Die Ausgangslage für dieses Aufeinandertreffen ist für beide Fanlager gleichermaßen nervenaufreibend wie kritisch. Die Gastgeber aus dem Norden Londons befinden sich in einer sportlichen Abwärtsspirale, die den Druck auf Trainer Thomas Frank massiv erhöht hat. Mit derzeit 27 Punkten belegt Tottenham lediglich den 14. Tabellenplatz – eine Platzierung, die weit hinter den europäischen Ambitionen des Clubs zurückbleibt.
Auf der anderen Seite steht West Ham United, dessen Situation als Tabellenachtzehnter mit nur 14 Punkten noch weitaus prekärer ist. Die „Hammers“ stecken tief im Abstiegskampf fest und sind seit zehn Ligaspielen ohne Sieg. Die Quoten für dieses Derby spiegeln die leichte Favoritenrolle der Spurs wider: Ein Heimsieg wird mit einer Quote von 1,73 bewertet, während ein Erfolg der Gäste aus dem Osten Londons eine Quote von 4,70 aufweist. Ein Unentschieden liegt bei 4,05. In diesem Duell geht es um mehr als nur drei Punkte; es geht um den Turnaround in einer bisher enttäuschenden Saison und den Stolz in der britischen Hauptstadt.
Formanalyse: Tottenham Hotspur
Das Team von Trainer Thomas Frank durchlebt derzeit eine Phase der extremen Verunsicherung. Besonders das jüngste Aus im FA Cup gegen Aston Villa am vergangenen Wochenende hat die ohnehin schon angespannte Stimmung im Verein weiter verschlechtert. In der Premier League liest sich die Bilanz der letzten Monate erschreckend: Seit Anfang November gelangen den Spurs in zwölf Partien lediglich zwei Siege, bei vier Unentschieden und sechs Niederlagen. Dieser Negativtrend führte dazu, dass die Mannschaft von einem vielversprechenden dritten Platz bis auf Rang 14 durchgereicht wurde. Besonders besorgniserregend ist die Schwäche vor heimischem Publikum. In der Heimtabelle belegen die Spurs mit nur zwei Siegen aus zehn Spielen den 17. Platz – lediglich die drei Teams auf den Abstiegsrängen weisen eine noch schlechtere Bilanz auf eigenem Rasen auf.
Trotz dieser Krise gibt es individuelle Lichtblicke im Kader. Ein Name, der in dieser Saison immer wieder positiv herausragt, ist Micky van de Ven. Der 24-jährige niederländische Innenverteidiger besticht nicht nur durch seine enorme Geschwindigkeit und Zweikampfstärke in der Defensive, sondern hat sich mit bereits 6 Saisontoren auch als gefährliche Waffe bei Standardsituationen erwiesen. In der Offensive ruhten die Hoffnungen zuletzt auf Richarlison, der mit 7 Treffern in 1286 Spielminuten der torgefährlichste Akteur ist. Allerdings wiegt sein verletzungsbedingter Ausfall schwer. Im Tor ist Guglielmo Vicario mit seinen 29 Jahren und 1890 absolvierten Minuten der unangefochtene Rückhalt. Er wird am Samstagnachmittag besonders gefordert sein, um die defensive Stabilität zu gewährleisten, die in sechs der sieben Saisonsiege (die ohne Gegentor endeten) der Schlüssel zum Erfolg war. Thomas Frank muss einen Weg finden, die Blockade in den Köpfen seiner Spieler zu lösen, damit das Team wieder zu der Dominanz findet, die es zu Saisonbeginn ausgezeichnet hat.
Formanalyse: West Ham United
Bei West Ham United ist die Lage unter Trainer Nuno Espírito Santo mittlerweile mehr als nur ernst. Der Tiefpunkt wurde am vergangenen Montag erreicht, als man mit 1:2 gegen Nottingham Forest verlor – ausgerechnet gegen den Ex-Klub des Trainers. Mit nun zehn sieglosen Spielen in Folge wandern die „Hammers“ am Abgrund zur Zweitklassigkeit. Besonders die Ausbeute auf fremden Plätzen ist unter Nuno katastrophal: Bisher konnte West Ham unter seiner Leitung noch keinen einzigen Auswärtssieg feiern, bei vier Unentschieden und vier Niederlagen. Die Defensive erweist sich dabei oft als das größte Problem; mit 43 Gegentoren stellen die Ost-Londoner eine der anfälligsten Hintermannschaften der gesamten Liga.
In der Offensive ist Jarrod Bowen der alles entscheidende Faktor. Der 29-jährige Kapitän hat 6 Tore erzielt und war in der Vergangenheit besonders gegen Tottenham immer wieder erfolgreich – in drei der letzten fünf direkten Duelle war er an einem Treffer beteiligt. Ihm zur Seite steht der bullige Callum Wilson, der in 818 Minuten 4 Tore erzielt hat. Im Mittelfeld zieht normalerweise Lucas Paqueta die Fäden, doch sein drohender Ausfall aufgrund einer Verletzung reißt ein gewaltiges Loch in die Kreativabteilung der Mannschaft. Ein weiterer herber Rückschlag ist die Nackenverletzung von Konstantinos Mavropanos, der in der Innenverteidigung für die nötige Robustheit sorgen sollte. Zwischen den Pfosten wird Alphonse Aréola stehen, der mit 32 Jahren über reichlich Erfahrung verfügt, aber in dieser Spielzeit oft von seinen Vorderleuten im Stich gelassen wurde. Die „Hammers“ wirken derzeit wie eine Mannschaft, die zwar kämpft, aber in den entscheidenden Momenten die taktische Ordnung und die nötige Effizienz vermissen lässt.
Head-to-Head Vergleich
Die Historie dieses London-Derbys ist reich an Emotionen und knappen Ergebnissen. Ein Blick auf die jüngsten Begegnungen zeigt jedoch einen leichten Vorteil für die Mannschaft aus dem Norden:
- 13.09.2025: West Ham United 0-3 Tottenham Hotspur
- 04.05.2025: West Ham United 1-1 Tottenham Hotspur
- 19.10.2024: Tottenham Hotspur 4-1 West Ham United
Insgesamt konnte Tottenham fünf der letzten neun direkten Duelle für sich entscheiden, während drei Spiele unentschieden endeten und West Ham nur einmal als Sieger vom Platz ging. Besonders das 3:0 im Hinspiel der laufenden Saison im September sowie der deutliche 4:1-Heimerfolg in der vergangenen Spielzeit dürften den Spurs das nötige Selbstvertrauen geben, um trotz der aktuellen Formkrise optimistisch in die Partie zu gehen.
Letzte 5 Spiele von Tottenham Hotspur und West Ham United
| Team | Spiel 1 | Spiel 2 | Spiel 3 | Spiel 4 | Spiel 5 |
| Tottenham Hotspur | N | U | U | S | N |
| West Ham United | N | U | N | N | S |
Taktische Analyse
Tottenham Hotspur: Thomas Frank bevorzugt ein flexibles 4-3-3-System, das auf schnellen Umschaltbewegungen basiert. Ohne den verletzten Richarlison wird voraussichtlich Dominic Solanke im Sturmzentrum agieren, unterstützt von schnellen Außen wie Xavi Simons oder Wilson Odobert. Die Taktik wird darauf abzielen, die defensiven Schwächen von West Ham durch diagonale Bälle in die Schnittstellen der Abwehr auszunutzen. Ein besonderer Fokus wird auf den offensiven Standards liegen, bei denen Micky van de Ven seine Kopfballstärke einsetzen soll. Im defensiven Mittelfeld muss Rodrigo Bentancur für die nötige Balance sorgen, um Konter der Gäste im Keim zu ersticken.
West Ham United: Nuno Espírito Santo wird vermutlich auf ein kompaktes 4-2-3-1 setzen, um das Zentrum zu verdichten. Da die Mannschaft auswärts bisher keinen Sieg holen konnte, wird die Priorität zunächst auf einer stabilen Defensive liegen. Jarrod Bowen wird als Freigeist hinter der Spitze Callum Wilson agieren und versuchen, die Räume zu nutzen, die sich durch das Aufrücken der Spurs-Außenverteidiger wie Pedro Porro ergeben. Ohne Paqueta fehlt es im Mittelfeld jedoch an der spielerischen Leichtigkeit, weshalb viel über lange Bälle und die Physis von Souček und Ward-Prowse gehen wird. Das Ziel wird sein, durch ein intensives Gegenpressing Ballverluste von Tottenham in der eigenen Hälfte zu provozieren.
Voraussichtliche Aufstellungen
Tottenham Hotspur (4-3-3): Vicario – Udogie, van de Ven, Romero, Porro – Bentancur, Sarr, Maddison – Simons, Solanke, Odobert
West Ham United (4-2-3-1): Aréola – Diouf, Kilman, Todibo, Wan-Bissaka – Souček, Rodriguez – Summerville, Bowen, Kudus – Wilson
Wettoptionen und Quoten
| Ergebnis | 1 | X | 2 |
| Quoten | 1,73 | 4,05 | 4,70 |
Zusätzlich zur klassischen Drei-Weg-Wette bieten sich weitere Optionen an, um das Risiko zu streuen oder die Quote zu erhöhen:
| Wettoption | Quote | Beschreibung |
| Beide Teams treffen | 1,62 | Hohe Wahrscheinlichkeit bei beiden Defensiven |
| Doppelte Chance 1X | 1,20 | Tottenham verliert zu Hause nicht |
| Micky van de Ven erzielt ein Tor | 6,50 | Der torgefährliche Verteidiger als Geheimtipp |
| Jarrod Bowen erzielt ein Tor | 3,40 | Topscorer der Gäste in Derby-Form |
Wett-Tipp & Prognose: Tottenham Hotspur – West Ham United | Premier League (17.01.2026)
Das anstehende London-Derby zwischen Tottenham Hotspur und West Ham United ist ein Duell der Krisenklubs. Während die Spurs unter Thomas Frank händeringend nach Konstanz suchen und besonders ihre Heimschwäche ablegen müssen, steht West Ham unter Nuno Espírito Santo vor einem Scherbenhaufen. Die statistischen Fakten sprechen jedoch eine deutliche Sprache für ein torreiches Spiel: In elf der letzten 15 Tottenham-Partien fielen mehr als 2,5 Tore, und in zehn der letzten 14 Spiele von West Ham trafen beide Mannschaften. Da beide Defensivreihen in den letzten Wochen extrem anfällig waren – West Ham kassierte bereits 43 Gegentore – ist davon auszugehen, dass es auf beiden Seiten zu Einschussmöglichkeiten kommen wird.
Tottenham genießt trotz der schwachen Heimbilanz den Vorteil der individuellen Qualität und der historischen Überlegenheit in den direkten Duellen. Spieler wie Micky van de Ven, der bereits sechsmal traf, und die Rückkehr zu einer kompakteren Spielweise im eigenen Stadion sollten den Ausschlag geben. West Ham hingegen fehlt ohne Lucas Paqueta und mit einer verunsicherten Abwehr die nötige Stabilität, um über 90 Minuten dagegenzuhalten. Jarrod Bowen wird zwar für Gefahr sorgen, doch die individuelle Klasse von Maddison und Solanke wird letztlich den Unterschied machen. Wir erwarten ein intensives Spiel, in dem Tottenham den Befreiungsschlag schafft, aber aufgrund der eigenen defensiven Anfälligkeit mindestens ein Gegentor hinnehmen muss.
- Unser Tipp: Kombiwette – Sieg Tottenham Hotspur & Jarrod Bowen erzielt ein Tor (Quote: 5,88)
- Ergebnisprognose: 2:1 für Tottenham Hotspur




















