Das prestigeträchtigste Tennisturnier der Welt wirft seinen Schatten voraus: Vom 29. Juni bis 12. Juli 2026 wird in London die 139. Auflage der Wimbledon Championships ausgetragen – das einzige Grand-Slam-Turnier auf Rasen und für viele Spielerinnen und Spieler der Höhepunkt der Saison. Vor dem ersten Aufschlag lohnt der genaue Blick auf Favoriten, Außenseiter und die Frage, wer den heiligen Rasen 2026 beherrscht. Eine Absage prominenter Größe sorgt dabei für eine offene Ausgangslage.
Quick Facts: Das Wichtigste auf einen Blick
| Turnier | Wimbledon Championships 2026 (139. Auflage) |
| Zeitraum | 29. Juni – 12. Juli 2026 |
| Ort | All England Lawn Tennis Club, London |
| Belag | Rasen |
| Damen-Finale | Samstag, 11. Juli |
| Herren-Finale | Sonntag, 12. Juli |
| Titelverteidiger Herren | Jannik Sinner |
| Titelverteidigerin Damen | Iga Świątek |
| Prominenteste Absage | Carlos Alcaraz (Verletzung) |
| TV Deutschland | Amazon Prime Video (exklusiv) |
Worum es geht: Der heilige Rasen
Wimbledon ist mehr als ein Tennisturnier – es ist eine Institution. Das älteste Tennisturnier der Welt ist das einzige der vier Grand Slams, das auf Rasen ausgetragen wird, und im Kalenderjahr nach den Australian Open und den French Open das dritte der vier Majors. Der legendäre Centre Court, der strenge weiße Dresscode und die jahrzehntelange Tradition machen das Turnier jedes Jahr zum Saison-Highlight. Über zwei Wochen kämpft die Tennis-Elite um Titel, Punkte und einen Platz in der Geschichte.
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Der Belag: Warum Rasen alles verändert
Rasen ist die schnellste und eigenwilligste Oberfläche im Tennis – und genau das macht Wimbledon so unberechenbar:
- Flacher, schneller Absprung: Der Ball kommt niedrig und zügig, was Aufschlag und Spielwitz belohnt
- Kürzere Ballwechsel: Wer am Netz brilliert oder einen Big Server hat, ist im Vorteil
- Gewöhnungsbedürftig: Die kurze Rasensaison gibt wenig Zeit zur Anpassung – viele Topspieler kommen direkt vom Sandplatz
- Fußarbeit als Schlüssel: Der rutschige Untergrund verlangt eine völlig andere Bewegung als Hartplatz oder Sand
Diese Eigenheiten erklären, warum auf Rasen immer wieder Spezialisten überraschen, die auf anderen Belägen weniger glänzen.
Die historische Einordnung: Ein Turnier der Überraschungen
Ein Blick auf die jüngere Geschichte liefert einen bemerkenswerten Trend – vor allem bei den Damen: Seit 2016 gab es bei jeder ausgetragenen Wimbledon-Ausgabe eine andere Siegerin. Das unterstreicht, wie ausgeglichen die Weltspitze im Damentennis derzeit ist, und mahnt zur Vorsicht bei jeder allzu klaren Favoritin. Bei den Herren dagegen dominierte zuletzt eine kleine Gruppe von Ausnahmekönnern den Centre Court – Carlos Alcaraz gewann das Turnier 2023 und 2024.
Die Favoriten der Herren
Jannik Sinner – der Titelverteidiger
Der Italiener geht als Titelverteidiger und einer der absoluten Topfavoriten ins Turnier. Seine Mischung aus Präzision, Aufschlagqualität und mentaler Stabilität macht ihn auf jedem Belag gefährlich – und auf Rasen hat er den Schritt zum kompletten Spieler längst vollzogen.
- Pro: Titelverteidiger, Weltklasse-Konstanz, kaum Schwächen im Spiel
- Contra: als Topfavorit unter maximalem Druck; Rasen verzeiht einen schwachen Tag selten
Die offene Tür durch Alcaraz‘ Absage
Die wichtigste Nachricht vor dem Turnier: Mehrfachsieger und Mitfavorit Carlos Alcaraz musste verletzungsbedingt absagen. Der Spanier, der zu Saisonbeginn in Melbourne triumphierte und Wimbledon bereits zweimal gewann, fällt damit als einer der größten Titelanwärter weg. Das öffnet das Feld spürbar und verschiebt die Gewichte zugunsten von Sinner und der Verfolger.
Die Außenseiter mit Geschichte
Alexander Zverev und Altmeister Novak Djokovic rechnen sich Außenseiterchancen aus. Gerade Djokovic, siebenmaliger Wimbledon-Champion, bleibt auf diesem Belag immer eine Macht, auch wenn die Topfavoritenrolle inzwischen an die jüngere Generation übergegangen ist.
- Zverev – Pro: Big Server, Grand-Slam-Erfahrung; Contra: Rasen war lange nicht sein stärkster Belag
- Djokovic – Pro: sieben Titel, unübertroffene Center-Court-Routine; Contra: der Faktor Zeit gegen die junge Spitze
Die Favoritinnen der Damen
Iga Świątek – die Titelverteidigerin
Die Polin sicherte sich im Vorjahr den Titel und gilt auch 2026 als eine der Topfavoritinnen. Lange galt Rasen als ihr schwächster Belag – diesen Ruf hat sie mit dem Wimbledon-Sieg eindrucksvoll widerlegt.
- Pro: Titelverteidigerin, mentale Stärke, enorme Spielintelligenz
- Contra: die Trend-Statistik (seit 2016 jedes Jahr eine andere Siegerin) spricht historisch gegen eine Titelverteidigung
Aryna Sabalenka – die Dauerkonkurrentin
Die kraftvolle Aufschlägerin zählt neben Świątek zu den klaren Favoritinnen. Ihr aggressives, druckvolles Spiel ist auf dem schnellen Rasen besonders gefährlich.
- Pro: enorme Schlaghärte, idealer Spielstil für Rasen
- Contra: muss die eigene Konstanz über sieben Runden halten
Quoten (Markteinordnung)
| Spieler/in | Tendenz |
|---|---|
| Jannik Sinner | Topfavorit Herren |
| Novak Djokovic | erster Verfolger / Außenseiter mit Klasse |
| Alexander Zverev | Außenseiter |
| Iga Świątek | Mitfavoritin Damen |
| Aryna Sabalenka | Mitfavoritin Damen |
Hinweis: Da das Turnier zwei Wochen läuft und die Auslosung den Weg ins Finale stark beeinflusst, sind feste Siegquoten zu Turnierbeginn nur eine grobe Momentaufnahme. Eine seriöse Wahrscheinlichkeits-Umrechnung einzelner Spieler ist erst mit Blick auf den Turnierbaum sinnvoll – wir verzichten daher bewusst auf Prozentangaben, die vor der Auslosungsanalyse Scheingenauigkeit vortäuschen würden.
Meine Einschätzung: Offener als üblich
Wimbledon 2026 ist durch die Alcaraz-Absage offener, als es ein Grand-Slam-Turnier mit einem klaren Titelverteidiger sonst wäre.
- Bei den Herren führt der Weg über Jannik Sinner. Als Titelverteidiger und kompletter Spieler ist er der logische Mann an der Spitze – der Wegfall von Alcaraz nimmt ihm den gefährlichsten Rivalen. Djokovic bleibt der Joker, dem man auf diesem Belag nie etwas absprechen sollte, während Zverev von einer günstigen Auslosung abhängt.
- Bei den Damen ist Vorsicht angebracht. Świątek und Sabalenka sind die Topfavoritinnen, aber die Statistik der wechselnden Siegerinnen seit 2016 ist eine deutliche Warnung: Wimbledon produziert bei den Frauen verlässlich Überraschungen. Wer auf Value setzt, sollte den Turnierbaum nach einer formstarken Außenseiterin absuchen, sobald die Auslosung steht.
In einem Satz: Bei den Herren spricht viel für Sinner, doch das offene Feld lädt Djokovic und Co. ein; bei den Damen ist ein Tipp auf die Favoritinnen riskanter, als die Namen vermuten lassen – Wimbledon bleibt das Turnier der Überraschungen.
Quoten-Stand: 27.06.2026. Wettquoten unterliegen ständigen Schwankungen – bitte vor Wettabgabe beim jeweiligen Anbieter prüfen.
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