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Ferrari Upgrade Zandvoort: Aero-Großumbau nach der Sommerpause geplant, Vasseur bremst die Erwartungen

Natalia Schubert
| veröffentlicht am: 24.07.26 (aktualisiert: 24.07.26)
geprüft von Sebastian Vierheim | 4 Min. Lesezeit

Ferrari bereitet für die Rückrunde der Formel-1-Saison 2026 den nächsten großen Entwicklungsschritt vor: Ein Ferrari Upgrade für Zandvoort soll nach italienischen Berichten den dritten Aero-Großumbau am SF-26 bringen, dazu kommt das zweite Motor-Update aus dem ADUO-Kontingent. Teamchef Frédéric Vasseur dämpft vor dem Ungarn-Grand-Prix am Sonntag dennoch die Erwartungen.

Der Zeitplan ist eng getaktet. Am 26. Juli steht in Budapest das elfte von 22 Saisonrennen an, danach folgt die vierwöchige Werksschließung. Erst am 23. August geht es in Zandvoort weiter, und genau dieses Rennen ist nach Informationen des italienischen Portals autoracer.it das Ziel für das nächste Aerodynamik-Paket aus Maranello. Verantwortlich ist die Abteilung um Chassis-Entwicklungschef Loïc Serra. Eine offizielle Bestätigung des Termins durch Ferrari gibt es bislang nicht.

Die Ausgangslage erklärt den Aufwand. Ferrari liegt in der Konstrukteurswertung mit 285 Punkten hinter Mercedes (358), hat den Rückstand seit Mai aber deutlich verkürzt. Lewis Hamilton ist WM-Zweiter mit 159 Zählern, Charles Leclerc Vierter mit 126. In der Fahrerwertung führt Kimi Antonelli mit 204 Punkten.


Drei Ausbaustufen seit Miami: wie Ferrari den Rückstand auf Mercedes verkürzt hat

Der Aufwärtstrend der Scuderia lässt sich an den Einführungsterminen der Updates ablesen. Die erste große Ausbaustufe kam in Miami, der zweite Umbau nur drei Rennen später in Barcelona und führte direkt zu Hamiltons erstem Sieg im roten Auto. In Spielberg folgten weitere Teile plus das erste Hardware-Update am Antrieb, dessen Wirkung auf dem Stop-and-Go-Kurs zunächst kaum sichtbar war. Auf der Power-Strecke in Silverstone zeigte sich der Fortschritt deutlicher: Leclerc gewann, Hamilton stand ebenfalls auf dem Podium, und Ferrari holte an diesem Wochenende 20 Punkte mehr als Mercedes.

Rennen Datum Maßnahme
Miami 03.05.2026 Erste große Aero-Ausbaustufe am SF-26
Barcelona 14.06.2026 Zweiter Aero-Großumbau, Hamiltons erster Ferrari-Sieg
Spielberg 28.06.2026 Erstes Hardware-Update am Antrieb (ADUO), weitere Aero-Teile
Spa-Francorchamps 19.07.2026 Flügel-Anpassungen für mehr Topspeed
Budapest 26.07.2026 Überarbeiteter Heckflügel mit rotierendem Flap
Zandvoort 23.08.2026 Geplanter dritter Aero-Großumbau (unbestätigt)

Der überarbeitete Heckflügel debütiert schon in Ungarn

Bereits an diesem Wochenende bringt Ferrari eine neue Version jenes rotierenden Heckflügels an die Strecke, den Vasseur selbst auf den Spitznamen „Macarena“ getauft hat. Fotos aus der Boxengasse vom Donnerstag zeigen eine Variante mit mehreren gestapelten Mini-Winglets. Der Ansatz zielt darauf, den Luftwiderstand im geöffneten Zustand weiter zu senken und gleichzeitig den Abtrieb im geschlossenen Modus zu erhöhen. Auf dem engen, abtriebslastigen Hungaroring ist das ein direkter Rundenzeitgewinn, sofern die Abstimmung passt.


Warum das zweite Motor-Upgrade erst nach der Sommerpause kommt

Parallel zur Aerodynamik arbeitet Ferrari am zweiten Antriebs-Update, das der ADUO-Mechanismus erlaubt. Hinter dem Kürzel steht eine Regel, die Herstellern mit gemessenem Leistungsrückstand zusätzliche Entwicklungsschritte am Antrieb einräumt. Ferrari darf diese Möglichkeit in dieser Saison zweimal nutzen, was bei der Konkurrenz für Unmut sorgt.

Das Bauteilpaket liegt bereits auf den Prüfständen. Wegen der langen Vorlaufzeiten in der Fertigung kommt es aber frühestens nach der Sommerpause zum Einsatz. Bei welchem Grand Prix genau, steht laut Ferrari noch nicht fest. Im Gespräch sind Zandvoort sowie die Highspeed-Kurse in Monza und Baku, auf denen ein Leistungsplus am meisten Rundenzeit bringt. Berichten zufolge geht es unter anderem um einen neu ausgelegten Turbolader mit veränderter Schaufelzahl und Schaufelstellung.

Der Streit mit Mercedes läuft im Hintergrund weiter

Die hohe Update-Frequenz der Scuderia hat Toto Wolff bereits im Juni zu Spitzen über Ferraris Ressourcen und den Budgetdeckel veranlasst. Vasseur konterte in Silverstone deutlich: „Wir haben nicht mehr Teile gebracht als Red Bull oder die anderen“. Wolff wiederum stellte klar, er habe lediglich erwartet, dass Ferrari später im Jahr zurückstecken müsse, und keinen Regelverstoß unterstellt. Dass Maranello nun direkt nach der Pause den nächsten Umbau plant, spricht gegen diese Prognose.


Was Vasseur vor dem Ungarn-GP über die zweite Saisonhälfte sagt

Der Teamchef geht mit Rückenwind nach Budapest. In Spa holte Ferrari 30 Punkte durch Leclercs zweiten Platz und Hamiltons vierten Rang, davor stand der Sieg in Silverstone. Vasseur ordnet die Streckencharakteristik trotzdem vorsichtig ein: „Auf dem Papier könnte der Hungaroring etwas besser zu den Eigenschaften unseres Autos passen“, sagte er vor dem Wochenende und ergänzte, eine Garantie sei das nicht.

Die Zurückhaltung hat einen nachvollziehbaren Kern. Der SF-26 gilt als das kurvenstärkere Auto, verliert gegenüber dem Mercedes aber auf den schnellen Abschnitten. Auf dem 4,381 Kilometer kurzen Hungaroring mit kaum nennenswerten Geraden fällt dieser Nachteil weniger ins Gewicht als in den Ardennen. Historisch spricht die Statistik ebenfalls für die Scuderia: In 40 Grands Prix in Ungarn stehen sieben Siege und 26 Podestplätze zu Buche, Hamilton ist mit acht Erfolgen Rekordsieger der Strecke.

Zur Titelfrage bleibt Vasseur allerdings nüchtern. Nach dem Rennen in Spa fasste er das Kräfteverhältnis in vier Worten zusammen: „Kimi ist schneller als wir“. Zwei Rennsiege in den vergangenen vier Läufen ändern nichts daran, dass Antonelli mit 45 Punkten Vorsprung in die Sommerpause gehen dürfte.

Was der Entwicklungsplan für die Quoten der Rückrunde bedeutet

Für die Wettmärkte ist der Zeitpunkt des Upgrades relevanter als sein Umfang. Titelmärkte reagieren träge auf angekündigte Technikpakete, weil deren Wirkung erst am Rennwochenende messbar wird. Antonelli wird als WM-Favorit weiterhin um 1,25 gehandelt, Hamilton ab 8,00. Diese Relation wird sich durch ein Update erst dann verschieben, wenn Ferrari in Zandvoort tatsächlich Rennpace auf Mercedes-Niveau zeigt.

Deutlich schneller bewegen sich die Märkte rund um das einzelne Rennen. Für den Sieg in Budapest wird Antonelli vor dem Qualifying im Bereich um 2,50 bis 2,60 geführt, Hamilton um 4,75 bis 5,25, Leclerc knapp dahinter. Wer den Entwicklungsstand der Teams verfolgt, findet in den ersten Trainingssitzungen die belastbarere Information als in Ankündigungen aus Maranello. Wie sich ein Rennwochenende mit frischen Updates im Detail bewerten lässt, zeigt die Analyse zum Großen Preis von Belgien.

Nach Zandvoort folgen mit Monza, Madrid und Baku drei Strecken, auf denen der Antrieb überdurchschnittlich zählt. Sollte das zweite Motor-Update dort bereits verfügbar sein, entscheidet sich in diesem Block, ob aus Ferraris Aufholjagd noch ein Titelkampf wird oder nur ein enges Duell um Platz zwei in der Konstrukteurswertung. Die technischen Hintergründe zum geplanten Aero-Paket hat auto motor und sport aufbereitet, die Aussagen Vasseurs vor dem Ungarn-Wochenende dokumentiert Speedweek.

Natalia Schubert - Sportjournalistin |
Natalia Schubert Natalia Schubert ist Fußballanalystin und Sportjournalistin mit über zwölf Jahren Erfahrung in der datenbasierten Spielanalyse. Sie studierte Sportwissenschaften an der Deutschen Sporthochschule Köln und arbeitet mit professionellen Analyseplattformen wie Wyscout, InStat und Opta. Bei wetttippsheute.net verantwortet sie taktische Spielvorschauen, Hintergrundanalysen und die statistische Einordnung von Partien aus der Bundesliga, Champions League und weiteren internationalen Wettbewerben. Pro Saison verfolgt und analysiert sie über 300 Spiele.
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