und Zach Bako-Bewele teurer machte: Green Bay minus 6,5 stieg vom 21. auf den 22. September von 1,83 auf 1,90 bis 1,95. Das Ergebnis gab dem Markt recht. Atlanta gewann in Green Bay mit 35:14, das Handicap von 6,5 Punkten war damit weit verfehlt. Die Einschätzung zu den Rams, deren Sieg gegen die Giants trotz des Ausfalls von Puka Nacua nicht in Gefahr war, bleibt ebenfalls stehen. Die ganze Vorwoche steht im Verletzungs-Radar zu Week 3.
Zwei Fälle laufen in dieser Woche nur mit einem Satz mit. Caleb Williams fehlt Chicago im Monday Night Game gegen Philadelphia, für das Heimspiel gegen die Jets am Sonntag gibt es noch keine Prognose. Bei den New York Giants ist die Saison von Jaxson Dart beendet, Jameis Winston übernimmt, die Hintergründe stehen im Beitrag zur Verletzung von Jaxson Dart.
Warum der Radar diese Woche keinen Tipp abgibt
Fast alle Fälle dieser Woche hängen an Diagnosen, die erst am Montag oder Dienstag feststehen, und an Einsatzmeldungen, die für die Sonntagsspiele erst am Freitag kommen. Ein Tipp auf Grundlage einer offenen MRT wäre eine Wette auf den Befund, nicht auf das Spiel. Der Radar beschreibt deshalb die Richtung, in die sich die Märkte bewegen dürften. Die laufenden Märkte der Liga sammelt die Übersicht zu den NFL-Wetten.




