Bundestrainer Jürgen Klopp hat am Donnerstag, 17. September 2026, um 10:00 Uhr am DFB-Campus in Frankfurt sein erstes Aufgebot benannt. Es umfasst 44 Spieler, aufgeteilt in zwei getrennte Kader für die vier Nations-League-Spiele im September und Oktober. Nur ein Spieler steht auf beiden Listen.
Klopp löst damit ein, was er seit seinem Amtsantritt angekündigt hatte: Der erste Zugriff gilt nicht einer festen Stammelf, sondern einer breiten Sichtung. Kader 1 mit 24 Spielern bestreitet die Partien in den Niederlanden und gegen Griechenland, Kader 2 mit 21 Spielern die beiden Spiele Anfang Oktober. Torhüter Finn Dahmen vom FC Augsburg ist der Einzige, der in beiden Listen steht; aus der Summe 24 plus 21 werden deshalb 44 Namen.
Der Bundestrainer widersprach der naheliegenden Deutung, hier werde eine erste und eine zweite Garnitur einberufen. „Keine A- oder B-Mannschaft“, sagte er zur Aufteilung. Geplant sei ohnehin ein Übergang: „Es ist geplant, dass aus dem ersten Kader welche dabeibleiben.“ Namentlich nannte er Nico Schlotterbeck, Jamal Musiala und Serge Gnabry, die nach ihren Verletzungspausen über den gesamten Zeitraum betreut werden sollen. Treffpunkt für den ersten Kader ist Herzogenaurach ab dem 21. September.
Vier Spiele, zwei Kader: Amsterdam und Augsburg vor München und Thessaloniki
Die Aufteilung folgt exakt dem Spielplan. Das erste Aufgebot deckt den September ab, das zweite den Oktober.
| Datum | Begegnung | Ort | Kader |
| 24. September 2026 | Niederlande gegen Deutschland | Amsterdam | Kader 1 (24 Spieler) |
| 27. September 2026 | Deutschland gegen Griechenland | Augsburg | Kader 1 |
| 1. Oktober 2026 | Deutschland gegen Serbien | München | Kader 2 (21 Spieler) |
| 4. Oktober 2026 | Griechenland gegen Deutschland | Thessaloniki | Kader 2 |
Im Tor des ersten Kaders stehen neben Dahmen Alexander Nübel und Marc-André ter Stegen, der nach 15 Monaten ohne Länderspiel zurückkehrt. Für das Spiel in Amsterdam legte sich Klopp bereits fest: „Für den Moment ist es ter Stegen.“ Im zweiten Kader ergänzen Noah Atubolu und Jonas Urbig den doppelt nominierten Dahmen. In der Abwehr bauen beide Aufgebote auf bekannte Namen, Joshua Kimmich bleibt Kapitän, dazu kommen Jonathan Tah, Schlotterbeck, Yann Aurel Bisseck, Waldemar Anton, David Raum und Malick Thiaw. Wie Klopps Auftakt einzuordnen ist, stand schon im Sommer in unserem Beitrag zu Klopps Debüt am 24. September in Amsterdam.
Freiburger Block und Neulinge aus Glasgow und Elversberg
Auffällig ist die Zahl der Spieler ohne A-Länderspiel. Wie viele es genau sind, zählen die Quellen unterschiedlich: t-online kommt auf elf Neulinge, die Sportschau auf zwölf (Stand 17.09.). Unstrittig ist, wer dazugehört. Der SC Freiburg stellt mit Max Rosenfelder, Philipp Treu, Yannik Engelhardt und Derry Scherhant gleich vier Debütanten. Dazu kommen Mika Baur von Celtic Glasgow, Felix Keidel vom Zweitligisten SV Elversberg und Bambasé Conté von der TSG Hoffenheim.

Keidel ist der ungewöhnlichste Name der Liste, weil er als Zweitligaspieler berufen wird. Baur wiederum spielt seit seinem Wechsel nach Schottland außerhalb der Bundesliga. Im Mittelfeld und in der Offensive stehen daneben die etablierten Kräfte: Musiala, Gnabry, Kai Havertz und, im zweiten Kader, Florian Wirtz. Zurück im Kreis sind außerdem Karim Adeyemi und Saïd El Mala. Nick Woltemade gehört trotz zuletzt schwacher Form zum Aufgebot.
Wer fehlt: Rücktritte, Verletzungen und die Streichliste der WM-Fahrer
Elf Spieler des WM-Kaders tauchen nicht mehr auf. Manuel Neuer und Antonio Rüdiger haben nach dem Turnier ihre Länderspielkarriere beendet. Verletzt fehlen Leon Goretzka, Angelo Stiller und Assan Ouédraogo.
Der Rest ist eine Entscheidung des Bundestrainers. Deniz Undav, Leroy Sané, Oliver Baumann, Maximilian Beier, Jamie Leweling und Pascal Groß bekommen keinen Platz, obwohl sie bei der WM dabei waren. Besonders bei Undav und Sané ist das ein Bruch mit der bisherigen Hierarchie, beide waren unter Klopps Vorgänger gesetzt oder zumindest regelmäßig dabei.
Was der Kader für den Nations-League-Herbst bedeutet
Sportlich läuft alles auf den 24. September zu. In Amsterdam trifft Deutschland auf den stärksten Gegner der Gruppe, und Klopp geht dieses Spiel mit einer Mannschaft an, in der drei Rückkehrer aus Verletzungspausen stehen. Wer in Augsburg und danach in München spielt, dürfte sich an den Eindrücken aus Amsterdam entscheiden.
Für die Einordnung des Wettbewerbs lohnt der Blick auf die Gruppenkonstellation. Alle Gruppen, Gegner und Anstoßzeiten stehen in unserer Übersicht zu den Terminen der Nations League 2026/27. Quoten auf einzelne Kaderfragen gibt es nicht; die Märkte öffnen erst zu den Spielen selbst. Welche Wettarten dort üblich sind, erklärt unsere Seite zu Fußball-Wetten.




