Am Sonntag, 4. Oktober 2026, läuft in ParisLongchamp die 105. Auflage des Qatar Prix de l’Arc de Triomphe. Mit fünf Millionen Euro Preisgeld ist es das höchstdotierte Flachrennen Europas. Das Starterfeld steht rund zwei Wochen vor dem Rennen noch nicht fest.
Arc-Wochenende in ParisLongchamp: Elf Gruppe-Rennen an zwei Tagen
Der Arc ist kein einzelnes Rennen, sondern der Schlusspunkt eines kompletten Wochenendes. Am 3. und 4. Oktober stehen auf der Bahn im 16. Pariser Arrondissement sieben Rennen der Gruppe 1 und vier der Gruppe 2 auf dem Programm, dazu der Arabian World Cup. Das Hauptrennen selbst findet am Sonntagnachmittag statt.
Diese Ballung erklärt, warum das Wochenende für europäische Ställe als Saisonhöhepunkt auf dem Flachrennsport gilt. Wer ein Pferd in Topform hat, findet in Paris innerhalb von zwei Tagen mehrere Gelegenheiten für einen Gruppe-1-Erfolg, und die Startfelder ziehen Teilnehmer aus Frankreich, Großbritannien, Irland, Japan und Deutschland an.
2.400 Meter für Pferde ab drei Jahren: Die Bedingungen des Arc
Gelaufen wird über 2.400 Meter. Startberechtigt sind Pferde ab drei Jahren, Wallache bleiben bis einschließlich 2026 ausgeschlossen und dürfen erst ab 2027 antreten. Die Distanz verlangt eine Mischung aus Stehvermögen und Grundschnelligkeit, weshalb der Arc regelmäßig als Prüfstein für die beste Mittelstrecke Europas gilt.
Die erste Auflage fand am 3. Oktober 1920 statt. In über hundert Jahren gelang es nur acht Pferden, das Rennen zweimal zu gewinnen: Ksar, Motrico, Corrida, Tantieme, Ribot, Alleged, Treve und Enable. 2024 siegte Bluestocking, 2025 gewann der dreijährige Hengst Daryz unter Mickael Barzalona für Trainer Francis-Henri Graffard in den Farben der Aga Khan Studs. Er setzte sich am 5. Oktober 2025 mit einem Kopf Vorsprung vor der favorisierten Minnie Hauk durch. Diese Seltenheit von Doppelsiegen ist ein Grund, warum die Marktquoten auf Titelverteidiger erfahrungsgemäß vorsichtiger ausfallen als die Form allein nahelegt.
Starterfeld und Favoriten: Warum die Namen erst kurz vor dem Rennen feststehen
Ein belastbares Starterfeld für die Ausgabe 2026 lag am 18. September nicht vor. Weder der Veranstalter France Galop noch die einschlägigen Fachquellen hatten zu diesem Zeitpunkt eine Nennungsliste oder ein Favoritenfeld veröffentlicht.
Das ist im Galopprennsport der Normalfall. Die endgültigen Deklarationen fallen erst wenige Tage vor dem Rennen, weil Trainer Form, Bodenverhältnisse und Vorbereitungsrennen abwarten. Aussagekräftig werden die Märkte deshalb meist erst nach den letzten Vorbereitungsprüfungen im September. Wer die Entwicklung verfolgen will, beobachtet die Ergebnisse dieser Prüfungen, aus denen sich das Feld traditionell speist.
Siegwette, Platzwette und Head-to-Head: Die Märkte bei einem Gruppe-1-Rennen
Galopprennen werden anders bewettet als Mannschaftssport. Der Standard ist die Siegwette auf ein einzelnes Pferd, daneben steht die Platzwette, die bereits bei einem Platz unter den ersten zwei oder drei greift, je nach Feldgröße und Anbieter. Head-to-Head-Märkte stellen zwei Pferde gegeneinander, unabhängig davon, wer das Rennen gewinnt.
Zwei Eigenheiten unterscheiden den Arc von kleineren Rennen. Zum einen ist das Feld international besetzt, weshalb Formvergleiche über Ländergrenzen hinweg nötig sind und Bewertungen aus nationalen Ranglisten nur begrenzt taugen. Zum anderen spielt der Boden eine große Rolle: ParisLongchamp im Oktober kann weich bis schwer werden, was schwere Pferde begünstigt und leichtfüßige Sieger aus dem Sommer aus dem Rennen nimmt. Die Quoten reagieren in den letzten Tagen vor dem Rennen deshalb stark auf die Wettervorhersage.
Dass nur acht Pferde in über hundert Jahren zweimal gewinnen konnten, zeigt zusätzlich, wie schwer sich Erfolge hier wiederholen lassen. Ein Vorjahressieger im Feld trägt diese Statistik gegen sich, unabhängig von seiner aktuellen Form.
Übertragung des Arc de Triomphe: France Télévisions und Equidia zeigen das Rennen
In Frankreich übertragen die großen Sender das Arc-Wochenende live, genannt werden France Télévisions und der auf Pferdesport spezialisierte Kanal Equidia. Beide begleiten den Renntag über mehrere Stunden.
Ob und über welchen Weg das Rennen in Deutschland zu sehen ist, ließ sich am 18. September nicht belegen. Ein deutscher Sender mit angekündigter Übertragung war nicht auffindbar. Internationale Wettanbieter und Pferdesportplattformen zeigen Galopprennen dieser Kategorie häufig im Stream, eine bestätigte Angabe für den deutschen Markt gab es zum Redaktionsschluss jedoch nicht.
Wie sich Formprüfungen vor einem Hauptrennen lesen lassen, zeigt unser Bericht zum Hansa-Tag in Hamburg. Warum bei Feldern mit vielen Startern die Einschätzung der Marktquote wichtiger ist als der Favoritenstatus, erklärt unsere Seite zur Value-Strategie für Sportwetten.




