Der SC Paderborn ist als frisch aufgestiegener Bundesligist der klare Favorit beim Regionalligisten Phönix Lübeck. Unser bester Tipp zielt allerdings nicht auf den Auswärtssieg, sondern auf die Trefferzahl der Ostwestfalen. Prognose: 1:2.
Es ist das dritte Pokal-Highlight für die Adlerträger binnen weniger Jahre: Der 1. FC Phönix Lübeck hat sich mit dem 4:1-Finalsieg beim SV Todesfelde erneut den SHFV-Landespokal und damit das Ticket für die erste Hauptrunde gesichert. Zwei Jahre nach dem Los Borussia Dortmund wartet nun der SC Paderborn 07 – und für die Ostwestfalen ist diese Partie mehr als eine Pflichtaufgabe. Es ist das erste Pflichtspiel als Erstligist seit dem Sommer 2020, das erste Pflichtspiel überhaupt nach dem Relegationscoup gegen den VfL Wolfsburg und das erste ohne Torjäger Filip Bilbija, der die Aufstiegself in Richtung England verlassen hat.

Für Phönix ist es die dritte Regionalliga-Saison in Folge nach einem Top-5-Abschluss, für Paderborn der Start in ein Jahr, in dem jeder Spieltag zum Endspiel werden dürfte. Ein Pokal-Aus in Runde eins würde diesen Start empfindlich stören – und genau darin liegt die Spannung dieser Partie.
Phönix Lübeck – SC Paderborn: Wann und wo wird gespielt?
Anstoß & Spielort
Angepfiffen wird am Sonntag, 23.08.2026, um 18:00 Uhr deutscher Zeit (MESZ). Gespielt wird nicht auf der gewohnten Anlage von Phönix: Das Stadion Flugplatz wird derzeit umgebaut, die Ausweichspielstätte am Buniamshof erfüllt die DFB-Kriterien nicht. Phönix weicht deshalb in das Stadion an der Lohmühle aus, die Heimspielstätte des Lokalrivalen VfB Lübeck, das offiziell 10.434 Plätze fasst. Eine Kurve bleibt gesperrt. Der Schiedsrichter war zum Redaktionsschluss noch nicht angesetzt.
Wer überträgt Phönix Lübeck – SC Paderborn im TV & Stream?
Die Partie läuft live bei Sky, das in der Saison 2026/27 alle 63 Pokalspiele überträgt, im Stream zusätzlich über Sky Go und WOW. Im frei empfangbaren Fernsehen ist dieses Spiel nicht zu sehen: Aus der ersten Hauptrunde zeigt das ZDF Hansa Rostock gegen den VfB Stuttgart am 21. August, die ARD den Halleschen FC gegen Schalke 04 am 24. August.
Formanalyse Phönix Lübeck: aktuelle Verfassung des Landespokalsiegers
Die Saison 2025/26 war die beste der jüngeren Vereinsgeschichte: Rang fünf in der Regionalliga Nord mit 56 Punkten aus 34 Spielen und einem Torverhältnis von 53:43. Das ergibt im Schnitt 1,6 erzielte Tore pro Partie, aber eben auch 1,26 Gegentore – ein offensiv ordentlicher, defensiv durchlässiger Jahrgang. Zum Schluss lief es: Unter Kevin Wölk, der die Mannschaft Ende April interimsweise übernahm und inzwischen fest Cheftrainer ist, gewannen die Lübecker ihre letzten fünf Ligaspiele in Serie, ehe im Landespokalfinale das 4:1 beim SV Todesfelde folgte.
Der Start in die neue Spielzeit verlief dagegen holprig. Am ersten Regionalliga-Spieltag setzte es am 31.07.2026 eine 1:2-Niederlage beim SV Drochtersen/Assel. In der Vorbereitung blieb Phönix ohne Sieg: 1:1 gegen den Greifswalder FC, 2:3 bei der VSG Altglienicke, 1:3 gegen Hannover 96 und 1:1 beim BFC Dynamo. Bemerkenswert für die Tippfindung ist die Konstanz auf beiden Seiten des Rasens: In jedem dieser fünf Spiele traf Phönix mindestens einmal, in jedem dieser fünf Spiele kassierte Phönix auch mindestens einen Gegentreffer. Personelle Fragen spielen hier eine Nebenrolle und werden im Aufstellungsteil eingeordnet.
Schlüsselspieler Phönix Lübeck
Die folgenden Werte beziehen sich auf die Regionalliga Nord der Saison 2025/26.
| Spieler | Tore |
| Stelios Kokovas | 8 |
| Julian Markvoort Beke | 5 |
| Michel Dammeier | 4 |
Formanalyse SC Paderborn: der Aufsteiger vor dem Pflichtspielstart
Paderborn beendete die 2. Bundesliga 2025/26 mit 62 Punkten aus 34 Spielen auf Rang drei und setzte sich anschließend in der Relegation gegen den VfL Wolfsburg durch: 0:0 auswärts, 2:1 nach Verlängerung daheim, entschieden durch Kapitän Laurin Curda in der 100. Minute. Es war der dritte Bundesliga-Aufstieg der Vereinsgeschichte nach 2014 und 2019 und der erste erfolgreiche Relegationsauftritt eines Zweitligisten seit 2019.
Die Zahl, die dieses Team beschreibt, ist allerdings nicht die Punktausbeute, sondern das Torverhältnis: Paderborn wurde Dritter, ohne die Liga zu überrollen. Der Aufstieg basierte auf einer der stabilsten Defensiven der Liga und auf Effizienz, nicht auf Offensivwucht. Genau dort liegt die offene Flanke: Mit Filip Bilbija verlor der SCP seinen mit 15 Zweitligatoren mit Abstand besten Schützen ablösefrei an Derby County, dazu kehrte Torhüter Dennis Seimen nach seiner Leihe zum VfB Stuttgart zurück. Als Antwort holte Ralf Kettemann unter anderem Oliver Batista Meier und Jano ter Horst von Preußen Münster sowie Nahuel Noll als Leihtorhüter.
Die Vorbereitung sprach für eine intakte Mannschaft: 3:1 gegen Fagiano Okayama am 17.07., 2:0 beim Zweitligisten VfL Osnabrück am 01.08. In beiden Testspielen traf Paderborn mindestens zweimal.
Schlüsselspieler SC Paderborn
Die folgenden Werte beziehen sich auf die 2. Bundesliga der Saison 2025/26.
| Spieler | Tore | Vorlagen |
| Laurin Curda | 7 | 7 |
| Mika Baur | 4 | 5 |
| Raphael Obermair | 2 | 7 |
Phönix Lübeck gegen SC Paderborn: Bilanz und letzte Direktduelle (H2H)
Eine Direktvergleichsbilanz existiert nicht. Beide Klubs sind in ihrer Geschichte nie in einem Pflichtspiel aufeinandergetroffen, entsprechend liefert der H2H-Bereich keinen einzigen Datenpunkt. Diese Lücke wird an dieser Stelle bewusst nicht mit Formkurven oder Testspielen aufgefüllt, weil daraus keine belastbare Aussage über dieses Duell folgt.
Als Referenzpunkt für die Pokaltauglichkeit der Gastgeber taugt allenfalls der eigene Auftritt aus der Saison 2024/25: Damals stand Phönix schon einmal in der ersten Hauptrunde und wich für das Los Borussia Dortmund ins Hamburger Volksparkstadion aus. Auch damals gab es also kein echtes Heimspiel – eine Konstellation, die sich nun wiederholt.
Formvergleich: die letzten fünf Spiele beider Teams
Die Aussagekraft ist begrenzt: Bei Phönix sind vier der fünf Partien Testspiele, bei Paderborn zwei. Die drei Pflichtspiele der Gäste stammen aus dem Saisonfinale 2025/26 inklusive beider Relegationsduelle.
| Mannschaft | Letzte 5 (jüngstes zuerst) |
| Phönix Lübeck | N U N N U |
| SC Paderborn | S S S U S |
Voraussichtliche Aufstellungen: Phönix Lübeck vs. SC Paderborn

Raphael Obermair – SC Paderborn.jpg
Phönix Lübeck – voraussichtliche Startelf
Belastbare Ausfallmeldungen liegen für Phönix zum Stand 03.08.2026 nicht vor, die offizielle Sperren- und Ausfallliste des DFB-Pokals 2026/27 führt keinen Lübecker Spieler. Bis zum Anpfiff stehen zudem drei weitere Regionalliga-Spieltage an, die das Personalbild noch verschieben können. Als Grundgerüst gilt die Elf, die im Mai die Saison abschloss: Torhüter Tim Kips, dahinter unter anderem Jannes Vollert, Mehmet Can Degirmenci, Michel Dammeier, Fabio Maiolo, Julius Kliti und Anton Ihde. Die Offensivlast tragen Stelios Kokovas und Julian Markvoort Beke, die zusammen 13 der 53 Saisontore erzielten. Erwartbar ist eine tiefe Grundordnung mit Fünferkette und langen Umschaltwegen.
SC Paderborn – voraussichtliche Startelf
Auch bei Paderborn ist kein Spieler gesperrt oder als Ausfall gemeldet. Die relevanten Personalfragen sind Abgänge, keine Verletzungen: Bilbija, Seimen, Calvin Brackelmann und David Kinsombi sind nicht mehr an Bord. Im Tor konkurrieren Nahuel Noll und Markus Schubert, die Achse bilden Marcel Hoffmeier, Felix Götze, Kapitän Curda, Mika Baur und Raphael Obermair. Vorne dürften Steffen Tigges und Stefano Marino die Startplätze unter sich ausmachen, mit Routinier Sven Michel und Neuzugang Oliver Batista Meier als Alternativen. Kettemann setzte in der Aufstiegssaison überwiegend auf ein 3-4-2-1 mit hoch stehenden Flügelverteidigern.
Taktische Analyse: was das Spiel entscheidet
Der Klassenunterschied ist unstrittig, die eigentliche Frage lautet, wie Paderborn ihn in Tore übersetzt. Die Aufstiegssaison lieferte darauf eine klare Antwort: über die Flügelverteidiger. Curda und Obermair kamen zusammen auf 14 Vorlagen, Obermair war zudem der mit Abstand beste Chancenkreator der Mannschaft. Gegen einen tief stehenden Viertligisten wird genau dieses Muster zum Schlüssel, weil es das einzige ist, das Breite erzeugt, ohne die Ballzirkulation zu verlangsamen.
Das Stadion an der Lohmühle spielt den Gästen dabei in die Karten. Ein Regionalligist gewinnt Pokalspiele meist über Enge, Lautstärke und einen Platz, den er kennt – alle drei Faktoren fallen hier weg. Phönix spielt auf einem Drittliga-tauglichen Geläuf, in einer Arena, die dem Ballbesitzteam mehr Raum lässt als jede Ausweichanlage.
Der Gegenpunkt ist die Struktur des Paderborner Angriffs. Wer 15 Ligatore eines einzelnen Spielers ersetzen muss und dabei ein neues Sturmduo einspielt, produziert in einem ersten Pflichtspiel selten Effizienz von Minute eins an. Dazu passt das Muster der Lübecker Sommerpartien: Phönix hat in fünf Spielen in Folge getroffen, aber auch in fünf Spielen in Folge Gegentore kassiert. Beide Kurven zeigen in dieselbe Richtung: viel Kontrolle für Paderborn, wenig Sicherheit auf beiden Seiten des Strafraums. Wetter ist an dieser Stelle kein Faktor, für den 23. August liegt derzeit keine belastbare Prognose vor, und die Lohmühle ist ein offenes Stadion ohne Dachvariante.
Wett-Tipp und Prognose: Phönix Lübeck – SC Paderborn
Das Marktbild ist eindeutig: 20,00 für Phönix, 12,00 für das Unentschieden, 1,09 für Paderborn (Stand 03.08.2026). Das entspricht impliziten Wahrscheinlichkeiten von 5,0 Prozent, 8,3 Prozent und 91,7 Prozent, in Summe 105,0 Prozent Marktmarge. Der Quotenfaktor von 18,3 zwischen Heim- und Auswärtssieg macht Paderborn zum klaren Favoriten, ohne jede Einschränkung.
Für die Nebenmärkte liegen so früh vor dem Anpfiff keine belastbaren Marktquoten vor. Die Quotenspalte der folgenden Tabelle trägt deshalb ausschließlich unsere eigene faire Quote und ist als solche beschriftet. Das Label Value vergeben wir für dieses Spiel bewusst nicht, weil ohne veröffentlichte Marktquote kein Vergleich zwischen angesetztem und fairem Wert möglich ist.
Haupttipp: SC Paderborn über 1,5 Tore
Die am besten belegte Aussage über dieses Spiel betrifft nicht die Ergebnisrichtung, sondern die Trefferzahl der Gäste. Phönix kassierte in der Regionalliga Nord 43 Gegentore in 34 Spielen und in jedem der letzten fünf Partien mindestens einen Treffer, zuletzt zwei zum Ligaauftakt in Drochtersen. Paderborn traf in beiden Testspielen mindestens zweimal, darunter 2:0 bei einem Zweitligisten. Unsere faire Einschätzung liegt bei 62 Prozent, das entspricht einer fairen Quote von 1,60.
Bewusst nicht gewählt haben wir den naheliegenden Auswärtssieg: Bei 1,09 impliziert der Markt 91,7 Prozent, unsere eigene Einschätzung liegt bei rund 88 Prozent. Damit liegt der Tipp unter dem fairen Wert und ist eine reine Absicherung ohne Mehrwert. Ebenfalls verworfen wurde das Handicap -2,5, weil Paderborns Aufstieg auf Kontrolle und Defensivstabilität beruhte und nicht auf hohen Ergebnissen.
Zusatztipp mit höherer Quote: Beide Teams treffen – Ja
Phönix hat in fünf Spielen in Folge getroffen, Paderborn stellt ein neu zusammengesetztes Angriffszentrum und einen neuen Torhüter ins erste Pflichtspiel der Saison. Unsere faire Einschätzung für diesen Markt liegt bei 42 Prozent, was einer fairen Quote von 2,40 entspricht. Als Orientierung für den Anpfiff: Alles oberhalb von 2,40 wäre nach unserer Rechnung ein Mehrwert, alles darunter eine Absicherung.
Kombi-/Risiko-Tipp: Genaues Ergebnis 1:2
Der riskanteste der drei Tipps und ausdrücklich als solcher gekennzeichnet: Das exakte Ergebnis trifft selbst im besten Fall selten. Unsere faire Einschätzung für 1:2 liegt bei 9 Prozent und damit bei einer fairen Quote von 11,00. Der Tipp bildet exakt die Prognose ab, aus der auch die beiden anderen Empfehlungen abgeleitet sind.
| Tipp | Faire Quote (Redaktion) |
| SC Paderborn über 1,5 Tore | 1,60 |
| Beide Teams treffen – Ja | 2,40 |
| Genaues Ergebnis 1:2 | 11,00 |
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Paderborns Effizienz spricht für einen sauberen, aber nicht makellosen Pflichtsieg
Unsere Prognose lautet 1:2 für den SC Paderborn. Alle drei Tipps sind aus genau diesem Ergebnis abgeleitet und widersprechen sich damit nicht. AGB gelten, 18+.
Alle weiteren Analysen zur laufenden Pokalsaison sammeln wir auf unserer Seite mit den DFB-Pokal Wett-Tipps.




















