Christian Eriksen und der VfL Wolfsburg gehen getrennte Wege. Der Zweitligist und der 34-jährige Däne haben sich auf eine vorzeitige Auflösung des Vertrags geeinigt, der bis zum 30. Juni 2027 gelaufen wäre. Bekannt gegeben hat der Klub die Trennung am Mittwoch, dem 23. September 2026.
Den Anstoß gab der Spieler selbst. „Im Moment ist es für mich wichtig, nah bei meiner Familie in Dänemark zu sein“, sagte Eriksen in der Mitteilung des VfL. Seine Zeit in Wolfsburg sei „von vielen Höhen und Tiefen geprägt“ gewesen, an die Fans gerichtet ergänzte er: „Es war mir eine große Freude, für euch zu spielen, und ich werde mich gerne an diese Zeit zurückerinnern.“
Dieter Hecking, Geschäftsführer Sport, stellte klar, dass der Klub den Wunsch nicht in Frage gestellt hat: „Für uns war klar, dass die Entscheidung über seine Zukunft bei Christian liegt.“ Man habe ihm in dieser besonderen Situation den Freiraum geben wollen und der Bitte um Vertragsauflösung nun entsprochen.
Hintergrund ist ein Vorfall aus dem Sommer. Anfang Juni 2026 brach Eriksen bei einem Testspiel der dänischen Nationalmannschaft gegen die Ukraine in Odense auf dem Platz zusammen, die Partie wurde abgebrochen. Der Mannschaftsarzt teilte damals mit, Eriksen sei nur kurz bewusstlos gewesen. Der Spieler verließ den Platz aus eigener Kraft. Seitdem absolvierte er seine Reha in Dänemark. Es war der zweite Zusammenbruch nach dem Herzstillstand bei der EM im Juni 2021 im Spiel gegen Finnland in Kopenhagen.
34 Pflichtspiele, drei Tore und zehn Vorlagen für den VfL Wolfsburg
Eriksen war vor einem Jahr ohne Verein nach Wolfsburg gekommen, nachdem sein Vertrag bei Manchester United ausgelaufen war. Er brachte die Erfahrung aus mehr als 300 Spielen in der Premier League mit, dazu Stationen bei Ajax Amsterdam, Tottenham Hotspur und Inter Mailand. Für Dänemark ist er Rekordnationalspieler.
In Wolfsburg kam er auf 34 Einsätze in Bundesliga, DFB-Pokal und Relegation. Dabei erzielte er drei Tore und bereitete zehn weitere vor. Sportlich endete die Saison für den Klub mit dem Abstieg. In der Relegation setzte sich der SC Paderborn gegen den VfL durch, der damit erstmals seit dem Aufstieg 1997 nicht mehr in der Bundesliga spielt. In der 2. Bundesliga stand Eriksen seit Saisonbeginn im August nicht mehr auf dem Platz.
Wolfsburg ohne Eriksen: Platz vier in der 2. Liga und das Spiel in Nürnberg
Für die Kaderplanung hat der Abschied kaum unmittelbare Folgen, weil der Mittelfeldspieler in dieser Spielzeit ohnehin nicht zur Verfügung stand. Unter Trainer Tobias Strobl liegt Wolfsburg nach sechs Spieltagen mit elf Punkten auf Platz vier. Die Bilanz lautet drei Siege, zwei Unentschieden und eine Niederlage. An der Spitze stehen Hertha BSC mit 18 und der 1. FC Nürnberg mit 16 Punkten (Stand: 24.09.).
Das nächste Ligaspiel führt Wolfsburg nach der Länderspielpause am Samstag, dem 10. Oktober, um 20:30 Uhr zum Tabellenzweiten nach Nürnberg. Die Vorschau mit Quoten steht im Beitrag zu 1. FC Nürnberg gegen VfL Wolfsburg, alle Prognosen zur Liga sammelt die Seite mit den 2. Bundesliga Wett-Tipps.
Wie es für Eriksen sportlich weitergeht, ist offen. Weder der Spieler noch der Klub äußerten sich in der Mitteilung zu seiner weiteren Laufbahn oder zu einem möglichen Karriereende.




