Kylian Mbappé hat sich bei der WM 2026 den Goldenen Schuh als Torschützenkönig gesichert. Mit zehn Treffern lag der Franzose zwei Tore vor Lionel Messi, wurde als erster Spieler überhaupt zweifacher Gewinner der Auszeichnung und stieg zugleich zum alleinigen Rekordtorschützen der WM-Geschichte auf.
Die FIFA bestätigte die Auszeichnung nach dem Endspiel vom 19. Juli 2026. Mbappé kam über das gesamte Turnier auf zehn Tore und vier Vorlagen in acht Spielen. Entscheidend für den Ausgang des Rennens war der letzte Spieltag: Im Spiel um Platz drei gegen England traf der 27-Jährige beim 4:6 aus französischer Sicht doppelt und zog damit zwei Treffer an Messi vorbei. Da der Argentinier im Finale gegen Spanien ohne eigenen Torerfolg blieb, war die Torjägerkrone bereits vor dem Schlusspfiff vergeben.
Das Fernduell mit Messi um die Torjägerkrone der WM 2026
Über weite Strecken des Turniers lagen Mbappé und Messi Kopf an Kopf. Beide erreichten früh in der K.-o.-Phase die Marke von sieben Toren, und lange war offen, wer am Ende vorn liegen würde. Die Vorentscheidung fiel im Bronze-Finale von Miami, in dem Frankreich nach einem 0:4-Rückstand noch auf 4:6 herankam. Mbappés zweiter Treffer an diesem Abend, ein Abschluss nach Zusammenspiel mit Michael Olise, brachte ihn auf zehn Turniertore und damit zwei vor Messi.

Messi hätte im Endspiel nachlegen müssen, blieb gegen die spanische Defensive jedoch ohne Torschuss aufs Tor und beendete das Turnier bei acht Treffern. Dahinter reihten sich Erling Haaland und Jude Bellingham mit je sieben sowie Harry Kane mit sechs Toren ein. Bei Gleichstand hätte die Zahl der Vorlagen und danach die geringere Einsatzzeit entschieden, doch dank des klaren Zwei-Tore-Vorsprungs war dieser Tiebreaker nicht nötig.
Erster zweifacher Gewinner und Rekordtorschütze der WM-Geschichte
Mit dem Erfolg von 2026 ist Mbappé der erste Spieler, der den Goldenen Schuh bei zwei Weltmeisterschaften gewinnt. Bereits 2022 in Katar hatte er die Auszeichnung mit acht Toren geholt. Kein anderer Spieler hat den Preis für den besten Torjäger eines Turniers zuvor mehr als einmal erhalten.
Noch schwerer wiegt der zweite Rekord. Mit nun 22 WM-Toren aus drei Turnieren ist Mbappé alleiniger Rekordtorschütze der Weltmeisterschaftsgeschichte. Seine Bilanz setzt sich aus vier Treffern beim Titelgewinn 2018, acht Toren beim Finaleinzug 2022 und zehn Toren 2026 zusammen. Damit überflügelte er die bisherige Bestmarke von Miroslav Klose, der über vier Turniere auf 16 Tore gekommen war und den Rekord mehr als ein Jahrzehnt gehalten hatte. Im Verlauf des Turniers hatten sowohl Messi als auch Mbappé Kloses Marke übertroffen und die Führung mehrfach getauscht, ehe Mbappé sie mit dem Doppelpack gegen England endgültig an sich zog. Messi steht als Zweiter der ewigen Liste nun bei 21 Toren. Der Rekord für die meisten Tore in einem einzelnen Turnier bleibt hingegen unangetastet: Just Fontaines 13 Treffer aus dem Jahr 1958 hat auch Mbappé nicht erreicht.
Glanz beim Einzelnen, Enttäuschung beim Team: Frankreichs vierter Platz
So strahlend die persönliche Bilanz des Kapitäns ausfiel, so ernüchternd verlief das Turnier für die französische Mannschaft insgesamt. Nach dem 0:2 im Halbfinale gegen den späteren Weltmeister Spanien folgte die Niederlage im Spiel um Platz drei, sodass Les Bleus das Turnier nur auf dem vierten Rang beendeten. Für einen Kader dieser Qualität ist das ein Ergebnis unter den eigenen Ansprüchen und zugleich das Ende einer Ära, denn mit dem Turnier verabschiedete sich auch der langjährige Nationaltrainer, wie der Rückblick auf Didier Deschamps und seine 14 Jahre auf der französischen Bank zeigt.
Immerhin lieferte das französische Offensivspiel auch abseits von Mbappé Rekordwerte: Michael Olise verbuchte sieben Vorlagen und stellte damit eine WM-Bestmarke auf. Dass das individuelle Feuerwerk am Ende weder für den Titel noch für eine Medaille reichte, unterstreicht die Diskrepanz zwischen Einzelklasse und Mannschaftsleistung. Die Ausgangslage, in der das Duell mit Messi um den Goldenen Schuh überhaupt erst zu einer der großen Turniergeschichten wurde, hatte sich bereits vor dem Endspiel angedeutet, wie die frühe Einordnung zum Rennen zwischen Mbappé und Messi um den Goldenen Schuh festhielt.





















