Drei Gastgeber, drei Achtelfinal-Niederlagen: Mit dem 1:4 der USA gegen Belgien ist auch der letzte Ausrichter der WM 2026 ausgeschieden. Die erste Weltmeisterschaft mit drei Gastgeberländern geht damit ohne Heimteam in die Viertelfinals. Die Bilanz fällt trotzdem differenzierter aus, als es die nackten Ergebnisse vermuten lassen.
Es hatte lange nach einem Sommermärchen in dreifacher Ausführung ausgesehen. USA, Mexiko und Kanada überstanden allesamt die Gruppenphase, gewannen allesamt ihr Sechzehntelfinale und trugen die Stimmung im Turnier über Wochen. Dann kam das Achtelfinale, und innerhalb von vier Tagen war der Traum dreimal vorbei: Kanada verlor 0:3 gegen Marokko, Mexiko unterlag England mit 2:3, und in der Nacht zu Dienstag beendete Belgien mit einem 4:1 in Seattle auch die Reise der USA. Ein Blick auf drei sehr unterschiedliche Turnierverläufe.
USA bei der WM 2026: Vom mutigen Aufbruch zum Absturz gegen Belgien

Gegen Belgien folgte dann die schwächste Turnierleistung zum ungünstigsten Zeitpunkt. Die Defensive leistete sich haarsträubende Fehler, unter anderem einen folgenschweren Patzer von Torhüter Matt Freese vor dem 1:3, und offensiv blieb der zuvor so gefährliche Angriff harmlos. Überschattet wurde das Spiel ohnehin von der Kontroverse um Balogun: Die FIFA hatte dessen Sperre nach einem Anruf von US-Präsident Donald Trump bei FIFA-Präsident Gianni Infantino zur Bewährung ausgesetzt, eine Beschwerde des belgischen Verbands blieb erfolglos. Sportlich half die Begnadigung nichts, Balogun blieb wirkungslos. Pochettino gestand nach dem Abpfiff ein, dass sein Team an diesem Abend nie ins Spiel gefunden habe.
Mexiko bei der WM 2026: Würdiger Abschied und ein gebrochener Mythos

Das Achtelfinale gegen England wurde dann trotz der Niederlage zu einem Spiel für die Geschichtsbücher. Das 2:3 im ausverkauften Estadio Azteca war ein Spektakel und zugleich ein Epochenbruch: Nie zuvor hatte Mexiko ein WM-Spiel im Aztekenstadion verloren, der Mythos der uneinnehmbaren Festung ist Geschichte. Zugleich setzte sich eine quälende Serie fort. Wie schon siebenmal in Folge zwischen 1994 und 2018 war für Mexiko im Achtelfinale Schluss, die einzigen Viertelfinal-Teilnahmen der Verbandsgeschichte bleiben die Heim-Weltmeisterschaften 1970 und 1986. Immerhin: Der Auftritt gegen England war so couragiert, dass Mexiko erhobenen Hauptes geht, getragen von Fans, die dieses Turnier über Wochen geprägt haben.
Kanada bei der WM 2026: Das Überraschungspaket mit historischen Premieren

Im Achtelfinale gegen Marokko zeigte Kanada eine starke erste Hälfte, setzte den Afrikameister mit intensivem Pressing sichtbar unter Druck und vergab beste Chancen, ehe die Effizienz der Atlaslöwen zuschlug: Nach einem Hakimi-Freistoß traf der völlig freistehende Azzedine Ounahi zur Führung, am Ende stand ein 0:3, das den Spielverlauf nur bedingt widerspiegelt. Verteidiger Alistair Johnston brachte das kanadische Fazit auf den Punkt: ein Turnier voller Premieren, auf das das Land mit Stolz zurückblicken werde. Kanada hat sich als Fußballnation etabliert, und das ist für ein Land, das vor 2022 zuletzt 1986 bei einer WM dabei war, mehr wert als der verpasste Viertelfinaleinzug.
Was das Gastgeber-Aus für den Rest der WM bedeutet
Die Bilanz im Überblick:
| Gastgeber | Gruppenphase | Sechzehntelfinale | Achtelfinale |
| Mexiko | Gruppensieger (Gruppe A, drei Siege) | 2:0 gegen Ecuador | 2:3 gegen England |
| USA | K.o.-Runde erreicht | 2:0 gegen Bosnien-Herzegowina | 1:4 gegen Belgien |
| Kanada | Gruppenzweiter hinter der Schweiz | 1:0 gegen Südafrika | 0:3 gegen Marokko |
Historisch ist das Abschneiden ein Novum mit zwei Gesichtern. Einerseits erreichten erstmals alle Ausrichter einer WM die K.o.-Phase und gewannen dort jeweils ein Spiel; das Negativbeispiel Südafrika, das 2010 als bislang einziger Gastgeber in der Vorrunde scheiterte, blieb allen drei Ländern erspart. Andererseits findet ein WM-Viertelfinale damit erstmals seit 2010 wieder komplett ohne Gastgeber statt, und das ausgerechnet bei einem Turnier, das wie kein anderes von der Heim-Euphorie dreier Nationen lebte.
Sportlich verschiebt das Aus die Gewichte endgültig zu den Favoriten: Mit Frankreich, Spanien, England, Belgien, Marokko und Norwegen dominieren die europäischen Teams und der Halbfinalist von 2022 das Tableau, dazu kämpfen Argentinien, Ägypten, die Schweiz und Kolumbien um die verbleibenden Plätze. Für die Wettmärkte bedeutet das: Der schwer kalkulierbare Heimvorteil-Faktor ist aus dem Turnier, die Favoritenquoten dürften sich weiter verdichten. Wie sich das konkret auf die Viertelfinals auswirkt, zeigen unsere aktuellen Wett-Tipps, die Herangehensweise dahinter erklärt unsere Wett-Analyse-Methodik.
Hilfe und Informationen zum verantwortungsvollen Spielen: Spielerschutz.





















