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England gewinnt Spektakel gegen Mexiko: Bellingham-Doppelpack und Rote Karte im Azteca

Natalia Schubert
| veröffentlicht am: 06.07.26
geprüft von Sebastian Vierheim | 3 Min. Lesezeit

Fünf Tore, zwei Elfmeter, eine Rote Karte und elf Minuten Nachspielzeit: England hat Co-Gastgeber Mexiko in einem denkwürdigen WM-Achtelfinale mit 3:2 (2:1) bezwungen und dabei in Unterzahl Historisches geschafft. Erstmals überhaupt verlor Mexiko ein WM-Spiel im Aztekenstadion. Im Viertelfinale wartet nun das Torjäger-Duell mit Erling Haalands Norwegern.

Jude Bellingham traf doppelt (36., 38.), Harry Kane per Elfmeter (60.), für Mexiko waren Julián Quiñones (42.) und Raúl Jiménez per Strafstoß (69.) erfolgreich. Vor 80.824 Zuschauern in Mexiko-Stadt, die den wegen eines Unwetters um eine Stunde verschobenen Anpfiff mit ohrenbetäubender Kulisse erwartet hatten, endete damit sowohl die Fiesta des Gastgebers als auch dessen legendäre Heimserie auf 2.240 Metern Höhe.


98 Sekunden, die das Azteca verstummen ließen

England fand im strömenden Regen zunächst kaum statt, ehe Bukayo Saka die Partie mit einem Geistesblitz kippte: Seine Flanke von der Grundlinie köpfte Bellingham am zweiten Pfosten zum 1:0 ein (36.). Nur 98 Sekunden später schlug der Real-Madrid-Star erneut zu, nach einem Ballgewinn im Mittelfeld legte Kane quer, Bellingham vollendete aus nahezu identischer Position mit rechts (38.). Es waren die ersten Gegentore für Mexiko im gesamten Turnierverlauf, und sie fielen binnen zwei Minuten.

Doch der Schock währte kurz. Quiñones drosch einen Abpraller nach einem Freistoß volley unter die Latte (42.), sein bereits viertes Turniertor. In der Nachspielzeit der ersten Hälfte schnupperte El Tri gleich dreimal am Ausgleich: Jordan Pickford fischte einen Jiménez-Kopfball aus dem Winkel, und Bellingham klärte in letzter Sekunde vor dem einschussbereiten César Montes.


Rot, Elfmeter, Gegenelfmeter: Die verrückteste halbe Stunde des Turniers

Nach dem Seitenwechsel eskalierte die Partie vollends. Erst scheiterte Nico O’Reilly am Pfosten (49.), dann schwächten sich die Three Lions selbst: Jarell Quansah rauschte mit gestreckter Sohle gegen das Schienbein von Jesús Gallardo und sah nach VAR-Prüfung die umstrittene Rote Karte (54.). Ausgerechnet in Unterzahl schlug England zu: Nach einem Foul von Torhüter Raúl Rangel an Anthony Gordon verwandelte Kane den Strafstoß unter den Pfiffen des gesamten Stadions eiskalt zum 3:1, sein sechstes Turniertor (60.).

Der Kapitän wurde kurz darauf vom Helden zum Verursacher: Kane foulte im eigenen Strafraum, Jiménez verkürzte per Elfmeter auf 2:3 (69.) und brachte das Azteca erneut zum Beben. Es folgte eine Abwehrschlacht von fast einer halben Stunde inklusive elf Minuten Nachspielzeit, in der die dezimierten Engländer dem Dauerdruck des Gastgebers standhielten. Wie die Sportschau bilanzierte, war es eines der spektakulärsten Spiele der bisherigen WM.


Das Ende zweier Serien: Mexikos historisches Aus unter Tränen

Für Mexiko endete damit ein Turnier, das bis zu diesem Abend makellos verlaufen war: fünf Spiele, fünf Siege ohne Gegentor, getragen von einer Euphoriewelle im ganzen Land. Beides zerbrach in einer Nacht, die Niederlage war zugleich die erste in einem WM-Spiel im Aztekenstadion überhaupt, jener Arena, in der England 40 Jahre zuvor das legendäre Viertelfinale um Maradonas „Hand Gottes“ verloren hatte. Nach Kanada ist damit der zweite von drei Gastgebern ausgeschieden, nur die USA sind noch im Turnier.

Dabei hatten die mexikanischen Fans nichts unversucht gelassen: Leuchtraketen am englischen Teamhotel in der Nacht, Schaumstoff-Attacken auf den Mannschaftsbus, gellende Pfiffe bei der Hymne. Trainer Thomas Tuchel hatte dem Gastgeber wegen Höhenlage und Kulisse vorab einen klaren Vorteil eingeräumt, umso größer fiel sein Stolz aus: Seine Mannschaft habe nie aufgegeben, das sei ihre Mentalität.


Kane gegen Haaland: In Miami wartet das Duell der Torjäger

Im Viertelfinale trifft England am Samstag um 23:00 Uhr deutscher Zeit in Miami auf Norwegen. Die Skandinavier hatten sich wenige Stunden zuvor dank eines Doppelpacks von Erling Haaland mit 2:1 gegen Rekordweltmeister Brasilien durchgesetzt. Es kommt damit zum direkten Vergleich zweier Ausnahme-Torjäger: Kane steht bei sechs Turniertreffern, Haaland untermauerte gegen Brasilien seine Form eindrucksvoll.

Einen Wermutstropfen gab es für die Engländer dennoch: Jordan Henderson verletzte sich laut Sportschau ausgerechnet beim Feiern des Sieges schwer. Für Quansah ist das Viertelfinale nach der Roten Karte gesperrt. Alle Ergebnisse und der weitere Turnierbaum finden sich im Live-Score-Bereich, sämtliche Analysen zur K.o.-Phase laufend im Magazin.

Natalia Schubert - Sportjournalistin |
Natalia Schubert Natalia Schubert ist Fußballanalystin und Sportjournalistin mit über zwölf Jahren Erfahrung in der datenbasierten Spielanalyse. Sie studierte Sportwissenschaften an der Deutschen Sporthochschule Köln und arbeitet mit professionellen Analyseplattformen wie Wyscout, InStat und Opta. Bei wetttippsheute.net verantwortet sie taktische Spielvorschauen, Hintergrundanalysen und die statistische Einordnung von Partien aus der Bundesliga, Champions League und weiteren internationalen Wettbewerben. Pro Saison verfolgt und analysiert sie über 300 Spiele.
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