Die FedEx-Cup-Playoffs 2026 starten am 13. August und gipfeln Ende August in der Tour Championship in Atlanta, wo 25 Millionen Dollar auf den Sieger warten. Scottie Scheffler führt die Wertung an und ist der Top-Favorit, doch der Weltranglistenerste wartet seit 13 Starts auf einen Sieg. Das Quotenbild und die Formkurven zeichnen ein offeneres Rennen als in den Vorjahren.
Zum 20-jährigen Jubiläum des Formats bleibt die Grundstruktur bestehen: Über die reguläre Saison sammeln die Spieler Punkte, die besten 70 erreichen die erste Playoff-Station, danach wird das Feld schrittweise verkleinert. Bevor die Playoffs beginnen, steht mit dem Open Championship in Royal Birkdale allerdings noch das letzte Major der Saison an, das die Wertung kräftig durcheinanderwirbeln kann.
Das Playoff-Format: von 70 auf 30
Die Playoffs bestehen aus drei Turnieren, bei denen das Teilnehmerfeld nach jeder Station schrumpft. Nur wer sich für die abschließende Tour Championship qualifiziert, kann den Titel gewinnen.
| Turnier | Termin | Austragungsort | Feld |
| FedEx St. Jude Championship | 13. bis 16. August | TPC Southwind, Memphis | Top 70 |
| BMW Championship | 20. bis 23. August | Bellerive Country Club, St. Louis | Top 50 |
| Tour Championship | 27. bis 30. August | East Lake Golf Club, Atlanta | Top 30 |
Ein Detail hat sich gegenüber früheren Jahren geändert: Die Tour Championship wird als reguläres 72-Loch-Zählspiel ausgetragen, ohne die früheren Vorgabestriche, mit denen der Führende der Wertung mit einem Vorsprung ins Finalturnier startete. Wer die Tour Championship gewinnt, gewinnt den FedEx Cup.
Die Playoff-Quoten: Scheffler vorn, aber angreifbar

Scottie Scheffler führt die FedEx-Cup-Wertung an und wird entsprechend als Favorit gehandelt. Die Quote spiegelt seine Konstanz wider, nicht aber seine jüngste Formdelle.
| Spieler | Quote (dezimal) | Implizite Wahrscheinlichkeit |
| Scottie Scheffler | 4,50 | 22,2 Prozent |
| Rory McIlroy | 8,00 | 12,5 Prozent |
| Wyndham Clark | 15,00 | 6,7 Prozent |
| Tommy Fleetwood | 17,00 | 5,9 Prozent |
| Ludvig Åberg | 21,00 | 4,8 Prozent |
Stand: Mitte Juli, gerundete Marktquoten, Angaben ohne Gewähr. Diese Werte stammen aus der Zeit vor dem Open Championship und dürften sich durch das Major-Ergebnis deutlich verschieben. Für Scheffler wurde zwischenzeitlich auch eine kürzere Quote um 4,50 geführt, andere Anbieter setzten ihn höher an.
Warum die Scheffler-Quote diesmal ein Fragezeichen trägt
Scheffler ist seit Jahren die dominierende Kraft der PGA Tour und hat den FedEx Cup 2024 bereits gewonnen. In dieser Saison sammelte er in nur 14 Starts neun Top-5-Platzierungen und führt die Wertung souverän an. Zwei Dinge fehlen ihm bislang aber: ein zweiter Saisonsieg und ein Major-Titel.
Noch alarmierender aus Marktsicht ist der jüngste Formeinbruch. Beim Genesis Scottish Open verpasste Scheffler zum ersten Mal seit fast vier Jahren den Cut. Sein letzter Sieg liegt 13 Starts zurück. Für einen Spieler, dessen Quote sich fast vollständig aus seiner Konstanz speist, ist das ein deutliches Warnsignal. Die kurze Playoff-Quote preist eine Dominanz ein, die er zuletzt nicht mehr auf die Bahn brachte.
Die Verfolger: McIlroy, Clark und die Formstärksten

Rory McIlroy ist mit vier Titeln der Rekordsieger des FedEx Cup und hat in dieser Saison zwei Major-Erfolge eingefahren, darunter das zweite Masters in Folge. Allerdings tritt er ausgesprochen selektiv an, mit deutlich weniger Starts als die Konkurrenz, was seine Punkteausbeute über die Saison begrenzt. Auf Links-Kursen und im Wind gehört er dennoch zu den gefährlichsten Spielern des Feldes.
Der formstärkste Spieler der vergangenen Wochen ist Wyndham Clark. Der US-Open-Sieger blieb in seinen letzten sechs Starts nie schlechter als Elfter und war auch beim Scottish Open in Schlagdistanz. Titelverteidiger Tommy Fleetwood wartet zwar noch auf einen Saisonsieg, spielt aber statistisch herausragend und rangiert bei den gewonnenen Schlägen tourweit unter den Besten. Ludvig Åberg komplettiert die Gruppe der Kandidaten, denen im Saisonendspurt ein Durchbruch zuzutrauen ist.
Warum das Open Championship den Markt umschreiben dürfte
Der entscheidende Faktor vor den Playoffs ist das letzte Major der Saison. Das Open Championship in Royal Birkdale vergibt eine hohe Punktzahl und findet unmittelbar vor Beginn der Playoff-Phase statt. Ein Sieg dort katapultiert einen Spieler in der Wertung nach oben und verändert die Quoten für die gesamte Endphase.
Genau deshalb ist eine Playoff-Wette zum jetzigen Zeitpunkt mit besonderer Vorsicht zu behandeln. Die aktuellen Quoten bilden einen Zwischenstand ab, der in wenigen Tagen überholt sein kann. Wer den Markt beobachtet, sollte das Major-Wochenende abwarten, bevor er eine Langzeitwette platziert.
Was bei FedEx-Cup-Wetten zu beachten ist
Zwei strukturelle Punkte prägen diesen Markt. Erstens die Kapitalbindung: Eine Wette auf den FedEx-Cup-Sieger wird erst Ende August abgerechnet, nach der Tour Championship. Über einen so langen Zeitraum können Verletzungen, Formschwankungen und die Turnierauslosung die Ausgangslage stark verändern.
Zweitens die Struktur des Formats: Weil nur die besten 30 die Tour Championship erreichen und dort in einem einzigen Turnier alles entschieden wird, ist die Varianz höher als bei einer reinen Saisonwertung. Ein Spieler kann die gesamte Saison dominieren und trotzdem an einem schwachen Finalwochenende scheitern. Die kurze Favoritenquote unterschätzt diese Varianz regelmäßig, während Kandidaten aus dem zweiten Glied bei einem heißen Finalturnier den größeren Hebel bieten.





















