Daniil Medwedew beim Masters in Paris (Archivbild, Oktober 2025). Nach der Disqualifikation in Peking steigt er in Shanghai in Runde 2 ein. Foto: Victor Velter/Shutterstock.com Daniil Medwedew verliert durch seine Disqualifikation im Halbfinale von Peking 200 Ranglistenpunkte und rund 219.295 US-Dollar Preisgeld. Schon am Wochenende steht er beim Masters in Shanghai wieder auf dem Platz, sein erster Gegner wird am Donnerstag zwischen Jan-Lennard Struff und Martín Landaluce ermittelt.
Der Vorfall am Montag, 5. Oktober, dauerte nur Sekunden. Novak Djokovic führte im Halbfinale der China Open mit 7:5 und 5:3, beim Stand von 15:15 schlug Medwedew einen zurückspringenden Ball weg. Der Ball flog ins Publikum und traf einen Zuschauer in der ersten Reihe im Gesicht. Nach einer kurzen Beratung mit dem Schiedsrichter und dem Turnier-Supervisor wurde der Russe disqualifiziert, zum ersten Mal in seiner Karriere. Djokovic zog kampflos ins Finale ein und gewann es am Dienstag gegen Alex de Minaur, wie wir in der Vorschau auf das Peking-Finale eingeordnet hatten.
Die Regel kennt bei einem getroffenen Zuschauer keinen Spielraum. tennisnet und Yahoo Sports berichten übereinstimmend, dass Medwedew die 200 Punkte für das Halbfinale und das Preisgeld von 219.295 US-Dollar abgeben muss. Eine zusätzliche Geldstrafe der ATP war bis Mittwochmittag nicht angekündigt.
Medwedew selbst entschuldigte sich noch am Abend. „I feel terribly sorry for him actually and I just hope he’s okay“, sagte er laut ATP, und weiter: „It was 100 per cent an accident.“ Er versuche, mit dem Mann Kontakt aufzunehmen, um sich persönlich zu entschuldigen. Verletzungen des Zuschauers sind bislang nicht gemeldet.
Djokovic 2020 als Vergleich: Warum eine Disqualifikation selten Spuren im nächsten Turnier hinterlässt
Der bekannteste Fall dieser Art liegt sechs Jahre zurück. Bei den US Open 2020 lag Djokovic im Achtelfinale gegen Pablo Carreño Busta mit 5:6 im ersten Satz zurück, schlug frustriert einen Ball Richtung Grundlinie und traf eine Linienrichterin am Hals. Die Disqualifikation beendete damals eine Saisonbilanz von 26:0 Siegen. Beim nächsten Turnier in Rom holte Djokovic laut Wikipedia den Titel, im Finale schlug er Diego Schwartzman 7:5, 6:3.
Medwedews Ausgangslage ist sportlich ähnlich stabil. Vor Peking gewann er in Hangzhou seinen dritten Titel der Saison, so die ATP. In Peking schlug er im Achtelfinale Struff 6:4, 6:3 und erreichte als an drei Gesetzter das Halbfinale. Gegen Djokovic lag er zwar zurück, verloren hat er dort aber gegen den späteren Turniersieger, der in Peking seit Jahren ungeschlagen ist.
Teurer als das Preisgeld ist die Punktefrage. tennisnet führt Medwedew im Rennen um die ATP Finals in Turin auf Platz 8. Die 200 Punkte fehlen ihm jetzt genau in der Phase, in der Shanghai, Wien und Paris über die letzten Plätze entscheiden. Weil Jannik Sinner seine Saison wegen Knieproblemen beendet hat und auch in Turin fehlt (sportschau und ORF), rückt ein weiterer Spieler nach. Das entschärft Medwedews Lage etwas, ersetzt die verlorenen Punkte aber nicht.
Medwedew in Shanghai: Freilos, dann Struff oder Landaluce
In Shanghai ist Medwedew an Position 5 gesetzt und hat zum Auftakt ein Freilos. Laut ATP-Auslosung steht er in der unteren Hälfte und im Viertel von Carlos Alcaraz. 2019 gewann er das Turnier, auch das vermerkt die ATP in ihrer Vorschau.
Sein erster Gegner kommt aus dem Duell Struff gegen Landaluce. Die beiden spielen laut offiziellem ATP-Spielplan am Donnerstag, 8. Oktober, als dritte Partie auf dem Grandstand 2, der Platz ist ab 12 Uhr Ortszeit angesetzt (6 Uhr MESZ). Medwedews Zweitrundenmatch findet damit frühestens am Freitag statt, der genaue Termin steht erst mit dem Spielplan am Vorabend fest.
Gegen Struff hat Medwedew auf der Tour eine klare Bilanz: 9:2 Siege laut ATP, auf Hartplatz 6:0. Struffs beide Erfolge stammen von Rasen, zuletzt in Wimbledon 2026. Landaluce, 20 Jahre alt, wäre für Medwedew ein Gegner ohne gemeinsame Vorgeschichte auf der Tour. Unsere Prognose zum Erstrundenmatch steht in der Vorschau auf den Shanghai-Auftakt.
Was die Disqualifikation für die Shanghai-Märkte bedeutet
Einen Markt auf Medwedews erstes Match in Shanghai gibt es noch nicht, weil der Gegner erst am Donnerstag feststeht. Die Siegquoten für die zweite Runde öffnen erst nach dem Match Struff gegen Landaluce. Ein Tipp auf Medwedews Auftakt wäre deshalb heute ohne belastbare Quote, und eine Turniersiegwette gehört zu den Langzeitmärkten, die wir gesondert behandeln.
Für die Einordnung des Zweitrundenmatches sprechen die Zahlen gegen einen Malus durch Peking. Medwedew ist körperlich unversehrt, er hat durch den Abbruch sogar ein Match weniger in den Beinen als geplant, und eine Sperre gibt es nicht. Wer Medwedew wegen der Schlagzeilen abschreibt, setzt auf eine psychologische Folge, für die der Fall Djokovic 2020 keinen Beleg liefert. Offen ist eher, ob Medwedew nach dem Vorfall emotional zurückhaltender auftritt. Sportlich spricht die Bilanz für ihn: Auf Hartplatz hat er Struff auf der Tour noch keinen Sieg überlassen. Eine Wettempfehlung geben wir erst, wenn Gegner und Quoten feststehen. Grundlagen zu den Märkten im Tennis stehen auf unserer Seite zu den Tennis-Wetten.




