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The Open 2026: Diese zwei Deutschen schlagen in Royal Birkdale ab

Natalia Schubert
| veröffentlicht am: 15.07.26
geprüft von Sebastian Vierheim | 4 Min. Lesezeit

Lange sah es so aus, als würde bei der 154. Open Championship kein Deutscher im Feld stehen. Doch innerhalb weniger Tage sicherten sich gleich zwei Spieler ihren Platz in Royal Birkdale: Profi Tiger Christensen aus Hamburg und Amateur-Europameister Tim Wiedemeyer. Beim letzten Major der Saison vom 16. bis 19. Juli tragen sie die deutschen Farben auf einem der härtesten Links-Kurse Englands.

Das älteste Major des Golfsports kehrt zum elften Mal nach Royal Birkdale zurück, erstmals seit dem Sieg von Jordan Spieth 2017. Für den deutschen Golfsport ist das Turnier ein seltener Doppelauftritt auf der ganz großen Bühne, zusammengesetzt aus zwei sehr unterschiedlichen Wegen ins Feld.


Tiger Christensen: der Name täuscht, das Talent nicht

Ein Tiger steht im Feld der Open, nur heißt er mit Nachnamen nicht Woods, sondern Christensen. Der 23-jährige gebürtige Hamburger ist Deutschlands einziger Profi in Royal Birkdale und löste sein Ticket auf die harte Tour: über das Final Qualifying im englischen West Lancashire.

Bei diesem Qualifikationsturnier, das als eines der schwersten Nadelöhre des Profigolfs gilt, spielte sich Christensen mit soliden Runden unter Par in die geteilte Spitzengruppe und sicherte sich einen von fünf Startplätzen. Dabei ließ er klangvolle Namen wie Sergio García und Graeme McDowell hinter sich. Es ist bereits das zweite Mal, dass ihm der Sprung über West Lancashire zur Open gelingt: Schon 2023 qualifizierte er sich am selben Ort und gab anschließend in Royal Liverpool sein Major-Debüt.

Damals verpasste Christensen den Cut und war, wie er selbst sagte, von der Kulisse überwältigt. Diesmal geht er die Sache anders an. Der Profi der HotelPlanner Tour, Europas zweiter Liga, will die Trainingsrunden zurückschrauben und Energie sparen. Nach drei Jahren mehr Erfahrung und dem Wechsel ins Profilager seit November 2024 traut er sich zu, mit dem Feld mitzuhalten.


Tim Wiedemeyer: als Europameister zum Major-Debüt

Der zweite Deutsche im Feld kommt auf einem ganz anderen Weg. Tim Wiedemeyer, 21 Jahre alt und Spieler des Golf Team Germany, gewann die European Amateur Championship in Finnland und sicherte sich damit direkt einen Startplatz in Royal Birkdale.

Sein Titelgewinn hatte eine besondere Note: Zwei Jahre zuvor hatte Wiedemeyer bei derselben Meisterschaft in Dänemark am letzten Loch mit einer Quadruple-Bogey einen sicher geglaubten Sieg noch verspielt. In Finnland startete er die Schlussrunde erneut mit Führung, verlor sie kurzzeitig, baute den Vorsprung auf der zweiten Neun aber wieder aus und machte diesmal keinen Fehler. Für den 21-Jährigen ist die Open sein Major-Debüt, ein Traum, der wahr wird, wie er selbst sagte.


Wer es nicht ins Feld schaffte

Dass am Ende genau zwei Deutsche in Royal Birkdale abschlagen, entschied sich erst in der Turnierwoche. Der Weg dahin war für mehrere Spieler von knappen Enttäuschungen geprägt.

Spieler Was passierte
Matti Schmid Scheiterte am Montag im ersten Last-Chance-Qualifier der Open-Geschichte mit eins über Par am letzten freien Startplatz
Stephan Jäger Verzichtete auf das Qualifying, um sich auf seine PGA-Tour-Kategorie zu konzentrieren
Marcel Siem Letzte Chance über die Scottish Open verstrichen
Yannik Paul Im Final Qualifying in Burnham & Berrow gescheitert

Besonders bitter verlief es für Matti Schmid, der über die Weltrangliste zunächst auf der Reserveliste gestanden hatte und im neu eingeführten Last-Chance-Qualifier auf dem Birkdale-Kurs am Ende nur einen Schlag zu viel benötigte.


Der Platz: brettharter Links-Kurs statt Regenschlacht

Die Bedingungen in Royal Birkdale unterscheiden sich deutlich vom Klischee des nasskalten britischen Sommers. Nach trockenen Sommermonaten präsentiert sich der Platz bretthart und eher bräunlich als grün, Regen ist für die Turnierwoche kaum in Sicht. Ein Video von Maverick McNealy zeigte, wie der Ball auf dem harten Fairway hoch aufspringt.

Für Wiedemeyer und Christensen bedeutet das eine besondere Herausforderung. Anders als bei jüngeren Austragungsorten wie Royal Portrush oder St. Andrews verlangt Birkdale weniger Länge und mehr Präzision. Der Kurs wurde an allen 18 Löchern verändert, die Gesamtlänge stieg dennoch nur moderat, das Par bleibt bei 70. Moderate Böen sind vorhergesagt, was die Balance zwischen Angriff und Kontrolle zusätzlich anspruchsvoll macht.


Was für die beiden Deutschen realistisch ist

Weder Christensen noch Wiedemeyer zählen zum engeren Favoritenkreis, das ist bei einem Profi der zweiten europäischen Liga und einem Amateur auch nicht zu erwarten. Der eigentliche Erfolg liegt für beide auf einer anderen Ebene. Für Christensen wäre nach dem verpassten Cut bei seinem Debüt bereits das Erreichen des Wochenendes ein spürbarer Fortschritt. Für Wiedemeyer geht es in erster Linie darum, Erfahrung auf höchstem Niveau zu sammeln.

Aus Sicht deutscher Golffans ist der Doppelstart selbst schon die eigentliche Nachricht. Nachdem lange kein einziger deutscher Name im Feld stand, sorgen zwei junge Spieler mit unterschiedlichen Geschichten für Präsenz beim wichtigsten Major-Turnier des Jahres. Ob der Tiger aus Hamburg in Birkdale brüllt, lässt sich ab Donnerstag im Leaderboard verfolgen.

Wer die Ergebnisse in Echtzeit verfolgen möchte, findet sie im Live-Score. Die Einordnung der Titelfavoriten und des Turnierverlaufs liefert die begleitende Golf-Berichterstattung im Magazin.

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Natalia Schubert - Sportjournalistin |
Natalia Schubert Natalia Schubert ist Fußballanalystin und Sportjournalistin mit über zwölf Jahren Erfahrung in der datenbasierten Spielanalyse. Sie studierte Sportwissenschaften an der Deutschen Sporthochschule Köln und arbeitet mit professionellen Analyseplattformen wie Wyscout, InStat und Opta. Bei wetttippsheute.net verantwortet sie taktische Spielvorschauen, Hintergrundanalysen und die statistische Einordnung von Partien aus der Bundesliga, Champions League und weiteren internationalen Wettbewerben. Pro Saison verfolgt und analysiert sie über 300 Spiele.
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