Beim WM-Finale am 19. Juli im MetLife Stadium gibt es erstmals in der Geschichte einer Weltmeisterschaft eine Halbzeitshow. Elf Minuten lang treten Shakira, Madonna, BTS und Justin Bieber auf, kuratiert von Coldplay-Sänger Chris Martin. Die Premiere bricht mit einer jahrzehntelangen Tradition und kollidiert mit einer Regel des Spiels.
Anders als beim Super Bowl kannte das Endspiel einer Fußball-Weltmeisterschaft bislang keine musikalische Unterhaltung in der Pause. Die 15 Minuten zwischen den Halbzeiten gehörten den Mannschaften, nicht der Bühne. Mit dem Finale in East Rutherford ändert sich das. Die FIFA übernimmt ein Format, das im US-Sport seit Jahrzehnten Standard ist, und muss es dafür in ein Zeitfenster pressen, das der Fußball nicht dafür vorgesehen hat.
Elf Minuten für Madonna, Shakira, BTS und Justin Bieber

Das Line-up der Premiere führt vier internationale Namen an. Shakira, Madonna, die K-Pop-Gruppe BTS und Justin Bieber stehen im Zentrum der Show, Bieber wurde erst rund eine Woche vor dem Endspiel als Co-Headliner bestätigt. Berichten zufolge sind zusätzlich Burna Boy, der venezolanische Dirigent Gustavo Dudamel und der New Yorker Kinderchor PS22 Chorus gemeinsam mit Coldplay eingeplant. Auch Figuren aus der Sesamstraße und die Muppets sollen Teil des Programms sein, sie tauchten bereits im Ankündigungsvideo auf.
Die Verbindung zum Fußball ist bei mehreren Beteiligten eng. Shakira lieferte mit „Waka Waka“ 2010 einen der bekanntesten Turniersongs überhaupt und steuerte gemeinsam mit Burna Boy auch den offiziellen WM-Song 2026 bei. Madonna trat 2012 bereits bei einer Super-Bowl-Halbzeitshow auf, Shakira 2020.
Bei einem Anpfiff um 21:00 Uhr MESZ dürfte die Show gegen 21:45 Uhr beginnen. Welche Titel gespielt werden, ist offen. Bei einer Dauer von elf Minuten und vier Headlinern läuft es auf ein Medley hinaus.
Chris Martin kuratiert, Global Citizen produziert
Die künstlerische Leitung liegt bei Chris Martin, der bereits die Halbzeitshow der Klub-WM 2025 inszeniert hat. Für Konzept und technische Umsetzung verantwortlich sind Global Citizen in Zusammenarbeit mit Live Nation und der Produktionsfirma Done + Dusted.
Die Show ist nicht nur Unterhaltung, sondern an einen Zweck gekoppelt. Sie soll auf den gemeinsamen Bildungsfonds von FIFA und Global Citizen aufmerksam machen, über den Kinder weltweit Zugang zu Bildung und Fußball erhalten sollen. Als Zielmarke sind bis zu 100 Millionen Dollar ausgegeben worden.
Warum die Show nur elf Minuten dauern darf
Die zentrale Restriktion ergibt sich aus dem Regelwerk. Die Halbzeitpause darf 15 Minuten nicht überschreiten, und diese Zeit gehört den Mannschaften: Ansprache in der Kabine, Regeneration, Aufwärmen für die zweite Halbzeit. Eine Show, die diesen Rahmen sprengt, wäre nicht regelkonform.
Daraus ergibt sich die Rechnung, die den Zeitplan des Abends bestimmt. Elf Minuten Programm plus Aufbau und Abbau der Bühne müssen in das Fenster passen. Genau diese Enge ist der meistgenannte Kritikpunkt an der Premiere. Der zusätzliche Aufwand entsteht auf einem Feld, auf dem in wenigen Minuten wieder ein WM-Titel vergeben wird.
Der Rasen im MetLife Stadium als zweite Baustelle

Das MetLife Stadium ist die Heimstätte zweier NFL-Teams und normalerweise mit Kunstrasen ausgelegt. Für das Turnier wurde eigens Naturrasen aus North Carolina angeliefert, verteilt auf 27 Lastwagenladungen.
Restlos überzeugt hat das Ergebnis die Profis nicht. Frankreichs Adrien Rabiot bemängelte während des Turniers, der Platz fühle sich eher wie ein Kunstrasen an. Eine Bühnenkonstruktion, die in der Pause auf- und wieder abgebaut wird, trifft damit auf einen Untergrund, der ohnehin unter Beobachtung steht.
Vom Spott bis zum Präzedenzfall
Die Reaktionen auf die Ankündigung fielen gemischt aus. In den USA nahm die Satiresendung Saturday Night Live das Line-up aufs Korn, in Europa entzündete sich die Kritik vor allem an der Frage, ob ein Fußballfinale eine Bühnenshow braucht.
Unabhängig davon dürfte die Premiere Folgen haben. Die FIFA hat das Format bei der Klub-WM 2025 getestet und bringt es nun auf die größte Bühne des Weltfußballs. Fällt die Bilanz aus Sicht des Verbandes positiv aus, wird die Halbzeitshow im WM-Finale kaum eine einmalige Angelegenheit bleiben.
Wer im Endspiel steht, entscheidet sich zuvor in der Vorschlussrunde. Die datenbasierte Einordnung der beiden Halbfinals liefern die Analyse zu Frankreich gegen Spanien und die Analyse zu England gegen Argentinien. Alle Ergebnisse in Echtzeit liefert der Live-Score.





















