Pau Cubarsí ist als bester Nachwuchsspieler der WM 2026 ausgezeichnet worden. Der 19 Jahre alte Innenverteidiger des FC Barcelona setzte sich beim FIFA Young Player Award gegen seinen eigenen Teamkollegen Lamine Yamal durch und ist der erste Abwehrspieler, der die Auszeichnung seit ihrer Einführung 2006 gewinnt.
Verkündet wurde die Wahl unmittelbar nach dem 1:0-Finalsieg Spaniens gegen Argentinien am 19. Juli 2026 im MetLife Stadium bei New York. Cubarsí stand in allen acht Turnierspielen der Selección über die volle Distanz auf dem Feld und bildete gemeinsam mit Aymeric Laporte das Zentrum der besten Defensive des Turniers. Spanien kassierte auf dem gesamten Weg zum Titel nur ein einziges Gegentor, und das erst im Viertelfinale gegen Belgien.
Als Kandidaten hatte die FIFA neben den beiden Spaniern auch den Franzosen Désiré Doué und den Engländer Nico O’Reilly hervorgehoben. Die höchste Erwartung lag jedoch lange auf Yamal, der als eines der größten Talente des Weltfußballs in das Turnier gegangen war. Dass am Ende der defensive Anker und nicht der offensive Blickfang die Trophäe erhielt, ist die eigentliche Nachricht dieser Wahl.
Warum die Wahl auf den Innenverteidiger und nicht auf Yamal fiel
Der entscheidende Faktor war Konstanz auf höchstem Niveau. Cubarsí verpasste keine einzige Spielminute und lieferte in jeder Runde eine abgeklärte Vorstellung ab, die weit über seinem Alter lag. Seine Kaltschnäuzigkeit im Zweikampf und im Spielaufbau war die Grundlage dafür, dass Spanien selbst gegen die Offensive Argentiniens und Lionel Messi über weite Strecken ohne echte Torgefahr blieb. Ein Nachwuchsspieler, der die Abwehr eines Weltmeisters organisiert, der nur ein Gegentor zulässt, hat ein Argument, dem sich die Fachjury schwer entziehen konnte.

Yamal dagegen erwischte kein Turnier auf dem Niveau seiner eigenen Ansprüche. Eine Muskelverletzung im Oberschenkel hatte seine Saison 2025/26 beim FC Barcelona vorzeitig beendet und seine Teilnahme zwischenzeitlich sogar infrage gestellt. In den Testspielen vor dem Turnier fehlte er, und auch während der WM blieb der Flügelstürmer trotz einzelner Glanzmomente unter seinen Möglichkeiten. Sein einziger Turniertreffer gelang gegen Saudi-Arabien. Dass ein Innenverteidiger einen Spieler von Yamals Ausnahmerang bei einer solchen Auszeichnung hinter sich lässt, unterstreicht, wie sehr diese Wahl die Zuverlässigkeit über die reine Verheißung stellte.
Vom Dorf Estanyol auf die größte Bühne: der Weg des Pau Cubarsí
Der Katalane aus dem kleinen Ort Estanyol in der Provinz Girona ist längst kein unbeschriebenes Blatt mehr. Bei Barcelona gehört er seit seinem 17. Lebensjahr zum Stammpersonal und wurde noch vor seinem WM-Debüt zum zweitjüngsten Spieler, der für den Klub auf 100 Pflichtspiele kam. Vereinslegenden trauen ihm eine lange Ära zu: Carles Puyol sagte voraus, Cubarsí werde über viele Jahre der erste Innenverteidiger des Klubs sein, und schon Trainer Xavi hatte ihn als prägenden Spieler für eine ganze Epoche bezeichnet.
Bemerkenswert ist vor diesem Hintergrund, dass Luis de la Fuente den damals 17-Jährigen für die EM 2024 noch nicht nominiert hatte, während er Yamal in Deutschland fast durchgehend einsetzte. Zwei Jahre später ist Cubarsí nicht nur Stammspieler des Weltmeisters, sondern dessen ausgezeichnetes Nachwuchsgesicht. Die Entwicklung zeigt, wie schnell sich Hierarchien in einer Generation verschieben können, die in Barcelona und in der Nationalmannschaft eng verzahnt heranwächst.
Viertjüngster Finalspieler der Geschichte und ein Fingerzeig für Barça
Mit seinem Einsatz im Endspiel schrieb Cubarsí zusätzlich Statistik. Im Alter von 19 Jahren und 178 Tagen wurde er zum viertjüngsten Spieler, der jemals in einem WM-Finale auflief, hinter Pelé, Giuseppe Bergomi und ausgerechnet seinem Teamkollegen Yamal, der das Endspiel mit 19 Jahren und sechs Tagen als drittjüngster Finalist bestritt. Zwei Teenager desselben Jahrgangs standen damit an beiden Enden des spanischen Spiels im Zentrum eines Weltmeistertitels.
Für den FC Barcelona und die spanische Nationalmannschaft ist das mehr als eine Randnotiz. Mit Cubarsí in der Abwehr und Yamal im Angriff verfügen beide über eine Achse, die den europäischen Spitzenfußball über Jahre prägen könnte. Wie tragfähig das defensive Fundament dieser Mannschaft bereits ist, ließ sich am gesamten Turnier ablesen, wie die Aufarbeitung von Spaniens Serie ohne Gegentor und der souveräne 2:0-Halbfinalsieg gegen Frankreich zeigten. Neben Cubarsí gingen mit Rodri (Goldener Ball) und Unai Simón (Goldener Handschuh) zwei weitere Einzelauszeichnungen an Spanien, während der Franzose Kylian Mbappé den Goldenen Schuh als Torschützenkönig gewann.





















